G’schichtn aus Duschanbe

Einen wunderschönen guten Nachmittag (Khujand – 16:42 Uhr – 011.10.16)

Ich hab’s geschafft! Ich hab mich erkältet – bei 25 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein! Yeah! Wenigstens finde ich jetzt ein wenig Zeit mich mal wieder diesem kahl aussehenden Blog zu widmen.

Abgesehen von Schnupfen und Halsschmerzen ist ein wenig Alltagsnormalität hier bei mir in Khujand eingekehrt. Die Vorbereitungen für die bevorstehenden Prüfungen und Präsentationen der Schülerinnen und Schüler laufen auf Hochtouren, nach Absprache mit meiner Russischlehrerin wurden meine Russischunterrichtsstunden aufgrund von mangelndem Talent auf 3-mal pro Woche erhöht und Schritt für Schritt erkunde ich, mir unbekannte Ecken meiner neuen Heimatstadt.

Da kam es sehr gelegen, dass ich letzte Woche zur Feier der Wiedervereinigung Deutschlands in die deutsche Botschaft in die Hauptstadt Duschanbe eingeladen war.

Die Reise nach Duschanbe ist an sich schon ein Abenteuer. Der Weg führt über einen Steilpass mit atemberaubender Natur. Der glasklare Fluss „Sarafshan“ schlängelt sich durch steile Berghänge und Ödlandschaften. Trotz nicht optimaler Straßenbedingungen und eingeschränkter Sicht heizen die Fahrer mit einem Tempo, als ob es um den Formel 1 Sieg gehen würde. Als Beifahrer unseres Silberpfeils (eigentlich ein Lexus-Geländewagen) hatte ich freie Sicht auf die vor uns fahrenden Autos und war bei jedem noch so riskanten Überholmanöver wie „Sport1“ so schön sagt: „Mittendrin statt nur dabei“. Selbst in den größtenteils nicht-beleuchteten Tunneln, den sogenannten „Todestunneln“ (kein Witz!) ließ der selbsternannte Lewis Hamilton (der Fahrer) jedes Auto und jeden LKW weit hinter sich.

Die Zeit in Duschanbe war großartig! Einerseits war es schön, mal wieder etwas Zeit mit den anderen Kulturweitfreiwilligen aus Duschanbe zu verbringen. Bei dem ein oder anderen Bier am Abend philosophierten wir mal hier über unsere Rolle als Entsandte und Entsandter, mal da, über eine neue Weltordnung und wieder ein anderes Mal, was am besten gegen Magenbeschwerden hilft. Andererseits hat Duschanbe als Hauptstadt Tadschikistans natürlich einiges zu bieten. Es wirkte auf mich alles noch größer, noch prunkvoller, noch internationaler. Als Vollbluttourist habe ich natürlich tausende unnötige Bilder gemacht, die ich euch am Ende dieses Beitrages nicht vorenthalten möchte.

Der Höhepunkt des Duschanbe-Trips war definitiv die Feier zur Wiedervereinigung Deutschlands in der deutschen Botschaft. Das war schon beeindruckend. Erst wurde die deutsche, dann die tadschikische Nationalhymne gesungen, dann gab es Ansprachen des deutschen Botschafters und eines tadschikischen Vertreters und anschließend ein Buffet mit deutschem Bier und Rostbratwürsten. Ich hatte eine spannende Unterhaltung mit einem Vertreter der Amerikanischen und der Indischen Botschaft. Gegen Ende nahm sich sogar der deutsche Botschafter noch ein wenig Zeit, mit uns Kulturweitfreiwilligen zu plaudern. Ein sehr sympathischer Herr Botschafter!

Zurück in Khujand wieder die Ausgangssituation. Normalität, knapp 6000 km von Zuhause entfernt. Der Blog eines anderen Kulturweitfreiwilligen trägt den Namen „Zwischen Alltag und Abenteuer“ – eine sehr passende Beschreibung, auch für meine Situation. Wenn ich jedoch gerade nach rechts und links von mir schaue, würde auch der Titel „Zwischen Taschentüchern und Hustenbonbons“ gut passen.

Jetzt folgen noch die versprochenen Bilder!

Liebe Grüße!

 

 

Ein Konzert von Musikern aus der Pamir Region im Ismaili Centre in Duschanbe

Ein Konzert von Musikern aus der Pamir Region im Ismaili Centre in Duschanbe

Sympathische Menschen

Sympathische Menschen

Eine kleine Bibliothek in der Stadtmitte

Eine kleine Bibliothek in der Stadtmitte

Ismoil Somoni - der Gründer des tadschikischen Volkes und Vater der Nation

Ismoil Somoni – der Gründer des tadschikischen Volkes und Vater der Nation

Currywurstbude Tajik-Style

Currywurstbude Tajik-Style

Meist Ort der Freude (bei Festen), manchmal Ort der Trauer (Anlaufstation, wenn man seinen Pass verloren hat)

Meist Ort der Freude (bei Festen), manchmal Ort der Trauer (Anlaufstation, wenn man seinen Pass verloren hat)

Fotoaufnahme des Steilpasses während Lewis zum Überholen ansetzt

Fotoaufnahme des Steilpasses, während Lewis zum Überholen ansetzt

Zurück am Göthe-Gymnasium mit der Militärklasse 10a

Zurück am Göthe-Gymnasium mit der Militärklasse 10a

4 thoughts on “G’schichtn aus Duschanbe

  1. Hallo Tim,
    Marlene und ich haben jetzt auch den 2. und 3. Blog sehr aufmerksam gelesen.
    Wir haben festgestellt, daß es immer noch besser und interessanter wird.
    Es würde uns freuen, wenn so weiter geht.
    Liebe Grüße und gute Gesundheit wünschen Marlene und Josef.

  2. Na dann, Tim: Gute Besserung!!!
    Viele Grüße von den Hösis (und weiter so, Du hast Vincent schon eingeholt mit 3 Blogbeiträgen!!!)

  3. Hallo Tim! Sehr interessant geschrieben, klingt nach einer schönen Zeit! Die waghalsigen Überholmanöver kenne ich aus meinem Gastland nur zu gut!
    Gute Besserung und liebe Grüße aus Meru (Kenia)! Lara 🙂

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