Wir werden sehen, was passiert!

Hallo,

nun melde ich mich wieder nach fast eineinhalb Monaten.

Ich bin grade an einem Punkt, wo ich nicht mehr so wirklich weiterweiß.

Aber ich muss erstmal vielleicht ein bisschen erzählen

Die Herbstferien habe ich mit anderen Freiwilligen aus Ungarn in einer wunderschönen airbnb in Krakau verbracht und hatte eine sehr schöne Zeit. Das Wetter hat ein bisschen trüb ausgesehen, aber das hat gar nichts gemacht. Wir waren alle froh über ein bisschen Gesellschaft, weil wir es ein bisschen schwer hatten mit dem Leute kennenlernen im Gastland.

Die Ideen für den Unterricht und die Projekte sind hin-und hergeflossen, und so ist die Motivation auch wiedergekommen:)

Zurück in der Einsatzstelle war wieder ziemliches Chaos, was allerdings für mich nur bedeutet hat, dass ich rumsitze und nichts tue. Ich hatte ja auch immer noch keinen Stundenplan, also dachte ich mir, eine Woche bis zum Zwischenseminar, und da hole ich mir Tipps, wie ich mich besser einbringen kann, obwohl ich das Gefühl schon hatte, nicht wirklich gebraucht (und gewollt?) zu sein.

Das Zwischenseminar in Odessa war auch wirklich toll, eine andere Freiwillige und ich sind auch am Wochenende davor schon zu einem Jugend-debattiert- Seminar in die Stadt gekommen und konnten ein bisschen Freizeit genießen, in einer Stadt, die so anders als europäische Großstädte ist, aber wo man doch direkt  ein ganz anderes Lebensgefühl hatte als in Kryvyi Rih. Man konnte sich auch als Ausländer super zurechtfinden, wir haben direkt am Wochenende Leute kennengelernt, sogar aus Deutschland! Und wir haben uns auch über Erfahrungen austauschen können, die wir vielleicht speziell in der Ukraine beide gemacht haben. Ich will jetzt keinem auf den Schlips treten, oder irgendwelches Halbwissen rumposaunen. Generell läuft an den Schulen manches nicht so super, und eine andere Freiwillige hat auch über ihre Erfahrungen mit Korruption und Betrug bei den Prüfungen erzählt, und dass man gar nicht weiß, wie man dann mit sowas umgeht, wenn man etwas dergleichen sieht. Mir ist das nicht bei den Schulen, sondern bei den Behörden ganz extrem aufgefallen.

Das Zwischenseminar war dann wirklich super, wir haben uns gegenseitig aufgebaut und auch über Probleme geredet. Es waren jetzt nichtmal speziell die Seminareinheiten, die mir so geholfen haben, sondern einfach der Kontakt zu anderen Leuten aus der selben Region, mit ähnlichen Problemen in der Einsatzstelle.

Jetzt bin ich ja wieder zurück in Kryvyi Rih, und ich bin ein bisschen ratlos und hin-und hergerissen, was ich jetzt mit meiner Situation hier mache.

Ich habe Leute kennengelernt, gehe auch mit den Schülern mal am Wochenende ins Cafe oder spazieren, habe Lehrer und eine amerikanische Freiwillige aus anderen Schulen kennengelernt, und einen Mensch gefunden, der mir einen Sprachkurs in russisch gibt und dem ich dafür in deutsch helfe.

Aber in der Einsatzstelle, trotz des Stundenplans, bin ich teilweise einfach ratlos, wo ich hinsoll. Ich habe so viele Ideen für Projekte, aber nichts scheint zu klappen. Ich weiß immer noch nicht, wo ich hingehen soll, und wenn ich mal nicht auftauche, fällt es auch keinem auf. Ich finde es total blöd, dass es jedes Mal neue Probleme gibt, und wenn ich grade denke, es wird besser, aber dann hat jemand mal viel zu tun oder ein Lehrer wird krank, und schon kann man mit mir grad wieder nichts anfangen. Und ich kann ja keinem einen Vorwurf machen, dass er Stress hat! Aber ich habe jetzt schon mal gefragt, ob ich auch auf 6 Monate verkürzen kann, und muss mich bis zum 15. Januar entscheiden. Als ich das bei der Schulleitung angesprochen habe, waren alle total entsetzt, und konnten gar nicht verstehen, dass ich mich hier nicht gut fühle. Aber ich muss halt echt mal überlegen, ich hab ja auch gar keinen Plan, was ich dann das restliche halbe Jahr machen soll.

Also werde ich jetzt mal schauen, was noch so passiert, aber eigentlich habe ich meine Entscheidung glaube ich schon getroffen. Es ist total schade, es gab so viele Sachen, auf die ich mich gefreut hatte. Vielleicht habe ich auch irgendwas falsch gemacht, oder vielleicht werde ich dann total bereuen, wie ich mich entscheide, ich weiß es einfach nicht. Und das ist einfach blöd.

Aber mal schauen. Vielleicht passiert ja noch was total unerwartetes, und ich denke nochmal komplett um, wer weiß.

Bis bald, denke ich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.