Episode 1 – Tach Namibia

Grüßt Euch Freunde,

ich sitze gerade Sonntag Morgen 11 Uhr leicht verkatert am Frühstückstisch und esse Müsli. Alles beim Alten.

Nur steht mein Müsli heute irgendwie gute 12.000km von dem entfernt, was ich noch am Dienstag heftigst verkatert aß.

Einige Sportsfreunde hatten mich Montag auf ein Abschiedsbier eingeladen. Die Einladung war selbstverständlich nur eine Formalie und ich hatte keine andere Wahl als pflichtbewusst zu meinem Abschiedsbier zu erscheinen.

Dass das Abschiedsbier in reichlich Schnaps und Hausverbot in einer Bar mündet, konnte ja auch niemand ahnen…ein dreifaches Sport frei!

Nun zum Wesentlichen.

Dienstag habe ich meinen Freiwilligendienst für kulturweit und den Pädagogischen Austauschdienst / der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen angetreten.

Die Route führte mich aus dem wunderschönen Machdeburg über Frankfurt nach Windhuk und von dort weiter nach Walvis Bay bis zur finalen Destination Swakopmund. Knapp 30 Stunden war ich unterwegs.

Hört sich sehr lang und anstrengend an und das war’s auch durchaus. Die Zeit wurde mir allerdings durch meine kulturweit Kollegen, die zumindest mit mir bis nach Windhuk reisten, und meiner ausgesprochen netten Sitzplatznachbarin im Flugzeug erträglich gemacht.

Und durch Air Namibia. Die bieten nämlich gutes namibisches Bier gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot an. Mehr kann ich nicht verlangen.

Na gut. Dass Essen war suboptimal, aber alles kann man nun wahrlich nicht haben.

Seit ich Mittwoch Abend hier in Swakop angekommen bin, ist die Zeit wie im Rausch vergangen. Hätte ich mir die ersten paar Tage ausmalen müssen, wären sie nicht so schön geworden wie sie in Realität waren.

Ich lebe auf einem großen Grundstück mit mehreren Gebäuden und vielen einzelnen Wohnungen / Zimmern. Manche der Mitbewohner sind hier wie ich länger einquartiert, andere nur für ein paar Wochen oder Monate.

Die Bewohner sind größtenteils jung, aber nicht durchweg. Es gibt einige Deutsche Mitbewohner, aber nicht durchweg.

Sie sind zum Teil Studenten, die Ihr Pflichtpraktikum hier absolvieren. Zum Teil Reisende. Zum Teil Piloten, die ganz in der Nähe am Flughafen arbeiten. Zum Teil Freiwillige wie ich.

Im Gemeinschaftshaus kommt die bunte Truppe abends oft zusammen um sich über den Tag auszutauschen. Und weil’s WLAN gibt.

Meinen Mitbewohnern gestehe ich einen sehr großen Anteil an dem perfekten Start zu, weil sie mich sofort wie einen Freund behandelten und ihre Erfahrungen und Wissen über die Stadt und das Land teilten. Dafür bin ich riesig dankbar.

Nachdem wir Mittwoch Abend noch fix in den Supermarkt gingen um für mich das Nötigste zu besorgen, sind wir an den Strand gegangen und ich sah meinen ersten Sonnenuntergang in Namibia. Der sogenannte Sundowner ist ein ziemlich festes Ritual. Man setzt sich mit Freunden an ein gemütliches Plätzchen und schaut der großen roten Sonne beim Verschwinden zu. Das nehme ich mir in Zukunft gerne an.

Als ich dort mit neuen Freunden und einem kühlen Cider am Strand saß, hatte ich das wunderschöne Gefühl endlich angekommen zu sein und ich fühlte mich wohl.

Der 1. Sundowner in Swakop

Eigentlich hatte ich vor meine Erlebnisse bis zu diesem Sonntag aufzuschreiben, aber das dauert noch ein Weilchen und in einer halben Stunde bin ich zum Sandsurfen auf den Dünen vor der Stadt verabredet. Ahja, und vorher gehen wir noch Mittagessen im Township.

Das hört sich für mich alles noch genau so komisch an wie für Euch. Ich werde mich wohl dran gewöhnen müssen.

Die nächste Episode schreibe ich dann in den nächsten Tagen fertig. Also, hoffe ich. Ist hier so eine Sache mit zu Hause vorm Laptop sitzen. Passiert eher wenig.

Bis dahin Freunde! Seid lieb!

Lucas

 

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