Montenegro, here I come!

„Etwas zu wagen bedeutet, vorübergehend den festen Halt zu verlieren. Nichts zu wagen bedeutet, sich selbst zu verlieren.“ – Kierkegaard

Aufbruch, Abschied und Neuanfang: Es ist soweit, morgen um 7:25h werde ich meine Heimatstadt für 12 Monate mit kulturweit verlassen. Es geht nach Montenegro, ein Land über das ich bis vor Monaten noch gar nichts wusste. Ein Land, das ich jetzt schon in Bezug auf Geschichte, Geografie und Kultur sehr interessant finde.

Die letzten Wochen in Berlin waren anstrengend. Auch das 10-tägige Vorbereitungsseminar von „kulturweit“ am Werbellinsee mit dem Schwerpunktthema „Rassismus“ hat viel in mir ausgelöst, aufgezeigt, aufgewühlt. Trotz der Tiefe der Thematik, hatten wir Freiwillige auch sehr viel Spaß und haben viel gelacht. Man hat sich im Laufe der Zeit richtig aneinander gewöhnt. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass die 10 Tage so schnell vorübergehen – doch auch am Werbellinsee verging die Zeit wie im Flug. Die meisten der Freiwilligen sind nun bereits in ihren Einsatzländern, verstreut in der ganzen Welt. Meine Zimmergenossen sind bestimmt bereits in Russland, Mexiko, Chile und Griechenland angekommen. Wirklich unglaublich, dass 252 Freiwillige nun unterschiedliche Erfahrungen machen, sich Herausforderungen stellen und ganz verschiedene Momente und Phasen auf eine andere Art und Weise durchleben werden. Während in einigen Städten mehrere kulturweit Freiwillige eingesetzt sind, werde ich die einzige kulturweit Freiwillige in Montenegro sein.

Mittlerweile schwingt neben der Aufregung (die mit jeder Stunde größer und größer wird) auch ein großer Teil Vorfreude mit. Dieser Sommer war einfach toll: Viele lange Sommernächte, Reisen, Festivals und die Freude über das bestandene Abitur. Das wunderbare Gefühl nach 12 Jahren Schulzeit endlich wieder vollkommen frei in meinen Entscheidungen zu sein. Zwischenzeitlich dachte ich schon, es könne ja auch eigentlich alles so bleiben wie es ist. Berlin ist ja auch ganz schön und alles so bekannt, nichts was mich so richtig verunsichern könnte, mich aus meiner Comfort-Zone herausbringen könnte. Doch soll man nicht immer gehen, wenn es am Schönsten ist? In meinem Hinterkopf jedenfalls wusste ich immer genau, was ich wollte: Neue Perspektiven, Herausforderungen, Aufgaben, Kontakte und Eindrücke. Eben genau wieder einmal aus dieser Comfort-Zone heraus, noch flexibler werden. Wenn ich an Ulcinj denke, hatte ich schon oft Gänsehaut (vor Vorfreude!). Morgen werde ich dann also in meinem ersten eigenen Apartment in Montenegro sitzen und von meinem Balkon auf die Adria schauen, sehen worauf ich mich gefreut habe. ich mich für kulturweit beworben habe, sagte ich immer, dass ich das Jahr nach meinem Abitur so gerne am Meer verbringen würde. Welche Freude also, dass mir Kulturweit ohne es zu erahnen zu können, diesen Wunsch möglich machte.

Der Koffer ist jetzt fast gepackt. Andere Vorbereitungen, u.a. die Sprache zu lernen, waren dagegen wenig erfolgreich. Ein großer Sprung ins kalte Wasser und auch ein ganz schön mulmiges Gefühl. Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich immer noch nicht richtig bereit zu gehen. Die Verabschiedungen von Familie und Freunde waren ziemlich surreal. Viele Tränen sind schon geflossen und ich weiß jetzt schon, dass auch der Abschied am Flughafen morgen schwer werden wird. Ich fühle sehr bewusst, dass sich gerade viel im meinem Leben verändert. Es ist ein Abschied, nicht nur von Freunden und Familie, sondern auch von einem Lebensabschnitt. Das tut auch weh. Doch jetzt wird es Zeit zu gehen, hinein in einen neuen Abschnitt meines Lebens. Ja, es wird Zeit!

Leni

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