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Horizonte

Gestern war Samstag, mein erster freier Tag – und der wurde ausgenutzt!

Das Wetter hat mitgespielt und die Sonne (teils) gescheint und so sind Anastasia und ich um eins losgezogen, um uns mit unserer Mitbewohnerin Lina und ihren Freunden aus der Uni an der Rustaveli Metro Station zu treffen. Davor haben wir uns noch schnell Mittagessen gegönnt – das wieder hauptsächlich aus Brot und Käse bestand – und sind schließlich um zwei zu zehnt losgewandert. WIr wussten nur, dass wir auf einen der „Berge“ der Stadt gehen würden und zu einem gewissen Turtle Lake. Im Prinzip sind wir einfach den anderen gefolgt – und wurden begeistert!

Zuerst ging’s zu Fuß aufwärts, dann mit einer Seilbahn (ziemlich steil) nach oben zum Mtatsminda Park. Das ist ein Vergnügungspark auf dem buchstäblich „heiligen Berg“ und als wir aus der Bahn ausgestiegen sind, haben wir erst einmal die Stadt von oben bewundert. Und festgestellt, dass sie unermesslich groß ist. In alle Richtungen dehnen sich die Häuser, Straßen und Hochhäuser aus, schlängeln sich am Fluss entlang zwischen den Hügeln und Bergen soweit das Auge reicht. Verändert man seine Aussichtsposition, dann sieht man, dass es auch hinter dem nächsten Hügel noch weitergeht. Bis zu den schneebedeckten Bergen im Norden haben wir gesehen. Und realisiert, wie beschränkt unser Horizont ist. Was uns von unten weit weg erscheint, scheint von oben gesehen in unserer direkten Nachbarschaft zu sein. Wo unser Horizont endet, fängt der nächste erst an. Und auch hinter diesem entfernten Horizont liegen noch hunderte weitere. Und alle Menschen aus diesen vielen verschiedenen Horizonten leben nicht nur unter demselben Himmel, sondern in derselben Stadt. Tbilisi ist quasi ein Mosaik aus Horizonten.

Nachdem wir den Park zu zweit ausgiebig erkundet und aus allen möglichen Richtungen auf Tbilisi hinuntergeblickt hatten, ging es mit der Gruppe los – auf zum Turtle Lake. Gleich am Anfang einmal über den Zaun geklettert (keine Sorge, war der offizielle Weg), haben wir bestimmt zehn verängstigte junge Welpen auf einer Mülldeponie angetroffen. Herzzerreißend! Der Weg war lang, aber zu sagen, es habe sich gelohnt wäre eine Untertreibung! Die spürbar bessere Luft, die Sonne, mal wieder in der Natur zu sein und grün zu sehen und natürlich die unbeschreibliche Aussicht. Und wir haben es tatsächlich geschafft, beim perfekten Sonnenuntergangslicht am Aussichtspunkt über dem See zu sein! Bilder sagen hier definitiv mehr als tausend Worte…

Am Ende sind wir mit einer Seilbahn nach unten gefahren. Und ich hab mich ein bisschen wie Spiderman gefühlt, als wir so zwischen den Hochhäusern dahingeflogen sind…ziemlich beeindruckendes und machtvolles Gefühl muss ich euch sagen!

Zuhause angekommen sind wir nach dem Essen zufrieden und müde ins Bett gefallen – was wir uns auch mehr als verdient haben heute. Schnell und schwerelos glitt ich ins Land der Träume, noch schneller als die Seilbahn uns kurz zuvor in die Realität zurückgeleitete. Und so ging ein Tag voller Superlative zu Ende…

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