До свидания!

Liebe Leser_innen,

jetzt bin ich seit fast zwei Wochen wieder in Deutschland und bin schon wieder weit genug angekommen, dass ich wieder an meinen Blog denken kann und an diesen letzten Blogeintrag, der schon seit Wochen als Entwurf in meinem Dashboard rumgammelt.
Ich liebe es, mir Dinge in Listen aufzuschreiben und zu ordnen. Das hat sich auch während meiner Zeit in Russland nicht geändert. Deshalb schreibe ich jetzt anstatt eines großen, poetischen Schlussreflexionsromans einfach eine Liste.

Ich werde in Russland vermissen, dass …

… die Geschäfte auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet sind.
… Gemüse, das nicht mehr schön aussieht, noch verkauft und nicht gleich weggeworfen wird.
… alles etwas entspannter ist. Посмотрим. Mal sehen, das wird schon irgendwie.
… öffentliche Verkehrsmittel so wunderbar billig sind.
… Taxifahren auch so billig ist. (Außer man wird als Ausländerin erkannt, dann wird man gerne abgezogen.)
… man regelmäßig in die Banja geht und im Winter ins Eiswasser springt.

In Deutschland freue ich mich darauf, dass …

… man das Leitungswasser trinken kann.
… Spotify wieder funktioniert.
… es Fahrpläne für öffentliche Verkehrsmittel gibt. (Nicht dass die immer eingehalten werden, aber es gibt zumindest welche.)
… man Lebensmittel wie Käse oder Erdnussbutter zu einem bezahlbaren Preis im Supermarkt kaufen kann.
… man trotz des deutschen Bürokratiewahnsinns in öffentlichen Behörden zurechtkommt, weil die Leute zumindest die gleiche Sprache sprechen wie man selbst. Ohne die Sprachbarriere ist plötzlich alles so schön einfach…
… es Fahrradwege gibt und Autofahrer verhältnismäßig rücksichtsvoll fahren.

Ich habe mich insofern verändert, als …

… ich entspannter geworden bin. Wenn ein Plan nicht aufgeht, ist das kein Weltuntergang. Und ich habe gelernt, mir konkret zu überlegen, was ich mache, wenn ein Plan nicht aufgeht.
… ich endlich damit angefangen habe, ziemlich konsequent Tagebuch zu schreiben.
… ich angefangen habe, regelmäßig Sport zu machen.
… ich jetzt Kohl, rote Bete und Kefir mag.
… ich mich (beschränkt) auf Russisch verständigen kann.
… ich es nicht mehr so stressig finde, alleine zu fliegen.
… ich endlich gute Pfannkuchen machen kann.
… ich mich für ein Studium entschieden habe!

 

Ab jetzt werdet ihr über diesen Blog wohl nichts mehr von mir hören.
Ich hoffe, ich konnte euch und zukünftigen Freiwilligen einen guten Eindruck von meinem Freiwilligendienst in Russland vermitteln. Vielleicht konnte ich sogar jemanden dazu motivieren, selbst eine Zeitlang ins Ausland zu gehen. Falls nach den letzten 6 Monaten noch Fragen offen geblieben sind, freue ich mich natürlich über Kommentare und Nachrichten. Mir hat das Schreiben jedenfalls immer Spaß gemacht und ich hoffe, dass euch das Lesen ebenso viel Freude bereitet hat.

Einen Freiwilligendienst im Ausland kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Für mich haben sich diese sechs Monate definitiv gelohnt, auch wenn ich immer wieder Schwierigkeiten meistern musste. Auf die Frage – die mich bestimmt noch viele Leute fragen werden – „Hat es dir gefallen?“ möchte ich hier mit einer Zeile aus einem Lied von LaBrassBanda antworten:

Ned oiwei, aber die mehra Zeit.

One thought on “До свидания!

  1. Liebe Sophia, das war so ein schöner Blog, ich hab ihn gern gelesen! Und wenn ich 30 Jahre jünger wäre, würde ich deine Empfehlung sogleich ernst nehmen und mich für ein Freiwilliges Jahr anmelden. Am besten in Ufa.
    Alles Gute dir! Ich hoffe, ich lese dich noch anderweitig irgendwo.
    Herzlich
    Angelika

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