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¡Feliz Dieciocho!

Chile feiert seine Unabhängigkeit eine ganze Woche lang und ich bin mittendrin. Meine ersten zwei Wochen in Argentinien und Chile.

Zwischenstopp: Buenos Aires

Von den insgesamt 250 kulturweit Freiwilligen, die am Vorbereitungsseminar am Werbellinsee bei Berlin teilgenommen haben,  ging es für mich und circa 15 andere Freiwillige erst einmal nach Buenos Aires!  Verabschiedet wurde ich von meinen Engsten am Flughafen und im Flugzeug konnte ich noch einen traumhaften Sonnenuntergang zum Abschied beobachten- mein letzter Blick auf Berlin für ein halbes Jahr. Wirklich glauben konnte ich das in diesem Moment überhaupt nicht.

Die Zeit in Buenos Aires ging aber sehr schnell durch die ganzen Seminare um. Aber auch Sehenswürdigkeiten wie die Brücke „Puente de la Mujer“ oder  „Casa Rosada“ ließen wir uns nicht entgehen. Wir haben eine coole Zeit in dieser sehr impulsiven und lauten Stadt gehabt, bevor wir zu unseren Einsatzstellen fahren oder fliegen konnten.

"Puente de la Mujer"

Die Brücke: „Puente de la Mujer“ in Buenos Aires


Der Flug über die Anden

Der Flug über die Anden

Gated communtities in Santiago?

Nach einem beeindruckenden Flug über die schneebedeckten Gipfel der Anden, ging es für mich endlich weiter nach Santiago! Mein Zimmer und mein Bad in der Wohnung in Vitacura (Stadtteil im Norden Santiagos) sind sehr schön. Verwundert war ich aber schon, als mir gesagt wurde, dass ein nur der Concierge die Tür zum Wohnblock aufmachen kann. Glücklicherweise gibt es 24 Stunden lang jemanden, der da ist (Ich will aber nicht wissen, wie wenig Gehalt die Leute dafür hier bekommen). Aber das ist nicht die einzige Art, wie Vitacura seinen Bewohnern einen sicheres Gefühl geben will: Kameras sind überall. Hohe  Zäune, Wachmänner und Garagen für die wenigen, die sich in Santiago  ein teures Auto leisten können, sind fast überall in Vitacura zu finden. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig für jemanden wie mich, der einfach in den Garten oder die Garage des Nachbarn in Deutschland laufen kann. Aber unsicher fühle ich mich hier definitiv nicht.

Mein Ausblick jeden Abend vom Balkon

Mein Ausblick jeden Abend vom Balkon


Ein typisches Schild in Vitacura zur Abschreckug

Ein typisches Schild in Vitacura zur Abschreckung

Fünf Minuten weiter weg gibt es eine große, sehr amerikanisch angehauchte Mall mit allen Shops, die man braucht. Und nur zehn Minuten zu Fuß ist mein Deutsches Lehrerbildungsinstitut entfernt. Also kommen wir mal zu meinem ersten Tag an meiner zukünftigen Einsatzstelle!

Instituto Profesional Alemán „Wilhelm von Humboldt“

Nur circa 50 Studenten werden am Lehrerbildungsinstitut (LBI) ausgebildet, das nur auf Pädagogik spezialisiert ist. Dadurch ist es sehr überschaubar, was mir sofort sympathisch war! Meine Ansprechperson, Katharina, führte mich einmal komplett rum. Von allen Kollegen wurde ich sofort mit einem Küsschen auf die Wange begrüßt- die chilenische  Version von einem Händeschütteln. Danach gab es ein Quiz über Chile, organisiert von den Studenten. Auch die große Deutsche Schule nebenan hat ein riesiges Fest gemacht- es wurde  der chilenische Nationaltanz Cueca von Sportlehrern in traditionellen Gewändern getanzt, die Geschichte Chiles erzählt und die kleinen Kinder haben in den Chören unglaublich laut gesungen.  Das LBI war natürlich auch geschmückt anlässlich der Dieciocho- Ferienwoche, die nun anstand. Chile feiert seine Unabhängigkeit-und das nicht nur am LBI!  Überall, wo man hinschaut hängen chilenische Flaggen- im Bus, an Balkons aber auch an wichtigen Gebäuden und selbst ein kleiner Pudel, der mir entgegen gelaufen ist, war mit einem Halsband geschmückt, das aus den drei chilenischen Farben bestand.

Flaggen in jedem Garten

Flaggen in jedem Garten

Ausgerechnet zu den großen Fiestas Patrias am Wochenende wurde ich krank. Trotzdem erkundete ich meinen Stadtteil Vitacura mit all seinen kleinen Geheimnissen… Am Montag wurde ich von einer echt netten Kollegin und ihrer Familie zum typisch chilenischen Grillen eingeladen (In Chile herrscht während der Feierwoche eine regelrechte Fleischknappheit!). Außerdem gingen wir auf den großen Berg Cerro San Christóbal, von welchem man ganz Santiago erblicken konnte. Hier mal ein paar Bilder von der atemberaubenden Aussicht:

Ausblick auf den höchsten Turm Südamerikas

Ausblick auf den höchsten Turm Südamerikas


Cerro San Christóbal

Ausblick vom Cerro San Christóbal


Cerro San Christóbal

Ausblick vom Cerro San Christóbal

Chilenismo

Von Dienstag bis Freitag habe ich dann meinen Sprachkurs gemacht, da das LBI nun wegen der Feierwoche komplett geschlossen hat und jede/r kulturweit- Freiwillige/r  eh dazu verpflichtet ist, einen Sprachkurs in seinem Gastland zu machen. Meiner war in Providencia, ein von mir aus ziemlich naheliegender Stadtteil-erreichbar nur mit Bus. Da ich die Woche ganz viel „chilenische“ Buserfahrung gemacht habe, muss ich  an dieser Stelle jetzt die Öffentlichen in Berlin ganz hoch loben! Liebe BVG, danke, dass ihr Abfahrts-und Ankunftszeiten der Busse angebt und eure Busse eine Federung haben und relativ modern sind. Danke vor allem an die Busfahrer, dass ihr erst losfahrt, wenn die Türen geschlossen sind. Danke, dass ihr nicht mitten im Berufsverkehr ganz entspannt und ausgiebig mit jemandem telefoniert und in das Vorderauto fast reinkracht. Danke, dass ihr an Stationen anhaltet- ohne das man euch heranwinken muss. Danke, dass ihr nicht alle 5 Minuten ein anderes Auto anhupt.  Und tausend Dank, dass ihr nicht extrem waghalsige Aktionen durchzieht (ich habe aufgehört zu zählen, wie knapp die Bus- und Autofahrer einen Unfall in letzter Sekunde abwenden) . Also,  an alle Menschen, die auf die unfreundlichen Berliner Busfahrer schimpfen: Seid froh, wie entspannt und zuverlässig ihr in Deutschland ankommt! Das ist wirklich ein Luxus.

Aber zurück zum Sprachkurs: Hier habe ich endlich gelernt, das chilenische Spanisch mit seinen wirklich gravierenden Unterschieden zum europäischen Spanisch, richtig zu verstehen. Ich bekam ein ganz gutes Gehör für den starken südamerikanischen Dialekt. Kein Wunder, ich musste ja auch von 9:30 Uhr bis 17 Uhr in der Schule bleiben (mit langen Pausen), um die 30 Stunden zu erfüllen. Da der Kurs am Montag ausfiel, musste an jedem Tag eine Einheit nachgeholt werden. Unterbeschäftigt war ich nicht.

El Centro

Aber neben der Arbeit, darf natürlich der Spaß auch nicht zu kurz kommen. Samstag bin ich mit Vicky, einer Freundin vom Sprachkurs, von Providencia bis ins Zentrum Santiagos gelaufen. Wir waren auf einem etwas größerer Hügel mitten in der Stadt. Santiago ist wie ihr merkt, nicht nur außenherum von den Anden umgeben, sondern auch im Inneren sehr bergig.

Auf dem Hügel

Auf dem Hügel

Danach ging es weiter ins Zentrum: Wir sahen sehr sehr viele Sehenswürdigkeiten, die wir später unbedingt besichtigen müssen, z.B. den „Palacio de la Moneda“. An diesem Tag ging es aber nur darum, das Zentrum kennenzulernen und nicht total  gestresst in jedes Museum o.Ä. rein zu rennen. Wir sind aber in die Kirchen gegangen und passend zu diesem Blog stand eine Figur mit dem Namen „Heilige Teresita von den Anden“ (Theresa/Theresita schreiben sie hier alle ohne „h“).

In einer Kirche in Santiago: die Statue mit dem Namen"Teresita"

In einer Kirche in Santiago: die Statue mit dem Namen „Teresita“

Als wir aus der Kirche kamen, haben wir plötzlich laute Trommelgeräusche gehört und sind ihnen gefolgt. Auf einer großen Straße waren Trommler und dazugehörige, bunt verkleidete Tänzer. Das ist eine unglaubliche Szene, die man nicht jeden Tag sieht.

Die Musikergruppe

Die Musikergruppe


Die Tänzer

Die Tänzer

Zum Schluss waren wir noch auf dem „ Mercado Tirso de Molina“, ein Markt, der uns von Einheimischen empfohlen wurde, da er nicht touristisch beladen bzw. überteuert ist. Und so war es wirklich. Es war ein Markt voller bunter Obstsorten, frischem Gemüse und auf der nächsten Etage roch man alle Gerüche der chilenischen Gerichte, angeboten von kleinen Restaurants oder Ständen. Später liefen wir durch das Szenenviertel Bellavista, wo vor allem viel Schmuck mit Kupfer verkauft wurde (ein Armreif wurde natürlich gleich als Andenken mitgenommen). Danach liefen wir weiter und gelangten an den Río Mapocho, ein Fluss der einmal durch gesamt Santiago fließt. Deshalb ist Bellavista mit Providencia vor allem über Brücken verbunden (man beachte die ganzen Schlösser am Geländer). So kamen wir wieder an der Busstation an und ein toller Tag ging zu Ende.

Der Markt (man beachte die riesigen Kiwis hinten)

Der Markt (man beachte die riesigen Kiwis hinten)


Der Río Mapocho

Der Río Mapocho


Die vielen Schlösser

Die vielen Schlösser

Am Montag fängt nun endlich mein Freiwilligendienst richtig an. Auch darüber halte ich euch gerne mit dem nächsten Blogeintrag auf dem Laufenden.  🙂

 

8 thoughts on “¡Feliz Dieciocho!

  1. Hola Theresa, me llamo Esteban y encontré tu tarjeta VISA en un Redbanck, me puedes llamar a mi celular
    990995121

    Hello Theresa, my name is Esteban, I found your VISA at an ATM
    my phone 990995121

    Theresa Hallo, mein Name ist Stephen, fand ich Ihre VISA an einem Geldautomaten
    mein Telefon 990995121

  2. Hallo Theresa, liest sich sehr gut, wünschen Dir viel Spaß und viele neue Erlebnisse. Nun sind aber auch schon wieder einige Tage vergangen, schreib weiter und stell Bilder für uns alle rein.

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