Von Dreietagenbetten, dunklen Morgenden und langen Schlangen

Da wären wir wieder, am Anfang eines neuen Blogs. Schließlich muss ich euch doch berichten, wie es mir im eher weniger kalten Russland, nämlich St. Petersburg ergangen ist.

Tatsächlich war es mit +3°C sogar wärmer, als im fernen, südlichen Italien – krass, oder? Dennoch half Laura und mir das wenig, als wir erstmal fünf Stunden in der Kälte standen, um ins Erimitage zu kommen – tja, was muss man auch ins Erimitage und den Winterpalast wollen, wenn es gratis Eintritt gibt und alle Russen Zeit haben. Da darf man sich dann natürlich nicht über lange Schlangen beklagen (nebenbei bemerkt, wir kamen pünktlich zur Öffnung der Tore um halb 11). Wobei die Schlange nach einiger Zeit unser geringstes Problem wurde – wir bekamen nämlich langsam aber sicher ziemlich kalte Füße. Mit gratis Tee, ließen sich die ganze Warterei und selbst die abfrierenden Füße etwas leichter ertragen. Schließlich kamen wir ja aber doch noch hinein. Allerdings hatten wir nur noch 90 Minuten bis das Museum zu machte. Also hieß es dann doch, trotz pünktlichem Erscheinen, durch dieses wundervolle Museum zu hetzen. Sollte ich nochmal hierher kommen, werde ich es wohl noch einmal besuchen (hoffentlich mit weniger Wartezeit).

Danach mussten wir uns erstmal stärken. Schließlich war es schon 6 Uhr und wir hatten seit dem Frühstück kein ordentliches Essen mehr gehabt. Also ging es auf eine Borsch, ein paar Dumplings, einen Apple Pie und eine Kanne Tee in ein kleines, gemütliches russisches Restaurant.

Als wir fertig waren, ging es doch nochmal los, die Stadt zu entdecken, wie auch schon am Abend zuvor. Diesmal ging es allerdings nicht mehr auf den Palastplatz und dann an der Uferpromenade entlang, sondern die Nevsky Prospect Richtung Bluterlöserkirche.

Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. (1. Mose 1,8)

Die Nächte durften wir übrigens in einem Dreietagenbett (natürlich ganz oben verbringen – total cool! Allerdings war das hoch- und runterklettern dann natülich auch etwas anstrengender, als bei einem einfachen Doppelstockbett.
Etwas ungewöhnlich auch, dass es erst um 10 Uhr hell wurde (in Tallinn wird es schon um 9 Uhr hell). Dafür ging die Sonne in Russland aber auch ca. eine Stunde später unter, als in Tallinn. 

Am zweiten Tag stand nun ein Ausflug zur Geburtsstätte St. Petersburgs an. Richtig, es ging zur Peter-und-Paul-Festung. Zwar mussten wir diesmal nicht anstehen, um in die Museen zu kommen, allerdings war in manchen Museen die englische Übersetzung eher Mangelware. Teilweise gab es auch ab der Mitte der Ausstellung keine Übersetzung mehr.

Ich: Vielleicht haben sie die Übersetzer rausgeschmissen.

Laura: Hatten nicht mehr genug Geld.

…..

Laura: Vielleicht waren das russische Geheiminformationen, die sie uns nicht mitteilen wollten.

Damit waren wir beide aber etwas aufgeschmissen mit unseren fundierten Russischkenntnissen à la „Briviet“, „Spasiba“, „Da“ und „Niet“.
Aber egal ob russische Geheiminformationen oder nicht, es war dennoch interessant. So konnte man unter anderem mal für nur 750 Rubel im Jahr eine Wohnung in St. Petersburg mieten. Heute ist das unvorstellbar.

Als wir genug von der Festung gesehen hatten, ging es über die älteste Brücke der Stadt und entlang der Uferpromenade wieder zurück zur Nevsky Prospect. Von dort aus sahen wir noch ein paar andere Ecken von St. Petersburg. An dieser Stelle noch mal einen ganz lieben Dank an Alicia, die sich extra die Zeit genommen hatte uns herumzuführen.

Nach der Stadtführung waren wir erst einmal ziemlich fertig, sodass wir uns in einen „Teremok“ (dem russischen McDonalds) begaben. Ein Blick auf Lauras IPhone verriet uns, dass wir nun schon 19 km gelaufen waren (insgesamt waren es am Ende 22,4 km). Klar man hätte auch gewisse Strecken mit der Metro, der Tram oder dem Bus fahren können, aber wo bleibt denn da der gesundheitliche Aspekt? Und bis auf ein paar kleine Anzeichen der Müdigkeit ging es uns soweit ja sehr gut.

Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. (1.Mose 1,13)

Da war er wohl, der dritte Tag. Schnell war er da, also so wie immer. Da wir allerdings nur noch einen halben Tag Zeit hatten, beschlossen wir nichts mehr großartig ansehen zu wollen. Schließlich entschlossen wir uns eine Runde mit der Metro zu fahren und uns die prachtvollen Metrostationen anzusehen. Anschließend ging es dann doch noch recht spontan in die Bluterlöserkirche. Oh mein Gott der Wahnsinn! Wie viele Mosaiken es dort einfach gibt. Es war einfach der Wahnsinn! 

Nunja, da danach nur noch eine normale Busfahrt anstand, soll es das hier erstmal gewesen sein für heute. Ich wünsche allen noch einen tollen Abend/ Tag und viel Spaß!

Haltet die Ohren steif!

Liebe Grüße

Anna

2 Gedanken zu “Von Dreietagenbetten, dunklen Morgenden und langen Schlangen

  1. Grüß dich Anna 😉
    Ich bin auch in Petersburg, aber leider eine Woche später als ihr… Jedenfalls ist die Stadt echt wunderschön, heute ging es zum menschenleeren Sommerpalast in Peterhof und noch 5 Tage stehen bevor!! Danke vielmals für den Bericht vom Eremitage, ich werde vorsorgen und online Karten kaufen (das geht, wäre aber nie drauf gekommen…)
    Dir jedenfalls noch eine tolle Zeit, man sieht sich vielleicht noch!
    Beste Grüße,

    Roman

    • Awww, wie cool, dass du auch in St. Petersburg warst. Wie hat es dir gefallen? Ich hoffe, du hattest auch eine tolle Zeit und schönes Wetter! Du musstest hoffentlich ebenfalls nicht so lange anstehen, um das Hermitage State Museum zu sehen….
      Bis bald und liebe Grüße,

      Anna

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