Mittwoch 21.09.2016

Es ist dunkel. Dunkel und kalt, so als hätte sich der Sommer spontan entschieden mich im Stich zu lassen. In Viseu de Sus ist es abends still, so still, dass man nur das Tappen meiner Sportschuhe auf dem Asphalt hört. Ich renne, denn ich bin zu spät. Vorbei an Jugendlichen die vor dem kleinen Laden an der Ecke rauchen und Bier trinken, vorbei an den Häusern in denen kaum Licht brennt, vorbei an dunklen Gassen und staubigen Straßen. Ein Straßenhund läuft mir ein Stück hinterher, doch gibt bald auf. Ich bin zu spät, zumindest um ein paar Minuten. Fredi hat mich zum Training eingeladen, er will ins Fitnessstudio. Selbstverständlich habe ich ja gesagt. Zwar bin ich erkältet, müde und habe gerade erst gegessen, dennoch weiß ich dass ich das Angebot kaum ausschlagen kann. Denn so wie fast alle anderen deutschsprachigen Jugendlichen hier in Viseu de Sus, verlässt Fredi bald das Land und zieht nach Deutschland. Wer dann noch übrig bleibt, weiß niemand so genau.

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