Über paltas, deutsches Bier, erste Erdbeben und Pisco Sour

Erkundung „unseres“ Stadtviertels

Mein 3. Tag in Santiago de Chile – Dass ich in Südamerika, am anderen Ende der Welt und mehr als 12000 km von zuhause entfernt bin, merke ich beim ersten Rundgang durch die Stadt kaum: manchmal fühle ich mich, als würde ich durch die Straßen von Paris oder Barcelona laufen, mir war klar, dass Santiago ziemlich modern ist, aber ich bin trotzdem echt baff. Es gibt unglaublich viele schöne grüne Parks, in denen knutschende Pärchen sitzen und Kinder spielen oder ein paar Studenten und junge Leute einfach die letzten sonnigen Monate genießen. Die Atmosphäre und Lebensfreude, die einen durch Straßen- oder Metromusik überkommt, ist unglaublich angenehm und macht mir den Einstieg umso leichter. Dass mein Spanisch dafür umso ausbaufähiger ist, merke ich trotzdem immer mal wieder im Gespräch mit Verkäufern, der Vermieterin unserer airbnb-Wohnung oder im Restaurant. Oft redet man noch ein wenig aneinander vorbei, aber die Hauptsache ist meiner Meinung nach erstmal, dass man überhaupt zum Reden kommt. Meistens ist die Devise bei Nicht-Verstehen einfach nett lächeln und „Sí“ sagen, blöd ist dann allerdings, wenn einem eigentlich eine Frage gestellt wurde und eine Antwort erwartet wird.. ups Eins der überlebenswichtigsten Wörter hab ich aber schon gelernt: „palta“ heißt Avocado und wird tagtäglich von mir verwendet 😉 Ab Anfang April wollen Lea und ich, wir wohnen gerade zusammen und werden auch gemeinsam am Instituto Nacional arbeiten, dann einen Sprachkurs beim Goethe-Institut belegen. So einen Blogeintrag zu verfassen, indem ich wirklich alle meine Eindrücke und Gefühle wiedergeben kann, ist gar nicht so leicht, wie ich mir das vorgestellt habe. Es ist so viel, was ich jeden einzelnen Tag aufs Neue erleben darf, dass ich das kaum in Worte fassen kann. Wir haben noch bis morgen den Luxus, frei zu haben und uns erstmal noch die Stadt angucken zu können, was wir auch gleich heute gemacht haben. Dabei haben wir uns in wirklich wunderschönen Vierteln verloren, unzählige potenzielle Instagram-Fotos geschossen, Eiskaffee getrunken, tausende Restaurants, sogar unser erstes Erdbeben erlebt, einen ersten Pisco Sour getrunken (der gar nicht so ohne ist) Parks oder andere Dinge gesehen, die jetzt auf unserer To-do Liste stehen. Dabei besteht natürlich kein Grund zur Eile, wir haben ja schließlich ein ganzes Jahr Zeit, um die Stadt für uns zu entdecken 🙂 Nach dem ziemlich erlebnisreichen Tag heute haben wir uns heute Abend noch mit vielen Chilenen und Deutschen zu einem „Deutsch-chilenischen Stammtisch“ in einer Bar getroffen, in der es, haltet euch fest, 5,0 Bier gibt. Ist ja an sich schon ziemlich witzig, dass hier, soweit von zuhause weg, deutsches Bier verkauft wird, nur schade, dass es kein Kölsch ist 😉 Tatsächlich ist Deutsch als Sprache ziemlich präsent. Es gibt viele deutsche Schulen, Lea und ich wurden auch schon auf deutsch in der Metro angesprochen, wobei wir uns nur fragen: sieht man uns das wirklich direkt an?? Auf jeden Fall ist mein Ziel für die nächste Zeit, mehr über die deutsch-chilenische Geschichte zu erfahren und dem Ganzen ein bisschen auf den Grund zu gehen. Obwohl also unsere Ankunft, und auch das 2-tägige Vorbereitungsseminar mitsamt aller neuen und auch alten Chile-Freiwilligen, die an Pasch-Schulen arbeiten, echt ein super Einstieg für unsere Zeit hier waren, überkommt mich dann doch ab und an, vor allem abends, ein gewisses Heimweh und auch ein Fünkchen Angst, bei dem Gedanken ein komplettes Jahr weg zu sein. Ich habe mich zwar schon jetzt in diese Stadt verliebt und freue mich, schon bald meine Lieblingscafés zu kennen, dort in der Sonne zu sitzen, irgendwann eine gewisse Routine zu entwickeln, zu arbeiten und zu reisen, nichtsdestotrotz fehlen mir natürlich auch meine Liebsten, man ist oder eher ich bin mit 18 eben dann doch noch nicht immer so erwachsen, wie ich es gerne wäre 🙂

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