Día de los Muertos – un día feliz?

14991440_10155479160743957_4426830918695845855_o

Ofrenda der Desfile am Día de los Muertos

Der Día de los Muertos oder der Tag der Toten hörte sich für mich zunächst stark nach einer Mischung aus klassicher Halloween-Veranstaltung und Allerheiligen an. Die Verstorbenen, die zu uns ins Diesseits zurück kommen? Für mich dann doch eine etwas befremdliche Vorstellung.

img_20161028_114624

Ofrendas der UNAM

Doch der „Día“ oder sagen wir besser die „Días“, da die Feierlichkeiten nicht an einem Einzelnen, sondern direkt an mehreren Tagen stattfinden, stellten sich als durchaus fröhliche Feierlichkeiten heraus. Klassisch bereiten die meisten Familien zu diesem Anlass in ihren Häusern oder auf den Strassen sogenannte „Ofrendas“ also Gaben meist in Form von Altären für ihre verstorbenen Familienmitglieder und Freunde vor. Zusammen mit Fotos werden den Lieben Blumen, Kerzen und die Lieblingsspeisen oder –getränke zur Verfügung gestellt, damit sie den Weg ins Diesseits leichter finden.

Deshalb standen in meiner WG neben Nussschokolade für meine Oma unter anderem auch Linsen für Carolinas Familie oder eine kleine Schnapsflasche Mezcal für Pacos Opa auf unserem Wohnzimmerschrank, den wir als „Altar“ nutzten.

Dieser kleine, heimische Altar war jedoch nur die Miniaturversion, der riesigen Ofrendas, die unter anderem von der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) jährlich organisiert werden und in diesem Jahr zum ersten Mal nicht auf dem Campus der UNAM, sondern direkt im historischen Stadtzentrum zu finden waren. Zwischen duftenden Tamales (Maisteig in Pflanzenblätter eingehült), Zuckerwattenständen befanden sich viele Touristen und Familien mit Kindern, die sich als „Catrina“ verkleidet, durch die Menschenmengen schlängelten.

Die „La Catrina“ ist eine Skelettfigur, die zum Symbol für den Tag der Toten in Mexiko geworden ist und im Verlauf der Zeit von vielen mexikansichen Künstlern, darunter beispielsweise Diego Rivera in ihren Werken aufgegriffen wurde. Sie ist farbenfroh und mit Blumen beschmückt, was sich auch in den Verkleidungen und Maskierungen auf den Strassen zeigte.

img_20161111_144516

„Las Catrinas“

Da ich als Wahlkölnerin inzwischen selbst karnevalsaffin geworden bin, lies ich es mir selbstverständlich nicht nehmen und verkleidete nicht nur mich, sondern direkt auch noch zwei weitere Freundinnen, mit Schminke, Glitzer und Blumen zu einer „halben Catrina“ (halb Dies-/halb Jenseits). Das Outfit hielt sogar das Feiern im Club aus, wobei ich im Nachhinein immer noch Glitzer auf dem Badboden finde.

Angelehnt an den Film „Spectre“, in dem James Bond in Mexico City an einer Parade im Rahmen des Día de los Muertos teilnimmt (Link zur Filmszene „Spectre“), fand am Samstag zudem die „Desfile“ statt, die exakte Nachbildungen aus dem Film beinhaltete und dem Rosenmontagszug mit teils karnevalistischen Elementen sehr ähnelte. Zusammen mit zwei Freundinnen hatte ich viel Spass und die mexikanische Musik sorgte nicht nur bei uns als Zuschauerinnen, sondern auch bei den Teilnehmern der Desfile für eine fröhliche und ausgelassene Stimmung.

15000797_10155479160918957_8681870012985023896_o1

Desfile in CDMX

Nach einigen Tagen des Feierns und Verkleidens ist es jetzt aber auch wieder ganz schön ein bisschen Ruhe im historischen Stadtzentrum zu haben und der kölsche Spruch: “Drink doch ene met“ erstmal wieder hinten angestellt wird. Apropos: Die Schokolade haben wir am Ende natürlich selbst gegessen und der Mezcal…naja, der steht da noch.