El Viejo Pascuero es chileno

Es ist Weihnachten – auch am anderen Ende der Welt. Wenn ich genauer darüber nachdenke, kommt es mir absolut surreal vor, dass dieses Fest hier ebenso gefeiert wird wie zu Hause in Europa. Das geht sogar soweit, dass hier ebenfalls Tannenzweige als Weihnachtsdeko hängen und es weiße „verschneite“ Tannenbäume gibt und das obwohl wir uns momentan im Sommer befinden (täglich ca. 30°C). Das – neben anderen Umständen – ist auch der Grund, warum ich beim besten Willen einfach nicht in Weihnachtsstimmung kommen will und das obwohl man nirgends hingehen kann, ohne mit den altbekannten Weihnachtsklassikern beschallt zu werden. In meiner WG steht bereits seit ca. einem Monat ein Weihnachtsbaum und mittlerweile hat sich um ihn herum eine nennenswerte Anzahl Geschenke angehäuft – trotzdem habe ich an manchen Tagen einfach vergessen, dass bald Weihnachten ist.

Wie verbringe ich nun also dieses für viele so wichtige Fest? Allein und im Einklang mit mir selbst – ist die Antwort – oder wie es meine liebe Freundin und Mitfreiwillige Tina ausdrücken würde „Me Time“. Mit Bestürzung und Mitleid reagierten die meisten meiner Freunde in Deutschland, ebenso wie meine Familie auf diese Antwort. Dabei gibt es für mich eigentlich keinen Grund, bemitleidet zu werden, zumal ich aus freiem Willen diverse Einladungen von Freunden, Kollegen und Mitbewohnern, mit ihnen das Fest zu verbringen, ausgeschlagen habe. Aber wieso das denn? Einfach gesagt: Erschöpfung. Nachdem ich in letzter Zeit kaum zu Hause (ja, ich würde soweit gehen, mein winziges Minizimmer in Santiago als mein zu Hause zu bezeichnen) gewesen bin und quer durchs Land gereist bin, habe ich mich nach ein wenig Ruhe und Alleinsein gesehnt. Deshalb mein Plan für Weihnachten: Wein, Stirb Langsam, Schokolade und Schlaf – klassische Me Time also. Deshalb: Danke für euer Mitleid, aber mir geht’s eigentlich ziemlich gut.

Und nun noch der Fun-Fact des Tages: Wer ist dieser Viejo Pascuero, von dem in der Überschrift die Rede ist, mag sich evtl. der ein oder andere Leser fragen. Einfach gesagt: der Weihnachtsmann. In Chile nennt man ihn nicht Papá Noel oder Santa Claus, sondern Viejo oder Viejito Pascuero. Komisch, aber Pascua ist doch Ostern – werden jetzt die spanischsprechenden von euch sagen und liegen damit absolut richtig – nur eben nicht in Chile. Aus irgendeinem Grund ist hier Pascua Weihnachten. In diesem Sinne: Feliz Pascua!

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