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Die Hälfte der Hälfte

..also ein Viertel meines FSJs ist um. Das Zwischenseminar hinter uns. Die Freude auf die kommende Zeit aber nicht. Hier eine hoffentlich kurze Zusammenfassung der letzten Woche, die ich echt super schön fand:
Bevor das Zwischenseminar am Montag losging, machten wir zu 5 von Samstag auf Sonntag einen Trip nach Algarrobo, also ans Meer. Nach der 1,5 stündigen Busfahrt liefen wir 30 Minuten vom Busterminal (was sich größer anhört als es war) zu unserer Air B&B Wohnung, die für 4 Personen gedacht war. Schnell stellte sich heraus, dass es für 3 von uns eine kuschelige Nacht im 1,40 „Ehebett“ werden würde, während die beiden anderen in einem Raum übernachten müssten, welches nur ein paar Zentimeter größer war, als das Hochbett ohne Leiter, was darin stand. Aber erstmal zum Strand, ans Wasser. Nach 3 Stunden in der Sonne, merkte ich schnell an welchen Stellen ich mich schlampig eingecremt habe, bzw nicht zweimal. Meine Füße, mein Bauch, mein oberer Rücken und kleine einzelne random Stellen waren krebsrot. Aua. Nachdem ich dann obviously genug von der Sonne hatte, kauften wir im größten Laden in der Nähe (es war ein Kiosk) Gemüse, Reis, Merquen, Salz und Curry, weil es nichts derart in der Wohnung gab. Woran wir aber nicht gedacht haben war nach den Kochutensilien zu gucken. Es stellte sich dann schnell heraus, dass es nur eine Pfanne und einen Topf mit der Größe einer Tasse gab. Also blieb uns nichts anderes übrig, als in Schichten zu kochen und mehrmals bei dem Vermieter zu klingeln, um nach einem Feuerzeug zu fragen, weil wir (in dem Fall leider) keinen Raucher unter uns hatten. Das Ergebnis war dafür super lecker.
Am Sonntag war es warm aber bewölkt und wir schlenderten über einen kleinen Markt und ich hab, wie soll es auch anders sein (ich glaube ich bin krank), Geld für Schmuck ausgegeben. Nach einer fettigen Empanada sahen wir uns dann das an, wofür Algarrobo eigentlich bekannt ist an: den größten Pool der Welt. Wie sich herausstellte war er für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und der Schwimmbereich mini (der Rest zum paddeln, für Tretbote u.Ä.). Naja, cool ihn gesehen zu haben. Nach einer 3 stündigen Rückfahrt (kack Stau) kamen wir wieder in Santiago an.

Dann ging es ans Tascheumpacken.
Und Montag morgen wieder los. Über Algarrobo nach Punta de Tralca, ein kleines Dörfchen. Dort dann in einem wunderschönen Seminarhaus mit Blick aufs Meer untergekommen, Mittag gegessen und das Seminar begann. Erstmal ein grober Austausch über die Zufriedenheit allgemein, die Arbeit und das Leben. Abends ein gemütliches Beisammensein mit Vino und Strand. Und Straßenhunden.
Am nächsten Tag weiter reflektieren und nach Isla Negra spazieren, um da Pablo Nerudas, ein chilenischer Schriftsteller und Dichter mit interessanten Sammelticks, Haus zu besichtigen. Abends haben wir dann gemeinsam „colonia dignidad“ geschaut. Diesen Film möchte ich an dieser Stelle wirklich jedem ans Herz legen, da er uns alle schockiert und zum nachdenken angeregt hat. (Ende der Werbung)
Mittwoch fuhren wir nach Santiago und besuchten die Gedenkstätte Londres 38, ein Folterhaus aus der Zeit der chilenischen Diktatur. Vor allem im Zusammenhang mit dem Film ist es unglaublich erschreckend, wie unaufgearbeitet das Kapitel der chilenischen Geschichte ist. Danach ging es an den Stadtrand Santiagos, in eins der ärmsten Viertel, und wurden da zum Mittagessen von der NGO Chigol eingeladen. Das Essen war super lecker und die Menschen haben uns so herzlich und mit so offenen Armen empfangen- ganz anders als das was man immer so hört, wenn es um Viertel am Rand Santiago geht. Nachdem wir zum Standort von Chigol gingen und uns die Organisation ausführlicher vorgestellt wurde, spielten wir mit den Kindern Straßenfußball. Obwohl Ballsportarten bekanntlich nicht so mein Ding sind, war ich überglücklich, weil die Kinder so glücklich waren.
Chigol nutzt eben den Straßenfußball, um Prozesse der persönlichen und sozialen Entwicklung zu fördern und zu begleiten und gemeinsam Probleme zu lösen. Straßenfußball ist nämlich in 3 Phasen unterteilt. In der ersten Phase legt man Spielregeln fest, ob/wo man Hände benutzen darf, wie und wann gewechselt wird bei 3 Mannschaften usw. Phase 2 ist das Spiel und die letzte Phase ist die gemeinsame Evaluation, wie es gelaufen ist und was man verbessern könnte, wie das Team zusammengearbeitet hat ect. (Werbung Ende)
Der entspannte Abend am Lagerfeuer am Strand hat den Tag super abgerundet.
Am Donnerstag war die zukünftige Zeit hier in Chile Thema. Was wollen wir für Projekte machen? Was steht noch so an? Am frühen Abend kletterten wir dann auf den Felsen, ganz vorne an der Spitze der Landzunge im Meer. Es war super windig aber trotzdem super schön!!
Den letzten Abend verbrachten wir dann mit lautem singen, crazy Tanzeinlagen (so verrückt, dass ich eine Beule auf der Stirn hab) und anschließend einem weiteren Lagerfeuer am Strand. Freitag lag eine drückende Aufbruchsstimmung in der Luft, was mich irgendwie so traurig macht, weil unsere Homezone eine so coole Gruppe und ein Mix aus den verschiedensten Persönlichkeiten ist und wir uns in dieser Konstellation vermutlich nie wieder treffen. Wenn ihr das lest, hab euch lieb.

Jetzt liege ich in meinem Bett in der Sonne und bin so froh hier zu sein. Wunschlos glücklich. Und es ist ja auch erst die Hälfte der Hälfte um. Hihi.

Ciao Kakao.

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