a day in the life of a volunteer.

7:30 Bună dimineața Bucuresti. Mein Wecker klingelt. Ist es ein guter Start in den Tag, dann werde ich auch tatsächlich davon wach, und schäle mich aus den Federn. Soll auch schon mal vorgekommen sein, dass ich das Weck-Lied (Rather Be, Jess Glynne) so fest in meinen Traum eingebaut habe, dass ich erst kurz vor knapp aufgeschreckt bin.

7:38 Ziemlich routiniert läuft mein erstes Morgenritual ab: das Kaffeekochen. Eines meiner Lieblingsteile ist die süße die Bialetti Moka Express, die in Minuten guten Espresso zaubert. Wasserhahn auf, Kännchen auffüllen. Dose öffnen, ein paar Teelöffel gemahlenes Gutes auf das Sieb. Oberteil draufschrauben. Auf die Herdplatte stellen. Gasherd an, warten bis es duftet und föhlich blubbert.

Während der Kaffee kocht, mix ich mein Frühstücksmüsli zusammen: Haferflocken und Leinsamen zusammen mit einem Esslöffel Ahornsirup, einem Esslöffel geschmacksneutralem Öl und etwas Wasser in einer kleinen Schüssel mischen. Ab damit in die Mikrowelle – bei 600 Watt für etwa einenhalb Minuten backen. Zusammen mit einem kleinen Esslöffel Erdnussbutter, Birne und Milch ergibt das einen perfekten Energielieferanten für den Tag an der Schule.

8:30 Ausgestattet mit einem Goethe Institut Baumwollbeutel (manchmal auch zwei, man schleppt ja ziemlich viel Zeug durch die Gegend, wenn man mit Kindern arbeitet) mach ich mich auf den Weg zur Einsatzstelle. Die letzten Wochen habe ich viel mit einer vierten Klasse gearbeitet. Und obwohl ich nie den Wunsch hatte, Lehramt zu studieren, macht es mir wahnsinnig viel Spaß, und die Kinder geben einem viel zurück. Ich laufe etwa zehn Minuten durch die Stadt, aber zu meinem Schulweg hab ich schon mal einen Post geschrieben.

8:50 So schnapp ich mir meine Sachen, die vorbereiteten Blätter für die Kinder, und los gehts mit einem neuen Schultag. Ironischer Weise wird dieser Blogpost am letzten Schultag hochgeladen – je länger ich hier dran schreibe, desto mehr merke ich, wie mir die Arbeit am Goethe Kolleg fehlen wird.

14:00 Der größte Teil des Schultags ist vorbei. Jetzt treffe ich mich noch mit einer meiner AGs, Montags ist die Lese AG an der Reihe. Dienstags eine Schreibwerkstatt. Wenn das Wetter so toll ist, wie die letzten Wochen, gehen wir nach draußen, lesen gemeinsam aus Büchern, die die SchülerInnen mitgebracht haben, danach aus einem, das ich dabei habe: Rico, Oskar und das Herzgebreche.

16:00 Einer der Gründe, warum ich vom kulturweit Programm überzeugt bin, ist dass alle Freiwilligen einen Sprachkurs im Gastland machen. Ich habe sehr viel Spaß dabei, die rumänische Sprache zu lernen. Ich habe schon in München damit angefangen, tu mir trotzdem ein bisschen schwer zu sprechen. Am Arbeitsplatz spreche ich nur Deutsch, da komm ich nur selten mit Rumänisch in Berührung. Warum ich das hier jetzt erwähne? Weil es in der Nähe der Schule ein tolles Cafe gibt, eine Art Garten (Gradina Eden), das sich perfekt eignet, die Unterlagen aus dem Sprachkurs noch mal anzuschauen. Zugegeben bin ich nicht immer so ambitioniert, alles nachzubereiten. Aber in letzter Zeit hab ich durch das tolle Wetter hier so unglaublich viel Energie, und die nutz ich gern aus.

17:15 Ab nach Hause. Ich habe den großen Luxus, nicht bis spät am Nachmittag arbeiten zu müssen. Die Zeit in der Schule nutze ich in der Regel sinnvoll, während des Unterrichts bin ich sehr gefordert. Zu ewigen Leerlauf-Zeiten kommt es nicht, und das finde ich optimal. So mach ich mich dann auf den Weg in die Wohnung, um mich einer meiner Lieblingsbeschäftigung zu widmen: dem Kochen. An heißen Tagen bleibt es aber bei Salat, da habe ich keine große Lust, mich lange in den heißen Dampf zu stellen. Was ist eigentlich typisch rumänisches Essen? Gute Frage, denn auch hier, man glaubt es kaum, ist die Globalisierung angekommen. Die Supermärkte gehören großen Lebensmittelkonzernen, die Regale sind voller internationaler Produkte. Lediglich der Preis verrät, ob ein Produkt in Rumänien angebaut wurde. In Restaurants sind die Speisekarten oft ähnlich, was angeboten wird, schmeckt aber dann meistens auch sehr gut. Es gibt hier oft Burger mit Pommes, Salate oder Pasta.

20:00 Stammtisch-Time! Vom Goethe Institut organisiert gibt es hier in Bukarest einen Stammtisch für TeilnehmerInnen der Sprachkurse. Aber es kommen meistens einfach junge Menschen, die an der deutschen Sprache interessiert sind, und vielleicht ein mal eine Zeit lang in Deutschland arbeiten möchten. Bei einem Bier lässt es sich wirklich gut unterhalten, und man lernt echt interessante Leute kennen. Von der in Bukarest Medizin studierenden Moldauerin bis zum Piloten in Ausbildung alles mit dabei. So schnapp ich mir mein Ciuc und stoße mit den Leuten an – übrigens: in Rumänien wird nie mit unalkoholischen Getränken angestoßen! That’s not the real shit.

Ciuc meets Edelweiß – deutsch-rumänische Be(er)ziehungen pflegen…

Feierabend. Ab ins Bett, morgen geht es weiter. Wenn auch mein Einsatz an der Schule, dem Goethe Kolleg, schon vorbei ist, so bleiben mir trotzdem noch gut zwei Monate in Bukarest, auf die ich mich riesig freue. Gefühlt steh ich noch ganz am Anfang meines Freiwilligendienstet – doch in Realität ist die Halbzeit schon lang vorbei.

Theresa

Blümchen zum Abschied von den SchülerInnen der 4C

Ein Gedanke zu „a day in the life of a volunteer.

  1. ich finde, du kannst super gut und interessant schreiben!! ich lese deine blogs total gern und bin erstaunt, wie sympatisch du mir die stadt bukarest machst 🙂

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