Auf ins Land des Weihnachtsmannes

Wo gibt es viele Rentiere (rund 12.000), Huskies und noch mehr quietschenden Schnee? Richtig, im Land des Weihnachtsmannes – Lappland (oder auch Lappi, wie es die Finnen liebevoll nennen). Halt Stopp – Finnen? – falls du jetzt dachtest Lappland befände sich nur in Schweden….Nicht ganz. Es gehört zwar auch ein Teil Schwedens und Russlands mit zu Lappland, ein großer Teil liegt allerdings in Finnland.

Los ging es am Mittwoch, dem 28.02.2018. Zuerst ging es mit der Fähre nach Helsinki, um dann weitere Stunden im Bus zu verbringen. Da es eine Nachtfahrt werden sollten trafen wir uns alle um 5. Hier trafen wir also zum ersten Mal auf alle unsere Mitfahrer. Dann ging es auch schon auf die Fähre und damit auch nach Helsinki. In Helsinki blieben wir allerdings nicht lange, schließlich wollten wir ja nach Lappland. Allerdings wussten wir noch nicht, dass diese Busfahrt sehr unbehaglich werden sollte – es wurde nämlich ziemlich kühl und das trotz Schlafsack. Es ist also nicht immer gut, wie die coolen Kids in der letzten Reihe sitzen zu wollen. Auch draußen wurde es immer kühler und kühler. Ehrlich gesagt war ich extrem froh, dass ich noch einen Teil der Heizung neben mir hatte. Umso glücklicher waren wir dann, als wir am nächsten Tag endlich im Dorf des Weihnachtsmannes ankamen, und nach einem stärkendem Frühstück auch endlich rausdurften in den Schnee und den Weihnachtsmann sehen durften. Natürlich mussten wir uns dann auch bei der Gelegenheit noch gleich auf die Suche nach Rudolfs machen.
Tatsächlich versteht sich der Weihnachtsmann anscheinend auch darauf Geschäfte zu machen. Schliesslich musste man für Fotos mit ihm bezahlen und auch Postkarten konnte man schon günstiger bekommen. Anscheinend kommt selbst der Weihnachtsmann nicht mehr ohne Geld aus.

Nach unserem Besuch im Santa Claus Village ging es dann endlich in unsere Jugendherberge. Dort konnten wir uns dann erstmal ein wenig entspannen und dann auf einem Hügel in der Nähe zusammen rodeln.  Anschliessend gab es, nach ein paar Orientierungsproblemen, auch endlich etwas ordentliches und warmes zu Essen. Allerdings hatten wir nach dem Essen ein kleines Problem – wir wurden ausgesperrt. Der Schlüssel wurde im Zimmer gelassen, ganz nach dem Motto: „Wir müssen heute leider draussen bleiben.“ Glücklicherweise war dem aber nicht so und wir fanden jemand, der uns helfen konnte die Tür wieder aufzuschliessen.

Am nächsten Tag ging es dann zu den heiss ersehnten Huskies und Rentieren. Neben lustig blöckenden Schafen und überfüllten Holzhütten, konnte man sich bei beiden für oder gegen eine Schlittenfahrt entscheiden. Nach einer aufregenden, recht schnellen Huskyrunde ging es dann zu den Rentieren. Hier wurde das Tempo dann etwas langsamer und gemütlicher. Danach hatte man noch die Möglichkeit entweder in einen Spa, rodeln zu gehen oder irgendetwas anderes zu machen. Zusammen mit meinen Mitbewohnern entschied ich mich allerdings kurzerhand nochmal zum Rodelhügel zu gehen und wir hatten den ganzen Hügel nur für uns drei. Es war alles so viel entspannter, als am Tag vorher. Da wir nur zu dritt auf dem Rodelhang waren hatten wir genug Platz uns an unserem „Snowboardschlittentalent“ auszuprobieren. Wir haben uns auf die Schlitten, wie beim Snowboadfahren gestellt. Jedoch rückte das Abendessen immer näher und so gingen wir schließlich wieder zur Jugendherberge zurück.

Nach dem Essen versammelten wir uns wieder einmal in der „spanischen Gruppe“. Über diese sollte ich euch vielleicht noch aufklären. Also es war so: Ich bin mit den beiden Spaniern aus meiner WG mitgefahren. Bedeutete, ich, deren Spanischkenntnisse recht minimal sind, endete in einer spanischen Truppe, die aus 6 Spaniern, 2 Italienern, 1 Portugiesen und einem Deutschen bestand, die alle spanisch Sprechen oder zumindest gut  verstehen konnten. Natürlich gab es da auch mal den ein oder anderen Moment, in denen nur Spanisch geredet wurde und ich ein wenig verloren war. Aber durch gemeinsame Uno- und Bunny-Bunnyrunden wurden selbst die grössten Sprachbarrieren überwunden.

Am letzten Tag, ging es dann noch auf eine kleine Wanderung im nahegelegenem Nationalpark Oulanka. Es war einfach toll! Überall lagen Massen an Schnee. Für die durchgefrorenen gab es danach noch eine typisch finnische Sauna mit einem durchgefrorenem See gleich nebenan, in de man auch nach einem gründlichem Aufwärmen bedenkenlos hineinspringen konnte. Danach ging es leider auch schon wieder Heimwärts Richtung Tallinn.

Alles in allem, kann ich nur sagen, dass Lapland definitiv eine Reise wert ist. Die Natur ist sagenhaft und der Schnee massig (zumindest in der Winterzeit). Ich habe viele neue Leute bzw. Studenten kennengelernt, auf die man in Tallinn immer wieder trifft. Natürlich war alles auch sehr touristisch ausgelegt, wo wir hingefahren. Dennoch fand ich die Reise super. Auch unsere Guides waren wirklich super und auch sehr bemüht uns immer etwas neues über die Kultur, die Natur und das Leben in Lappland zu erzählen. So lernten wir zum Beispiel auch, dass die Rentiere immer frei in den Wäldern rumlaufen dürfen, weshalb man in Lappland kein Salz streut (weil die Rentiere es sonst von der Straße auflecken würden), dass die Rentiere im Sommer auf den Straßen stehen (weil die Mücken, Fliegen, usw. durch die Luft, die die Autos verdrängen, aufgescheucht werden) und noch vieles mehr.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich nun auch wieder bei euch!

Vielen Dank fürs Lesen und bis bald!

Anna

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