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Der siebte Monat

Die Tage trugen Nummern bis die Buchstaben neidisch wurden.

Mit Worten die Konnotationen der Macht

hören wollen, deshalb

alles aufschreiben und restaurieren.

Hinter jedem Gesicht ein Untergang vergraben.

Dann schmeiße ich alle Zeichen in die Zukunft und weg

weht sie der Fahrtwind.

 

 

Wie viele Gegenstände siehst du?

In den Müllbergen an den Fischerhäusern,

zwischen den Plastikhockern vor dem Einkaufszentrum,

im Sirenenlicht der Barmeile.

Die Dinge, sie haben

die Idylle entführt.

 

Begeisterung:

Das Gefühl aufzugehen in einer gemeinsamen Idee

oder

die Bewegung von Molekülen in Nächten

zu Gitarrenakkorden.

Die Verwandlung in ein Selbst beginnt

auf dem staubigen Grund

im Bannstrahl der Existenz.

 

 

Ihr geht. Flughafen.

Haustor. Seitenstraße.

Alles geht weiter, die

Fragen, sie fragen die Fragen an,

Fragen, wohin gehst du?

 

Höre,

da ist keine Un-Stille,

sondern Ein-Blick.

 

 

Die Zeit holt die Unendlichkeit ein.

Ich drehe mich um und erblicke die Straße,

die hinter mir entstanden ist.

 

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Der sechste Monat

   Sechs Skizzen

Eins

Um viertel vor sieben ist die Welt noch fast still. Ich höre meine nackten Füße auf den Fliesenstufen schaben, als ich auf die Dachterrasse steige. Im großen Fenster des gegenüberliegenden, nur einen Meter entfernten, Hauses, beobachte ich eine ältere Frau im Blumenzweiteiler. Räucherstäbchen holt sie aus der Holzkommode. Zündet sie an als sie vor den dreistufigen Altar tritt. Eine Strohmatte wartet schon ausgerollt auf dem Boden. Sie faltet die Hände mit den Räucherstäbchen vor ihrer Stirn, vor ihrer Brust, über ihrem Kopf. Sinkt dann in die Knie. Legt sich auf ihre Knie, die Stirn zum Boden geneigt. Richtet sich wieder auf. Sie faltet die Hände mit den Räucherstäbchen vor ihrer Stirn, vor ihrer Brust, über ihrem Kopf. Ehrt so die Verstorbenen und die, die sie beschützen. Mein Tee verdampft in der Morgenluft.

Zwei

Wir halten unsere Arme, einen Kreis formend, über den Kopf, wie ein Baum. Es wird stiller im Raum. Der letzte Schüler wird angetippt. Er hebt auch die Arme. Dann singen wir ein deutsches Kinderlied. „Was müssen das für Bäume sein“ . Reden über Elefanten. Es gibt in Südkorea einen Elefanten der sprechen kann. In Vietnam gibt es noch 400 Elefanten. Auch nur noch 100 Tiger. Kein Nashorn mehr, seit sieben Jahren. Vietnams Natur verliert seine atemberaubende Vielfalt. Schuss für Schuss.

Drei

Ich zeige auf den hellbraunen Tofu in der silbernen Schale und auf die länglichen Pilze und auf dunkles Geschnetzeltes, von dem ich nicht weiß was es ist, dafür, dass es fantastisch schmeckt. Die Frau mit dem Pferdeschwanz in dem blau gemusterten Zweiteiler schichtet alles auf den Teller mit Reis. Ich setze mich an den Metalltisch am Straßenrand gegenüber eines Mannes im Anzug. Ertränke den Reis dann in Sojasoße. Com chay: Reis, mit vegetarischen Beilagen. Sein Geschmack: salzig nussig süß köstlich Geschmack. Als ich gehe, versuche ich den Satz: Ich mag das Essen, zu formulieren. Bin schon ein halbes Jahr hier, es sollte doch möglich sein. Ich krame nach Vokabeln. Die Frau in blau, wiederholt meinen Satz, lächelt und lobt mich: Gut gemacht oder vielleicht habe ich das auch falsch verstanden.

Vier

An den Hauswänden bröckelt die türkise Farbe ab. Die Gasse ist leer, es ist Mittag. Hinter den offenen Haustoren der Erdgeschosswohnungen, verstecken sich die Menschen vor der Sonne. Auf dem Fliesenboden waschen sie ab, tippen auf ihr Handy, singen Karaoke oder sind eingeschlafen. Was soll man sonst auch machen in dieser erschlagenden Hitze. Ein Moped rast um die Ecke, ich drehe mich hastig zur Seite. Die Reflexion des Sonnenstrahls durch den Seitenspiegel trifft mein linkes Bein. Verschreckt bin ich in eine große Pfütze gestolpert, das Abwaschwasser. Eine gelbe Blüte liegt überfahren daneben. Müllsäcke und ein Gecko an der lila Hauswand. Dazu zwitschern noch Vögel. Es ist diese Harmonie der trägen Stunden, die sich in der Tagesmitte unendlich ausdehnen. Um mich die Illusion von Natur: an den Balkonen hängen Pflanzen und Blumenkästen zieren die Straße. Im nächsten orangenen Haus ist ein Schönheitssalon, gegenüber eine minimalistische Boutique mit englischen Namen, rechts daneben mein Lieblingscafé. Davor sitzt ein Sicherheitsmann auf einem Plastikhocker. Auch er ist eingenickt. Das Hupen weckt niemanden mehr.

 Fünf

Die Musikbox ist kaputt, es rauscht jeder Ton, wie in einem alten Cabrio. Mein Bauch ist kalt und mein Kopf voller Zucker. Pfirsicheistee. Stilvoll ist der helle Raum, mit Holztischen und Stühlen eingerichtet. An diesen tippen junge Menschen in ihre Laptops oder markieren Sätze in Büchern. Neben dem Plastikbecher steht ein kleines Glas mit grünem Tee und Eis. Auf der Straße hupt schon wieder jemand. Ich setzte meine Kopfhörer auf. Logge mich in das W-Lan ein und fange auch an zu tippen. Versinke in der Nichträumlichkeit dieses Cafés. 

Sechs

Mit beiden Händen ziehe ich an meinem linken Oberschenkel, lehne dazu meinen Kinn nach vorne und versuche meine Wade nach rechts zu ziehen, hinter meinen Kopf. Als ich meinen Blick hebe, mich im Spiegel sehe, albern, verliere ich das Gleichgewicht und falle um. Die Yogalehrerin lächelt fürsorglich: „Try“. Schweiß tropft auf die Yogamatte. Kein lauer Wind und keine Klimaanlage schützen mich. Also atme ich ein und hebe mein Bein, soweit es eben geht. Fixiere diesmal den Nacken der Frau vor mir, welche die Zähne zusammenbeißend, mit ihren Zehen den dunklen Pferdeschwanz berührt. năm, bốn, ba, hai. Die Yogalehrerin lässt lange Pausen zwischen den Zahlen, währenddessen ließe sich bis acht zählen. Ich atme aus und lege mein Bein ab. một.

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Kambodscha – Eine Reise

Dann überqueren wir die Grenze. Zwei Gebäude am Straßenrand, ein neuer Stempel im Pass. Die Schilder nun in fremden Schriftzeichen, flackern genauso grell. Schlagloch Straßen und Stelzenhäuser vor dem Busfenster. Dahinter Felder, flaches Land. Wir sind in Kambodscha, nur drei Stunden von Saigon entfernt.
Kambodscha, ein Land, das nur einige vage fragwürdige Assoziationen hervorruft in uns. Reiseführerfakten können Kontur konstruieren: 16 Millionen Einwohner. Altersdurchschnitt 22 Jahre. Landessprache: Khmer. Ich schaue den Dörfern beim Vorbeiziehen zu und frage mich: wie man reisen kann in einem Land, welches laut Einkommensstatistik zu den ärmsten der Erde gehört. Platz 50 auf der Liste der fragilen Staatlichkeit, gleich hinter dem Iran. Platz 143 von 188 auf der Entwicklungsskala weltweit. Die drei häufigsten Todesursachen in Kambodscha sind: HIV, Verkehrsunfälle und Landminenexplosionen.

Ich schlucke.

Wie vier Millionen andere jedes Jahr, werde ich hier einfach Touristin sein. In einem Podcast über deutsche Backpacker, ekelt mich das Chaos, der unsicheren phrasieren Geschichten, über die authentische Erfahrung der Armut und des Selbst und die Partynächte im Hostel, an. Ich starre hilflos in mein müdes Spiegelbild im Fenster.

Nachdem es dunkel geworden ist, erreichen wir Siem Reep. Tuk-Tuk Fahrer warten mit einem Namensschild in der Hand auf uns. Den lauen Abendwind im Haar fühle ich Scham. Wir werden zu unserer Unterkunft am Rande der Stadt gefahren. Dieses Tuk-Tuk Gefühl, des westlichen Privilegs, wird mich die ganze Reise begleiten. Es ist absurd gefahren zu werden, einen privaten Fahrer zu haben, allzeit bereit. Ich trete koloniale Spuren breit.

Der nächste Tag beginnt viel zu früh, aber mit Vogelgesang. Erdnussbutter zum Frühstück an der Weide. Dann betreten wir offiziell Angkor, Unesco-Weltkulturerbe. Angkor bedeutet eigentlich nur Stadt. Sie umfasst 200 km², die Hauptstadt der Khmer. Die Khmer waren ein Volk von über 1 Mio. Menschen, die vom 9.-15. Jahrhundert hier siedelten. 1000 Tempel zwischen Hinduismus und Buddhismus bauten sie in den 6 Jahrhunderten. Dazu schufen sie eine beeindruckende Infrastruktur für ihr Großreich, welches sich auch über das heutige Laos, Vietnam und Thailand erstreckte. Die riesigen Wasserbecken (Barays) und die Tempelbauten, die Vishnu, Shiva, Brahman oder Ahnen geweiht sind, lassen erahnen wie gigantisch, technisch und künstlerisch versiert die Khmer waren. Denn die klimatischen Extreme von 6 monatiger Regen- und Trockenzeit stellten sie auf die Probe. Nur weil sie das Wasser beherrschten erblühte das Khmer-Reich kontinuierlich, gehörte zu den wichtigsten Imperien Südostasiens. Das Wasser, aber sorgte auch für den Niedergang des Reichs, über den immer noch viel spekuliert wird.

Die Tempelbauten sind als Referenz zum heiligen Berg Meru häufig Pyramidenartig gebaut. Die Hitze ist unerträglich. Doch oben angekommen blickt man auf ein Becken aus Bäumen aus dem einzelne Tempelspitzen hervorragen. Die Natur eroberte über Jahrhunderte die Tempel zurück. Diese magische Symbiose aus Zeit, Wurzeln und Ruinen macht einen Besuch besonders einzigartig. Fern der Touristenmassen strahlen die Bauten eine religiöse Ruhe aus. Irgendwo zwischen den restaurierten Mauern, Wurzeln und Reliefs scheint ein Geheimnis geborgen zu sein.

Umso schwerer fällt es wieder herauszutreten. Schweißüberströmt, überwältigt uns die moderne Realität. Kinder stürmen auf uns zu, wollen Postkarten, Getränke, Souvenirs verkaufen. Wir lächeln die Ungerechtigkeit an. Später kaufen wir Süßigkeiten, die wir dann doch nicht verschenken.

Abschiede und drei Tage später, erreichen wir den Markt von Battambang, Kambodschas zweitgrößter Stadt. Wir bummeln durch die kolonialen Gassen und am begrünten Fluss beobachten wir Schulkinder beim Ballspielen. Wir genießen, dass es absolut nichts zu sehen gibt in dieser Stadt. So können wir verweilen und naiv entdecken, zum Beispiel die Kunstgalerie „Romcheik 5 Artspace“, ein Ort an dem fünf junge Männer, die ihren thailändischen Menschenhändlern entflohen sind, ihre Kunst teilen. Ein Prozent der Kambodschaner ist Opfer des Menschenhandels. Sie werden nach China zwangsverheiratet, zur Prostitution oder Plantagenarbeit in Thailand gezwungen. Haben keine legale Einreiseberechtigung, so auch keine Rechte. Die zurückgebliebenen Familien brauchen das Geld und hoffen auf eine bessere Zukunft der Kinder im Ausland. Die Gesetze zur Einschränkung des Milliardengeschäfts bestehen in Kambodscha bereits, aber kaum jemand kann es sich leisten sie einzuhalten. Platz 156 von 175 im Korruptionsindex. Ich verstehe, verstehe nicht. 

Auch die Phare Zirkus Schule, welche wir am Abend besuchen, bemüht sich auf kreativen Wege zu befreien. Sie bietet benachteiligten Kindern eine kostenlose künstlerische Ausbildung. Einige treten später im Ausland auf oder touren mit dem Zirkus um die Welt. Sie schaffen den Absprung aus der armen Provinz, sie fliegen oft weit über die Grenzen Kambodschas hinaus.

Kindermönche, welche ich nur aus GEOlino Fotos kannte, kreuzen angekommen in Phnom Penh, fast minütlich meinen Weg. Der Buddhismus befindet sich im Aufschwung, so wie die Hauptstadt selbst. Überall Jeeps, Hochhäuser, Baustellen. Chinesische Flaggen. Die sozialistische Regierung auf ausländische Gelder angewiesen. Im Sommer ist Wahl. Doch viele wollen nicht wählen gehen. Die Opposition und freie Journalisten werden unterdrückt, verhaftet, ins Ausland verjagt. Der Premierministers Hun Sen, ist seit 1985 im Amt und führt die parlamentarische Wahlmonarchie an. Ob die Wahlen daran etwas ändern werden?

Ich würde so gerne die Demokratie verteidigen können.

Kambodscha müht sich sehr aus der tiefen Schlucht seiner Vergangenheit zu klettern. Eine stabile Führung wird deshalb geschätzt, auch vom Ausland. Der Absturz begann am 17.April 1975. Die roten Khmer unter der Führung des „ersten Bruders“  Pol Pots „befreiten“ und evakuierten Phnom Penh. Die Städte sollten entvölkert werden. Menschen kollektiv auf dem Land leben, im Sinne eines Agrar-Kommunismus. Bildung wurde nicht nur abgewertet, sie wurde vernichtet. Eine Brille, eine Fremdsprache, weiche Hände, ein Mönchskleid oder ein falscher Blick – kosteten deshalb über 2 Millionen Menschen (ein Drittel der Bevölkerung) das Leben. Pol Pot selbst hatte, wie viele aus dem Führungskader des neuen demokratischen Kambodschas, in Paris studiert. Zeugnisse der „Säuberung“ sind die über 300 Killingfields überall im Land. Als ich auf dem bekanntesten Killingfield bei Phnom Penh stehe und den Geschichten der Überlebenden folge, kann ich nicht mehr fühlen. Ich suche die Menschlichkeit, an die ich glaube, suche sie im Kontext der Katastrophe. Es begann wohl schon vor dem 17. April. Damit, dass die Amerikaner, vermeintlich um die Belieferung der Nordvietnamesen aus Kambodscha zu stoppen, das Land mit 2 756 941 Bomben beschossen. Wahrscheinlich auch schon davor, mit der französischen Kolonialherrschaft. Die ausländischen Herren waren noch im Land, als vermehrt Jungendliche aus den armen ländlichen Regionen, sich den roten Khmer anschlossen, um ihr Land zurückzuerobern. Es waren ideologisierte Kindersoldaten, die die Menschen in Arbeitslager trieben. Die Ernte sollte vervierfacht werden. Tausende verhungerten. Es gab nicht genug Gräber für all die Toten. Fast vier Jahre später befreiten die Vietnamesen die Überlebenden, nachdem die roten Khmer versucht hatten ihr Territorium zu erweitern. Allerdings bestand die Gruppierung der roten Khmer aktiv an der thailändischen Grenze weiter bis 1998. Das Jahr in dem ich geboren bin. Die UN erkannte sie bis in die 90er als legitime Vertretung Kambodschas an. Der neue Staatsführer war von den Vietnamesen eingesetzt worden. Die Weltgemeinschaft hatte zugesehen, man hatte andere Probleme. Es gab vier Verurteilungen der Anführer der roten Khmer in Den Haag. Vier. Die meisten Funktionäre starben eines natürlichen Todes, viele waren, sind, an der nachfolgenden Regierung beteiligt. Die Unterdrücker wurden zu Nachbarn.

Fassungslos reise ich weiter. Ich kann absolut nichts sinnvolles dazu denken. Wir fahren vorbei an den Textilfabriken heraus aus der Stadt.

Das Meer ist türkis und der Himmel blau. Der Sand so fein und weiß. Ich bin in einem Reisekatalog gestrandet. Kann endlich ein und ausatmen, es stinkt nicht mehr. Schnorchelnd stimuliere ich meine Sinne.

Flip-Flops, Plastikflaschen, bunte Kreise und dunkle Kanister werden am nächsten Morgen an den Strand gespült. In Pnom Penh wurde ich mitgenommen zu den Mülldeponien am Stadtrand, die einfach Berge sind an denen die Familien hausen, die den Müll sortieren. Absuchen nach Papier, Plastik, Metall, nach dem Dollar zum Überleben für heute. In einem Kindergarten, der versucht den Kindern der Müllsammlern einen alternativen Aufenthaltsort und den Einstieg in das Bildungssystem zu bieten, werde ich zum Mittagessen eingeladen und darf zuhören. Die intensive Arbeit der vielen NGO´s in Kambodscha ist bemerkenswert und sehr konfliktreich. Konflikte zwischen den NGO´s, der Bevölkerung, der Regierung. Dazu die Kapitalisierung des Waisenkindlächelns. Der Müllberg wird, wenn er zu hoch wird, zugeschüttet. Neues Bauland entsteht. Investoren warten. Vereinfachte Chronologie.

Ich fische zwei Plastikflaschen aus dem Ozean. Schwimme dann den Wellen entgegen. Was für eine Reise. Verunsicherte Touristenlogik.

Quellen:

Allgemeines:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha

Reiseführer: Kambodscha – National Geographic, Marco Polo

Müll:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kambodscha-ueberleben-im-muell-13495228/seu-ist-13-jahre-alt-mit-13495246.html

Politik:

Podcast – hr.info (26.12.2017) – „Zeitenwende in Kambodscha?“ – Holger Senzel

https://www.asienhaus.de/fileadmin/uploads/soai/Zeitschrift_SOA/2014/2014-3/SOA_2014-03_karbaum_markus_web.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Hun_Sen

Menschenhandel und Kinderarmut:

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/kambodscha-menschenhandel/-/id=660374/did=19420334/nid=660374/ipcuv4/index.html

https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/menschenhandel-in-kambodscha-verschleppt-und-versklavt/20161924.html

Podcast: Weltspiegel (10.07.2017) – Kambodscha: Eine Zirkusschule als Sprungbrett fürs Leben

Geschichte:

Khmer:

https://en.wikipedia.org/wiki/Angkor

https://de.wikipedia.org/wiki/Khmer_(Volk)

Rote Khmer:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer

Film und Buch: „First they killed my father“ – Regie: Angelina Jolie, Autor: Loung Ung

Film: „The killing fields“- Regie: Roland Joffé

Podcasts über das Reisen in Kambodscha:

WDR Weltweit (07.08.2017) – „Zwischen Karma und Koma: Mit dem Rucksack durch Kambodscha“ – Norbert Lübbers, Ullrich Bentele

hr.info (18.06.2017) – „Kambodscha 2017: helfen und Erinnern. Wie ein traumatisiertes Land wieder aufstehen kann“ – Daniella Baumeister

Statistiken:

http://fundforpeace.org/fsi/data/

http://www.kambodscha.don-kong.com/2014/12/07/kambodscha-im-korruptions-index-2014-verbessert.html

http://hdr.undp.org/en/composite/HDI

 

 

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Der fünfte Monat

  Abschied sucht NeubeginnDer erste Abend in Saigon
Vor dem Wiedervereinigungspalast – historisches erstes Gruppenfoto 


Der Geschmack einer Kokosnuss:

ist  mild-süßlich, trüb-tropisch,

ist belebend,

mit Meerblick

ist köstlich,

wenn du nicht alleine bist,

und bitter,

weil es wohl das letzte Mal

gewesen sein wird,

dass wir hier so nah zusammen sind.

Ich weigere mich unsere Schattierung des Glücks

zum letzten Mal gefühlt zu haben.

Die Zeit dreht sich rechts-links-schwindelig.

Müde auf dem Mekong

Mui Ne nach dem Sprung

 

Die Straße vor der Wohnung

an der Sicherheitsmänner winken,

auf der Mopeds ins Zentrum streben

und du intuitiv jedes Nummernschild liest,

wird ein versunkenes Zuhause,

wenn eine zittrig zarte Hand überraschend deine nimmt

und auf die andere Seite begleitet

                                                               – Cảm ơn –

Silben ergeben je nach Tonhöhe Sinn.


Prem

Umgezogen.

Jedes Datum ist nur ein Chiffre.

Ungelogen.

Es geht noch weiter.

Halbzeit.

Die Sonne geht auf-unter-auf.

Überall auf der Welt – aber hier

Wer ich hier sein kann,

muss ich noch werden.

Will diesmal,

weil alles anders wird,

anders alles leben.

Als Touristen getarnt

Oft versuche ich fragmentarisch diese neue Kulisse Vietnam, aka das Zuhause in der Fremde, in der sich gerade mein Lebendig-Sein dreht, zu skizzieren. Aber es sind die Menschen, diese sensiblen inspirierenden schlauen unterstützenden wundervollen Menschen, mit denen diese Stadt zu einer Bühne wird für unfassbar viel Leben und von denen ich nur selten, nur in den Konnotationen schreibe.

Von viel zu vielen Bekannten, die Freunde wurden, musste ich mich nun verabschieden.

Dankbar und in der Hoffnung auf ein Bald.

Das erklärt dieses kleine melancholisch-merkwürdige Gruppenfoto-Best-Of.

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In den Bergen nach der Flut

– über das Leben der Lolo, einer ethnischen Gruppe in Vietnams Norden –

Einmal war da eine Flut.

Das Wasser stieg an,

immer weiter,

reichte bis zum Himmel,

irgendwann.

Und die Menschen?

Gott rettete nur ein Mädchen und ihren jüngeren Bruder,

indem er sie in eine Bronzetrommel tat.

Das Mädchen in eine große Trommel,

den kleinen Bruder in eine kleinere Trommel.

Als die Flut vorbei war,

waren sie ganz alleine in den Bergen.

Die Beiden wurden ein Paar.

Sie wurden so die Wiedererschaffer der Menschheit,

nach der Flut.

So klingt eine zentrale Legende der Lolo.

Die Lolo, sind eine der 53 ethnischen Minderheiten in Vietnam.

Sie leben in den nördlichen Bergen,

nahe der chinesischen Grenze.

Ungefähr 3.300 Menschen, welche diese Kultur auf unterschiedliche Weisen leben,

gibt es in Vietnam.

Je nach der dominierenden Farbe in ihrer traditionellen Kleidung werden sie in

Blumen-Lolo, Schwarze Lolo, Weiße Lolo und Rote Lolo

unterteilt.

Es dauert über ein Jahr diese Kleidung zu besticken und

Mütter fertigen sie traditionell für ihre Töchter.

Diese,

mit grafischen Ornamenten bestickten Westen und Röcke,

tragen sie aber nur zu den großen Festen.

Zu Beerdigungszeremonien zum Beispiel.

Dann werden auch die heiligen Bronzetrommeln ausgegraben,

welche ansonsten an einem besonderen Ort unter der Erde verborgen liegen.

Der Philosophie des Yin-Yangs folgend,

verkörpern sie das weibliche und männliche Prinzip

und müssen deswegen gleichzeitig

von einem alleinstehenden Mann oder einem, dessen Frau gerade nicht schwanger ist, gespielt werden.

Nur so kann die verstorbene Seele ihren Weg zurück zu ihrem Geburtsplatz finden.

Die Lolo,

welche nach Sprachfamilien zu den sino-tibetischen Völkern eingeteilt werden,

leben auch in China (Yi-People) und Thailand.

Insgesamt sind es circa 8 Millionen Menschen,

welche im weitesten Sinne

ähnliche Überzeugungen und Traditionen teilen.

Den Lolo ist es wichtig in der Nähe einer Wasserquelle und in den Bergen zu siedeln.

In engen Dorfgemeinschaften von etwa 20-25 Häusern,

mit einem eigenen Friedhof

und einem Gemeinschaftsraum.

Vorgezogen wird es wenn innerhalb dieser Gemeinschaft auch geheiratet

und dann monogam gelebt wird.

Ihr Jahr zählen die Lolo in 12 Monaten,

jeder ist einem Tier zugeordnet,

feiern aber auch das chinesische Neujahr.

Eine eigene Bildschrift gab es einmal,

diese wird allerdings heute kaum bis gar nicht mehr verwendet.

Stattdessen

steigt das Bildungsniveau nach westlichem Vorbild.

Als ich auf dem Moped durch den Dong Van Karst Global Geopark in der

touristisch unbekannteren Ha Giang Provinz fahre,

begegnen mir immer wieder Frauen in bunten Röcken, Leggings, bestickten Westen und Winterjacken,

die auf ihrem Rücken in Bambus- oder Plastikkörben Holz oder ihre Kinder die steilen Bergstraßen hinauftragen.

Wenn ich die Dörfer durchquere kommen mir oft

fahrradfahrende winkende Kinder entgegen.

Sie kommen aus den

,häufig eigens für eine ethnische Gruppe bestimmten,

Schulen.

Die Schilder an den Schulen helfen mir diese Menschen

ungefähr in das Netz aus unbekannt,

geheimnisvoll klingenden Namen:

Hmong, Pupeo, Tày und Lolo

einzuordnen.

Nur eine illusorische Idee

erhasche ich so,

wie das Leben dieser Menschen,

hier abgeschieden in den Bergen,

ca. 6 Stunden von Hanoi entfernt,

(über 90% gehören hier zu einer ethnischen Minderheit Vietnams)

wohl sein mag.

Im Dezembernebel blicke ich auf die Reisterrassen,

auf den Fluss im Tal

und die Holzhäuser an den grünen Hängen.

Vorwiegend von dem arbeitsintensiven Reis und Maisanbau

leben

die Menschen hier.

Auch Viehzucht und der wachsende Tourismus unterstützen das Einkommen der Bewohner,

welche laut Einkommensstatistik zu den Ärmsten Vietnams gehören.

Für mich war es eine Reise in

eine vergessene Märchenwelt.

In mir

erstrahlt die kindliche Freude,

die ungläubig staunend,

jeden Atemzug,

dieser kalten Winterluft

im Fahrtwind

tief einatmet.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Völker_Vietnams

https://north-vietnam.com/ha-giang/

Berührende Portraits :

http://wordvietnam.com/people-culture/the-big-story/the-ethnic-minorities

Lolo:

http://www.vietnamtourism.com/en/index.php/about/items/1827

http://www.trekkinghagiang.com/things-to-see/lo-lo-ethnic-group-ha-giang-vietnam/

https://www.traveldudes.org/travel-tips/lolo-ethnic-group-vietnam/15802

http://www.trekkinghagiangtour.com/ha-giang-tour-stories-from-the-highlands-of-the-lo-lo-ethnic-minority/

Über ihre traditionelle Kleidung:

http://hauteculturefashion.com/lung-cu-lolo-ethnic-minority-vietnam/

        http://hauteculturefashion.com/ethnic-travel-vietnam-black-lolo/

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Der vierte Monat

Ein Sonnenaufgang

irgendwann ist die Sonne wohl aufgegangen

in den Winterwolken

im Nebel

hinter den Reisfeldbergen.

Ich bin schon unterwegs,

schon wieder.

Denn für wenige Stunden ist Licht.

Licht, dass den Weg hinauf und hinab weist.

Licht, dass auf dem Asphalt einen Teppich auslegt.

Licht, dass tief in mich reflektiert.

Ein Sonnenuntergang,

in Pastell und hinter den Wolkenkratzern,

verteilt sich

flugmüde

die Zeit,

zwischen den Leben,

hier und hier.

So bleibt:

Die Melancholie der Straßenlaternen.

Sie besingt im Echo des Gefühls

die Momente als Geschichten.

Eine Rakete veredelt den Nachthimmel funkelnd,

es dröhnt der Knall,

im Kerzenschein.

Warten, dass diese Nacht nie vergeht.

Zwei Horizonte versuchen

einen Kreis formen.

 

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Der dritte Monat

Der Hunger nach Welt
Ich erkenne die Sterne wieder

in der Nacht

als die Welt still wird

nur Zikaden zirpen

Ich schlafe weniger

weil tanzen lebendiger ist

und die Welt vor meiner Tür

Hochzeit feiert und Häuser baut

Ich finde den Baum

nicht mehr vor lauter Wald

und verliere mein zu Hause

in so viel Stadt

Ich schmecke die Sehnsucht

das Obst vom Markt

meinen Alltag

Diese Welt pulsiert in mir

schwillt an als Suche nach Jahreszeiten

entlädt sich dann in der Flucht in den Norden

Reise ins Märchenland

Diese Welt versucht anzukommen

das Chaos ertragen

indem die Einsamkeit still leuchtet

wie ein Stern

Millionen Lichtjahre entfernt

      Brauchst du Abstand oder mehr Nähe in dieser Welt?

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Auf dem Boden

Zwischen Plastikstühlen und fahrbaren Verkaufsständen findet in Saigon ein Großteil des Lebens auf der Straße statt. Überall sind Menschen am Plaudern oder Essen. In den hohen bunten Gassen bleibt der Duft von gebratenen Fleisch hängen.

Und auf dem Boden liegt der Müll.

Plastikbecher, Plastiktüten, Essensreste, Bierdosen und gefüllte Müllbeutel.

Später dann im braunen Fluss treibt der Müll langsam in Richtung Pazifik.

Es stinkt, wenn man den Fluss überquert. Ein Duft, den man nicht beschreiben will.

Warum?

Fehlt es an Bewusstsein, Infrastruktur oder Verantwortung?

Vietnam gehört mit China, Indonesien, Thailand und den Philippinen laut eines Berichtes der NGO „Ocean Conservatory“ zu den Ländern, die für über 60% des Mülls in den Weltmeeren verantwortlich sind.

Diese Länder sind alle in den letzten Jahren wirtschaftlich besonders schnell gewachsen.

Wachsender Wohlstand, bedeutet auch wachsender Plastikkonsum.

Kein Marktbesuch ohne Plastiktüte.

Kein Eiskaffee ohne Plastikbecher und Strohalm, zum leichteren Transport, verpackt in einer speziellen Becherplastiktüte.

Keine Mahlzeit zum mitnehmen von der Garküche ohne Besteck, Tüte und Styropordose.

Kurz verwendet, schnell entsorgt, auf der Straße, in den Fluss oder in einen Müllbeutel.

Gefüllte Müllbeutel werden jeden Tag von der städtischen Müllabfuhr abgeholt.

Also stell deinen Müll, ungetrennt, einfach auf den wenn vorhandenen Bürgersteig, hat mir meine Vermieterin am ersten Tag hier erklärt.

Warte dann auf die Ratten, die Müllabfuhr oder die ve chai.

Die ve chai, sind private Müllsammler, die etwa 20% des städtischen Mülls, besonders Plastikflaschen, Dosen und Papier, sammeln und zu privaten Recyclinganlagen bringen.

Das ist gut, besser als den Müll einfach zu vergraben oder zu verbrennen, wie es mit den anderen 80% geschieht.

Leider sind sowohl die Mülldeponien, als auch die privaten Recyclinganlagen unzureichend im Bezug auf toxische Substanzen ausgestattet.

Die Mülldeponien haben Lecks.

Die Recyclinganlagen keine Kapazitäten toxische Substanzen fachgerecht zu entsorgen.

In ländlichen Regionen ist diese Infrastruktur nur rudimentär ausgeprägt.

Nur 40-60% des Mülls werden dort tatsächlich entsorgt. Der Rest bleibt am Wegesrand liegen oder wandert mit dem Fluss in den Ozean.

Und nun?

Es gibt eine „National Waste Strategy“, die vorsieht 85% des Mülls in den Städten zu recyclen. Es gibt außerdem lokale, wie internationale Organisationen, die Müll aufsammeln und das Bewusstsein der Bevölkerung erhöhen wollen (zum Beispiel Sach&Xanh aus Saigon).

Bis 2025 steigt der Plastikkonsum in den asiatischen Ländern laut Prognosen auf über 200 Millionen Tonnen pro Jahr.

So gibt es wohl zwei Szenarien für die Zukunft.

Eins

Überall liegt Müll und es stinkt, man trägt eine Atemmaske und bahnt sich den Weg. Die Straßen sind leerer an Menschen geworden, voller an Müll. Die Fischer haben Probleme Fisch zu fangen, da es mehr Plastik als Fisch gibt im Meer und im Fluss.

Zwei

Die Lecks in den Mülldeponien sind minimiert, Müll wird in Elektrizität umgewandelt, bessere Recyclinganlagen werden gebaut und der Entsorgungsservice in den Städten, wie auf dem Land verbessert.

Das sind nach „Ocean Conservatory“ die vier notwendigen Maßnahmen, welche in Vietnam, wie auch in den anderen asiatischen wirtschaftlich stark wachsenden Ländern umgesetzt werden müssen. Dann, könnten allein diese fünf Länder (Indonesien, China, Thailand, Philippinen und Vietnam), zu einer Minimierung von über 45% des Plastikmülls, der weltweit in die Meere gelangt, beitragen.

Innovative Technologien wären notwendig und hohe Investitionen.

Und auch das Bewusstsein und Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen müsste sich ändern.

Schon sehe ich Plakate auf den Straßen, bunt gezeichnet, die darauf verweisen, seinen Müll in den entsprechenden Müllkörben zu entsorgen.

Die Schüler freuen sich, als wir Wiederverwendbare-Plastikflaschen bemalen.

Immer mehr NGO´s und Unternehmen beschäftigen sich hier in Vietnam mit dem Thema.

Also Hoffnung?

Diskussionen beginnen.

Hier und überall auf der Welt, wo es ähnlich aussieht.
Denn auch wenn es vielleicht nicht überall stinkt, weil das Müllentsorgungssystem funktioniert, werden täglich über 3,5 Millionen Tonnen Plastik konsumiert.

Überall.

Meine Mitfreiwilligen und mich beschäftigt dieses Thema wirklich sehr.
Einen großartigen Beitrag zu dem Thema hat Leonie geschrieben:
http://www.stay-with-me.de/informationen/blog/

Meine Quellen:

https://e.vnexpress.net/projects/trash-talk-vietnam-slowly-sinking-under-mountains-of-waste-3633166/index.html

https://umvietnamstudy.wordpress.com/2013/01/06/trash-in-vietnam-a-problem-too-big-to-sweep-under-the-rug/

https://oceanconservancy.org/blog/2017/08/04/72-hours-vietnam-observations-craft-recycling-villages/

https://www.forbes.com/sites/davisbrett/2016/04/30/vietnams-littering-epidemic/#78926cf9725d

https://www.ecowatch.com/these-5-countries-account-for-60-of-plastic-pollution-in-oceans-1882107531.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/abfall-prognose-die-vermuellung-der-welt-a-930919.html

 

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Blicke aus meinem Fenster

  

Wenn ich die Augen öffne und meine Balkontür auch, dann erblicke ich Häuser und Dächer und eine Gasse. Ohne mich zu bewegen kann ich dem Treiben der Menschen zu sehen. Menschen beim Häuserbauen, beim Essen in der Garküche, beim Ballspielen und Karaoke-Singen. Kann betrachten, wenn der Regen fällt.

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Der zweite Monat

Mango, Passionsfrucht, Maracuja und Annans

mein Kühlschrank ist voll

Ich

mit wenigen vietnamesischen Worten

allein auf den Markt der Farben

allein im Unterricht

allein sein

Bedeutet das Angekommen sein?

Unterwegs

mit dem Boot

dem Flugzeug

dem Bus durch das Land

es stürmt und es brennt

die Sonne, der Himmel, mein Herz

Plastiktüten, Blätter und Fragen

wirbeln durch meinen Kopf

Spazierengehen zwischen den Bauten der Ungerechtigkeit

warum wohnen Menschen in Hütten auf Müll und Sumpf gebaut

mit Blechdächern und ohne fließendes Wasser

während

andere Menschen hinter Stacheldrahtzäunen ihre Kinder von der Elite-Schule abholen lassen und die Klimaanlage ein bisschen höher stellen, damit der Apfel besser schmeckt

während

für mich

im goldenen Licht unter dem Mückennetz

jeder Gedanke leicht geschrieben ist

ich beide Welten besuche in ihrem Haus

und dann

mit lachenden Gesichtern

das Leben feire

jung und frei

mich am nächsten Morgen dann

schäme für die Kontraste und meine Schuld daran

Vor meinem Fenster spielen Vögel und Kinder und schief gesungene Lieder verrückt

in meinem Kopf findet sich für Soziale Ungerechtigkeit keine Metapher

und das Prasseln des Regens wird zu Paukenschlägen

die den Zusammenhang

zerstören

und

mindestens

30.000 Häuser

und

89 Leben

   im Südosten und Norden Vietnams

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