Erster Monat geschafft :)

 

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Hello again Czesz czesz 😉

 

hier nun wie bei Einigen schon angekündigt der Eintrag zum ersten Monat in Lodz:

Gestern vor einem Monat bin ich in Lodz angekommen. WOW! Es fühlt sich durch die vielen Eindrücke definitiv nach mehr an. So langsam stellt sich aber eine angenehme Routine in meiner  neuen Umgebung ein: Meine WG läuft super, wir haben endlich eine Heizung, einen funktionierneden Ofen, alle Möbel und das Wichtigste: WLan ;D Mit meiner Mitbewohnerin Sophie verstehe ich mich wahnsinnig gut; mit ihr und meinen anderen Mitbewohnern habe ich hier im Lodzer Erasmus-Netzwerk schon einige lustige Erlebnisse gehabt, meist bei den sogenannten International Meetings der Studenten (=Parties) oder in der inoffiziellen Stammbar „Niebostan“ ca. fünf Minuten von unserer Wohnung entfernt, in der es eine riesige Bücherwand gibt, in welcher ich schon Harry Potter auf polnisch entdeckt habe. Da fand ich die Bar sofort sympathisch! Durch die steigende Kälte bleiben wir aber immer öfter einfach in der Wohnung und kochen oder trinken zusammen Tee. Seit dieser Woche haben wir sogar eine WG-Gitarre und treffen uns oft abends in der Küche, um zusammen im Lagerfeuerstil zu singen -Ich LIEBE es! Besonders, wenn wir alte Disney-Lieder mitsingen 😉

 

Immer wieder muss ich mich aber schon früher verabschieden, oder gehe erst garnicht aus dem Haus, wegen der Arbeit in der Schule, da ich eben doch keine Erasmusstudentin bin, was ich in dieser Umgebung oft vergesse ^^.

Das ist allerdings überhaupt kein Problem, denn je mehr ich mit den Schülern mache und je mehr ich sie und die Lehrer kennenlerne, desto spaßiger ist es und desto besser erledige ich die einzelnen Aufgaben! Mein absoluter Horror, alleine vor Gruppen zu sprechen und zu unterrichten, macht mir immer weniger Angst. Trotzdem läuft natürlich nicht alles wie am Schnürchen: Diese Woche zum Beispiel sollte ich an der Tafel das Verb „essen“ im Präteritum konjugieren und habe kläglich versagt…“Ich aß…Du aßt…Er/sie/es aß, wir aßen…ihr aßtet? aßt? …Oh Goott!!“ war so in etwa das, was ich vor den Schülern von mir gab und ich kann mir nur vorstellen, wie sie sich gefragt haben, ob ich überhaupt deutsch spreche…. Erstes dickes Fettnäpfen 😀 Aber mal ehrlich, niemand benutzt das Präteritum im Deutschen: „Ich habe gegessen“…Basta!

Bin gespannt, wie es noch weiter geht, denn ich merke durch das ständige Englisch sprechen und durch den Polnisch Kurs, dass ich immer häufiger Probleme mit dem Deutschen habe und mir manche Wörter nicht mehr einfallen. Das scheint jedoch ein gängiges Problem im Ausland zu sein 😉

Eins der schönsten Erinnerungen bisher sind aber jetzt schon die Besuche bei und von anderen Kulturweit-Freiwilligen! Vorletztes Wochenende habe ich Corinna in Warschau besucht. Sie hat einen wunderschönen Tag organisiert, indem ich die Warschauer Altstadt mit einem süßen mittelalterlichen Markt besuchen konnte. Dort haben wir ältere Frauen in traditioneller polnischer Tracht polnisch singen hören und ein kleines Käseteilchen gegessen, Oscepyk! Sehr lecker! Wir haben uns den großen jüdischen Friedhof angesehen und außerdem haben wir eine Free Walking Tour zum Thema Juden in Warschau mitgemacht, in welcher wir das Warschauer Ghetto besucht haben. Wir waren sogar an dem berühmten Denkmal vor dem Willy Brandt 1970 in Demut auf die Knie ging. Das Foto ging damals um die Welt. Diese Plätze der Geschichte zu sehen ging mir sehr nah…

Als ich Corinna am nächsten Tag Lodz zeigen wollte, hat es leider in Strömen geregnet, daher sind wir nach einem kurzen Rundgang in das städtische Museum für Kunst gegangen. Trotz des Wetters war es aber auch ein toller Tag!

 

Ein weiterer Besuch stand letztes Wochenende an: Jan, Lea, Hannah und Judith haben mich anlässlich des Lodzer „Light Move Festivals“ besucht, es war wunderbar! Das ganze Wochenende wurde der Freiheitsplatz, die Piotrkowska Straße und viele andere Plätze der Stadt in bunte Lichtbilder gehüllt. Teilweise wurden durch an die Wände projizierte Filme ganze Geschichten erzählt, welche durch passende Musik untermalt wurden. Es war wie in einem urbanen Märchen. Später am Abend habe ich auch meinen ersten polnischen Wodka getrunken: Sehr weich, wunderbare samtige Zimtnote im Abgang…ach Quatsch^^ Keine Ahnung 😉 Das einzige was ich sagen kann: Obwohl ich Wodka überhaupt nicht mag, schmeckte mir dieser nicht schlecht! Und damit habe ich auch einen weiteren Punkt auf meiner Bucketlist abgehakt 🙂

Ich kann nach einem Monat natürlich schon viel erzählen, aber vor allem eins: Ich verliebe mich langsam in diese verrückte Märchen- und Künstlerstadt!

Liebe Grüße ihr Lieben <3

Uschi