Sommerurlaub

Wir hocken an den Handys. Im Einkaufszentrum. Noch zwei Stunden, dann kommt der Bus. Der Bus wohin? Nach Hause, ins neue Abenteuer, in die Heimat, vorübergehend.

Ein Besuch beim Nachbarn, den wir gar nicht kannten. Und nicht kennen. Ich hab genug gewartet, ich will nach Hause.

Raus aus dem Alltag. Ab ins Flugzeug. Nach Berlin. Ab in den Bus. Nach Breslau. Weg von der Zivilisation. Wir sind müde. Dann fünf Tage Seminar. Ab in den Bus. Schon sind wir wieder in Berlin.

Für mich wars ein Sommerurlaub. Der schönste Sommer seit langem. Ein Wiedersehen. Tanzen mit Tränen in den Augen. Das Lachen unserer Freunde als Musik in meinen Ohren. Umarmungen ohne Ankündigung. Und wieder ein Abschied. Ab ins Flugzeug.

Die längste Einsamkeit ist überstanden. Neujahr in Saint Petersburg und dann liegt der ewige Abschied in sechs Wochen absehbarer Zukunft. Mein Alltag lebt sich in Zeitraffer. Es ist schwer, ihn zu stoppen. Will ich das?

Morgen um 10 schwebe ich in der Luft. Seht hoch, vielleicht seht ihr mich ja. Es geht zurück in den Superlativ des Winters. Zurück in die Zukunft. Noch einmal mit den vereisten Wimpern schlagen und dann bin ich auch wieder zurück aus der Zukunft.

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