Taubendreck in Bukarest

Heute ist Tag fünf. Eigentlich bin ich also ziemlich spät dran mit meinem ersten Beitrag live aus Bukarest. Aber wie das nun mal so ist, sind die ersten Tage, vielleicht sogar Wochen, im neuen Land so intensiv, dass man gar nicht gleich davon berichten kann. Vielleicht sollte man das auch gar nicht, denn es verleitet oftmals dazu, die „single story“, die man in Deutschland über das Gastland gehört hat, zu reproduzieren. (Der Begriff stammt nicht von mir, sondern von Chimamanda Adichie, deren Vortrag mich sehr inspiriert hat: https://www.youtube.com/watch?v=D9Ihs241zeg)

Logischerweise ist nicht alles Blumenwiese hier. Es ist aber auch nicht alles Bettlerbanden und Kriminalität. Bukarest ist vielleicht nicht „schön“, oder sauber, aber ich fühle micht nicht fremd. Ich war zuvor noch nie in Bukarest oder Rumänien, denn für wie so viele stand das bei mir nicht an oberster Stelle auf der Reiseliste. Jetzt lebe ich aber hier, und muss wohl oder übel mich auf neue Dinge einlassen. Bei manchen Dingen fällt mir das auch gar nicht schwer, so hab ich mich sehr in die Metro verliebt. Auf die bin ich zwar nicht angewiesen, aber wenn ich an der Station Universitate einsteige, freu ich mich immer. Und bei den durchaus moderaten Preisen (Einzelfahrt ab circa 50 cent) kann man sich den Luxus auch mal leisten. Etwas schwerer tu ich mir damit, die Tauben lieben zu lernen, wie auch schon mein leicht despektierlicher Titel verrät. Ich habe eine große Abneigung den kackenden Viechern gegenüber, und davon gibt es hier durchaus einige. Auch direkt vor meinem Fenster im Innenhof. Mach ich mein Fenster auf, so gurrt mich instantly ein graues Wesen an, und kackt im nächsten Moment meinen Fenstervorsprung voll. Na vielen Dank auch. Und als könnt es theatralischer nicht mehr werden, dreht besagtes Viech völlig ignorant den Kopf, und flattert weg. Gurr Gurr.

Jetzt mach ich mich noch schnell an die Gestaltung eines Flyers für meine zukünftige Lese AG an der Schule, damit ich am Ende nicht mit zwei Schüler_innen da stehe, und sich ganz ganz viele anmelden. Doch davon erzähl ich ein ander Mal.

Bis dahin alles Liebe und allen kulturweit-Freiwilligen eine gute erste Zeit in ihrem Einsatzland,

Theresa

 

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