post

Ich will hier noch nicht weg!

„Wow, sechs Monate wirst du in Chile leben, das ist ja wirklich ganz schön lange!“. Das war einer meiner ersten Gedanken, die mir nach der Zusage von kulturweit in den Kopf kamen. Diesen Satz kann ich heute aber überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Die letzten Monate gingen extrem schnell um. Ein paar Gedanken zu meiner Entscheidung für eine Verlängerung meines Freiwilligendienstes in Santiago de Chile.

Am Anfang meines Freiwilligendienstes gab es das kurze Einführungsseminar in Buenos Aires und wenige Wochen später konnte ich mit den Studenten des Lehrerbildungsinstituts, meiner Einsatzstelle, schon eine Theater-Chor-Reise in den Süden Chiles erleben. Als wäre das nicht schon genug, war ich Ende Oktober mit einer Freundin in der Atacama -Wüste im Norden Chiles und sogar schon in Bolivien, genauer gesagt ein paar Tage im Salar de Uyuni, der größten Salzwüste der Welt. Am Ende des folgenden Monats fand das traumhafte Zwischenseminar direkt am Strand bei konstanten 30 Grad und mit vielen tollen Menschen und Momenten statt. Meine Reise mit drei weiteren kulturweit- Freiwilligen nach Patagonien steht auch schon für Februar fest. Aber im selben Monat schon zurück nach Deutschland? Unmöglich!

Ich glaube, dass ich im Anfang Dezember erst richtig in Santiago angekommen bin. Das klingt zwar leicht spät, aber wenn dieses „Zu-Hause-Gefühl“ einmal im Ausland richtig eingetreten ist, dann ist es einfach wunderbar! Das „Hola, cómo estás?“ am Anfang eines jeden Gespräches hat sich schon so in meinen Kopf eingeprägt, sodass mir eine andere Begrüßung wahrscheinlich komisch vorkommen würde. Generell wird mein Spanisch immer flüssiger und bei der Arbeit lerne ich jeden Tag Neues, da ich mit einem tollen Team zusammen arbeiten darf. Dazu kommt noch die herzliche Lebensweise der Chilenen, durch die ich mich automatisch wohlgefühlt habe. Interessant ist auch, wie viel ich hier für mich lernen konnte. Und das ist wirklich kein Lehrstoff, den die Schule oder Universität vermitteln kann. Nein, im Ausland lernt man von den Erlebnissen und diese sind eben anders als die in Deutschland!

Allein der Fakt, dass ich so eine lange Blogpause hatte, zeigt ziemlich gut, wie viel ich in den letzten letzten Monaten schon wieder gemacht habe. Zuallererst konnte ich endlich einen guten Volleyballverein im Santiago-Centro finden, wo ich das nächste halbe Jahr spielen kann. Ende Dezember habe ich außerdem noch eine tolle WG mit Chilenen weiter im Zentrum Santiagos gefunden. Ich freue mich schon jetzt auf das halbe Jahr, das ich mit ihnen zusammen leben werde, da unser letztes Treffen echt lustig war. Außerdem gab es kleine Ausflüge in die Berge um Santiago und natürlich musste ich die große Hauptstadt mit Freunden noch viel erkunden- egal ob tagsüber oder abends zum Weggehen (und es gibt noch so viel, das wartet, erkundet zu werden). Darüber hinaus habe ich in Chile einfach das lustigste und untraditionellste Weihnachtsfest meines Lebens gefeiert, was mir noch lange als schöne Erinnerung bleiben wird. Noch unvergesslicher war mein Silvester, was ich in Valparaíso verbracht habe, einem wunderschönen Ort am Meer. Ich habe diesen zwar schon vor dem Zwischenseminar mit ein paar anderen kulturweit-Freiwilligen bereist, aber mir wurde empfohlen, dort unbedingt Silvester zu feiern. Dieser Tipp war goldwert! Bei angenehm-sommerlichen Temperaturen konnten wir zuerst das Feuerwerk von einem der vielen Berge mit Blick auf den Hafen genießen, neue Leute kennenlernen und die ganze Nacht in einem kleinen Club zu lateinamerikanischer Musik bis 8 Uhr morgens durchtanzen. Das werde ich wirklich nie vergessen.

Warum mit solch tollen Momenten schon jetzt aufhören? Warum genau jetzt Südamerika verlassen, wo es doch alles gerade so gut passt? Generell bin ich der Überzeugung, dass ich mein Jahr nach dem Abitur gar nicht besser verbringen könnte. Ich lerne eine neue Kultur ganz intensiv kennen und weiß schon jetzt, dass ich auf jeden Fall noch einmal hierher zurückkehren möchte. Drumherum wurde man durch das super organisierte Programm von kulturweit schon von Anfang an begleitet und konnte während des Vorbereitungsseminars neue Freunde kennenlernen, die jetzt gerade in Ungarn, der Mongolei oder Ägypten ihr FSJ machen. Die meisten von ihnen werde ich glücklicherweise auch im Nachbereitungsseminar wiedersehen! Darauf freue ich mich schon jetzt.

Insgesamt bin ich extrem dankbar dafür, was ich in Santiago schon erleben durfte und ich freue mich auf mein nächstes halbes Jahr mit kulturweit in diesem vielfältigen Einsatzland! Und wenn die nächsten Monate genauso schnell umgehen wie die letzten, dann dauert es nun wirklich nicht mehr lange, bis ich meine Familie und Freunde in Deutschland wieder in die Arme schließen kann.

 

Nos veremos en agosto, Theresa 🙂

One thought on “Ich will hier noch nicht weg!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.