Zwischen Alltag & Abenteuer

Es ist Ende Mai, um die 13 Grad tagsüber, abends wird’s kalt und früh dunkel, die Blätter werden langsam rot, gelb, orange und das gemütliche warme Bett wird immer attraktiver. Wobei warm Ansichtssache ist, Heizungen gibt es hier in der Regel keine. Da kanns im Haus auch schnell mal ganz schön frisch werden. Also, langsam, aber sicher wird’s Winter. Ich komm schon in Weihnachtsstimmung. Dass Weihnachten und Weihnachtsmarkt noch ein ganzes halbes Jahr hin ist, muss ich mir dann wohl doch immer wieder ins Gedächtnis rufen.
Tatsächlich bin ich eigentlich die absolute Herbstliebhaberin – auch hier genieße ich das herbstliche Wetter, schöne sonnige Herbsttage, Kaffee, und was sonst so für mich dazu gehört, in vollen Zügen. Allerdings fällt es sogar mir etwas schwer, nicht gleichzeitig auf das derzeitige Wetter in der Heimat neidisch zu werden. 30 Grad. Sonne, See, Eisdiele, Ausreiten. Ja, da kann einem an einem verregneten Tag hier doch auch mal ein kleiner Funke Heimweh ereilen. Wobei, Heimweh würde ichs noch nicht nennen, bei dem, was ich im Gegenzug dann doch alles hier erleben darf.

Wie man an der Häufigkeit der Blogeinträge vielleicht unschwer erkennen kann, ist langsam Alltag eingekehrt. Die letzten 3 Wochen bestanden wirklich mal aus Schule. So ein bisschen Alltag und auch mal nur Routine ist aber auch mal gar nicht so schlecht. Früher oder später kommt dann doch immer der Moment, und meistens wirklich unerwartet, in dem man dem Alltag wieder entflieht und es sich fast wieder wie Urlaub anfühlt. Oft sind es auch die kleinen Dinge, zum Beispiel früherer Unterrichtsschluss am Freitag, eine völlig neue Aufgabe in der Schule – geplant ist ein Deutschkurs für Lehrer oder einfach die Pause im Café im Barrio Lastarria. Der Alltag bietet immer wieder Neues, langweilig wird’s also nicht. Eine ganz gesunde Mischung, finde ich.

Dem Regenwetter, was übrigens meist zur Folge hat, dass es für eine kurze Zeit kein Wasser gibt, kann man wunderbar trotzen, indem man eins der zahlreichen Museen besucht, oder fleißig Projekte in der Schule plant. Genau das war unsere Beschäftigung letzte Woche: pünktlich zum Zwischenseminar haben wir uns unserer anfänglichen Projektidee, dem Fußballturnier, gewidmet und es etwas konkretisiert. Der Plan steht. Jetzt fehlt nur noch die Umsetzung, an die wir uns nach der kommenden Seminarwoche setzen werden.
Nach den eher trüben, tristen Tagen hat uns das Wochenende nochmal traumhaftes Wetter beschert, genau passend zu unserem Ausflug nach Cajón del Maipo, einer Schlucht in den Anden.
Dort haben wir wirklich wunder, wunderschöne Natur zu sehen bekommen und zudem mal wieder frische Luft atmen können, und das nur ca. 1 Stunde von Santiago entfernt. Schneebedeckte Berge, ein kristallklarer, tiefblauer Stausee in Mitten dieser, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein. Action durfte natürlich auch nicht fehlen, also gings am Abend noch raften. Bei den abendlichen Temperaturen im Gebirge und Dämmerung gar nicht so ohne, hat sich aber definitiv gelohnt – oder wie man so schön sagt, valió la pena 🙂

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