blumenmehr.

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strohballen, sang und klang und alte trachten in bolnisi. teppichbodenweiche berge vor dem fenster auf der busfahrt durch das land wieder zur stadt. ja und dann, dann unerwartet ein fest und gassen voller menschen. mädchen tragen blumenkränze, ziehen ihre mütter an obstkörben, gewürzständen, honig und weinverkäufern vorbei. weihrauch und einst bunte, doch auch noch nicht verblasste bilder in der metekhi-kirche und der blick bei sonne über die von menschen heute überquellende stadt unter dir. die tage rauschen vorbei, was du mitnimmst? ein paar neue konsonanten, die tief hinten im hals kratzen. apothekenausgaben für eine nicht weichen wollende erkältung, hartnäckig wie die sonne, die sich an die stadt klammert und dem herbst doch platz machen muss. die drückende hitze geht, der wind frischt auch in dieser plattenbautengefüllten kuhle auf und weht all das fort, was keinen platz mehr im alten jahr hat. auch deinen kloputzlappen hat er wahrscheinlich vom balkon gefegt. du kaufst dir die ersten postkarten und hängst drei von ihnen neben deinen spiegel, um dich daran zu erinnern, wo du nun bist und für eine weile bleiben wirst, nein, kein tourist mehr. nie gewesen. die luft ist kalt, die sonne noch warm wenn sie dir ins gesicht scheint, bis sich deine wangen wieder röten, ein letzter hauch von sommer? dein blumenkranz hängt und die blumen, im sterben schön und trocknen. die woche zieht vorbei und wirft dir erste male vor die füße, über die du leider nicht drübersteigen kannst, du nimmst sie mit. und siehst, es geht. und so klettern wir hundert stufen hinauf, durch den garten der betlemi-kirche, gedimmtes licht durch hohe bogenfenster und turibulum schwenkender priester, vorbei am blick über das dächermeer und hinauf zu kartlis deda, mutter georgiens. ruinen einer festung, nariqala, steine und jahrhunderte alter staub. wieder hinab, lobiani auf die hand, lari auf die simkarte, lichter einer nacht, leben einer stadt. was ein idiotischer reim, aber so ist das einfach manchmal. die luft auf dem balkon riecht wieder nach regen.

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