Erste Eindrücke von Gorée

Heute wurde ich noch einmal von den „Eierman“-Rufen des Eierverkäufers geweckt der Morgens mit einem riesigen Stapel Eierpappen auf der Schulter durch das Baobab-Viertel läuft. Er ruft natürlich nicht wirklich „Eierman“, er sagt auf Wolof so etwas wie „Ich verkaufe Eier“.

Ich bin zwar am Montag in das Mädcheninternat Mariama Bâ auf die Insel Gorée umgezogen, gestern Abend war aber ein Konzert der deutschen Jazz Band Arne Jansen Trio zusammen mit dem Orchester Baobab aus Dakar im Goethe-Institut. Glücklicherweise hat mich die Familie, bei der ich vorher gewohnt habe eingeladen, noch einmal für eine Nacht zu ihnen zu kommen und mir das Konzert anzusehen.

Es hat sich wirklich gelohnt, die Musik war super! Und ich habe viele Menschen wiedergetroffen, die ich in meinen drei Arbeitswochen im Goethe-Institut kennen gelernt habe.

Heute Morgen habe ich mir dann in Dakar noch ein Busticket für Samstag nach Kaolack besorgt. Die Dakar Dem Dikk (Wolof für „Dakar Hinreise Rückreise“) Busse fahren zweimal täglich auf dieser Strecke.

Auf der Fähre zurück nach Gorée habe ich dann Roger, den Fahrer des Goethe-Instituts getroffen, er war dort um mit der deutschen Band zusammen die Insel zu besuchen.  Am liebsten hätte ich mir heute auch Zeit genommen, die Insel zu sehen, aber das nächtliche Unwetter hatte meine Zimmertüren geöffnet, sodass ich erstmal das Chaos beseitigen musste, bevor ich am Nachmittag wieder zum Deutschunterricht musste.

Heute durfte ich, im Gegensatz zu gestern, nur zusehen. Gestern war der Deutschlehrer in einer Besprechung, sodass ich seine Stunden übernehmen musste. Die ersten zwei Stunden waren eher schleppend. Die nächsten beiden Stunden waren dann schon einfacher, diesmal waren es ein kleiner Kurs mit älteren Schülerinnen. Zum Ende hin bekamen wir Besuch von den zwei Praktikantinnen aus Frankreich, die sechs Monate hier bleiben. Das Ende der Stunde nutzen wir, um uns von den Schülerinnen ein paar Wörter auf Wolof beibringen zu lassen.

Da Mariama Bâ ein Internat ist, haben die Schülerinnen auch meistens von morgens um acht bis abends um sieben Unterricht. Eine Mittagspause gibt es um ein Uhr. Nach dem Abendessen verbringen die Mädchen noch einmal zwei Stunden in den Klassenzimmern, um das gelernte zu wiederholen und Hausaufgaben zu machen. Bis auf Mittwoch, da haben sie den Nachmittag frei.

Die Schule ist eine staatliche Eliteschule. Am Ende der Grundschule machen alle senegalesischen Schüler einen Test, die 150 besten Mädchen dürfen zu einem zweiten Test in die Schule kommen. Bis zu 35 derjenigen, die am besten abschneiden, werden in die Schule aufgenommen. Von da an verbringen die Mädchen sieben Jahre in der Schule. Die, die von weiter weg kommen fahren nur in den zweimonatigen Sommerferien nach Hause, an den Wochenenden fahren sie dann meistens zu Verwandten, die in Dakar wohnen. Das Schulgeld, sowie Unterkunft und Verpflegung werden vom Staat bezahlt. Die Schülerinnen zahlen jedoch bei der Einschreibung 50.000 CFA (ungefähr 77€).

In der kurzen Zeit, in der ich in der Schule wohne, habe ich schon einige Schülerinnen kennengelernt. Alle sind total nett und sehr fleißig.

Gestern sind auch die neuen Schülerinnen angekommen. Die Älteren haben für sie ein kleines Fest mit Spielen, Tanz und Gesang vorbereitet. Viele von ihnen sind unglaublich talentiert. Teilweise habe ich echt Gänsehaut bekommen!

Ich freue mich auf meine – leider viel zu kurze – Zeit auf Gorée!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.