Kleider machen Leute

Kleider machen Leute, warum das ein wesentliches Merkmal Ugandas ist, möchte ich hier heute erzählen.
Wenn man in Deutschland vor der großen Frage steht, was packe ich für Kleidung ein, denkt man an funktionale Kleidung, nichts was zu freizügig ist und nichts was zu schade ist. Also wanderten in meinen Koffer lange Sommerhosen, die schick und lässig sind, helle T-Shirts, ein oder zwei Kleider, wenn man doch mal ausgeht, aber hauptsächlich lockere Sommerkleidung. Und dann komme ich zuerst in Addis Abeba am Flughafen an und muss feststellen: Alle Afrikaner reisen ist eleganter schicker Kleidung und alle weißen Menschen reisen in bequemen Sport und Schlabberklamotten. Und in Entebbe angekommen, nimmt das kein Ende. Jeder ist elegant gekleidet. Blusen, schöne Kleider, die Boda-Fahrer tragen bei gutem Wetter immer Hemden, jeder andere trägt grundsätzlich Hemd. Nach 3 Monaten kann ich nun sagen, die Ugander legen viel wert auf ordentliche Kleidung. Mit Jogging-Hose geht hier niemand auf die Straße. Ungebügelte Kleidung: ein No-Go. Und das Frauen in meiner Schule Rock tragen, ist eigentlich auch selbstverständlich. Ich dagegen, habe besonders die ersten 6 Wochen nur Hosen getragen und oftmals einfach eine weiße Bluse, so dass ich mir oft wie eine Touristin vorkomme. Meine Kollegin trägt jeden Tag ein anderes elegantes Kleid, Lehrerinnen mit Hose? Fehlanzeige!
Dementprechend ist es keine Überraschung, wenn 160 Lehrer auf einmal total begeistert sind, weil man mal mit einem Rock aus afrikanischem Stoff zur Arbeit kommt.
Einerseits finde ich es in Deutschland toll, dass es mittlerweile auch keinen stört, wenn man in Jogginghose einkaufen geht. Und wenn man ehrlich ist, ist man natürlich trotzdem zu wichtigen Treffen und Anlässen passend gekleidet. Lehrer können im großen und ganzen tragen, was sie glücklich macht. Und trotzdem ist es hier irgendwie anders!
Kleider machen Leute, hat natürlich eine ganz besondere Bedeutung in einem solch armen Land wie Uganda. Wer ordentlich und schick gekleidet ist, zeigt nicht wie viel Geld er hat oder eben nicht hat. Es ist wahnsinn, aber es funktioniert. Auf öffentlichen Veranstaltungen schaue ich Leute an und denke im ersten Moment immer, dass die Leute „Geld“ haben müssen. Sie sind so elegant und ordentlich gekleidet. Und dann? Dann realisiert man, dass Kleidung (hier) kein Garant für Geld ist. Modemarken die in der Heimat immer wieder zu Diskussionen führen sind hier sowieso kein Zeichen für Wohlstand, da Europa und Amerika die ausrangierten Klamotten durch Altkleidercontainer nach Afrika schippern. Werden teure Marken hier teilweise für 90Cent das Stück verkauft (natürlich habe ich nicht auf Echtheit geprüft).
Ich bin jetzt schon gespannt auf den Moment, wenn ich wieder in Deutschland durch die Straßen laufen und die Leute nicht mehr so aussehen, als würden sie zu wichtigen Meetings oder zu tollen Abendveranstaltungen gehen.

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