Traveling in Vietnam

“ Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.“

Xin Chào aus Vietnam !
Heute möchte ich über meine bisherigen Ausflüge berichten und vielleicht die Reiselust bei dem Einen oder Anderen wecken 🙂

Bereits im April hatte ich das Glück mit einer guten Freundin aus Deutschland und ihrer Schwester mehrere Tage das Land zu erkunden. Ich flog nach Dong Hoi, eine Stadt in Zentralvietnam, ca. 1500 km nördlich von Ho Chi Minh City. Der Flughafen hat gerade mal Platz für ein Flugzeug und man läuft einfach über das Rollfeld. Ein guter Start für eine abenteuerlustige Reise 🙂
Die Stadt ist meiner Meinung nach noch ein echter Geheimtipp: es herrscht eine entspannte Atmosphäre,  das Meer ist schnell mit dem Fahrrad zu erreichen, es gibt ein wahnsinnig süßes Cafe und die Massen von Touristen kann man hier (noch) vergeblich suchen. Dong Hoi ist zudem ein guter Ausgangspunkt, um den Phong Nha-Nationalpark zu besuchen, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier befindet sich die älteste und bedeutendste Karstregion in Asien. Wir nahmen den öffentlichen Bus und buchten uns vor Ort eine Bootstour, bei der auch Höhlen besichtigt wurden. Es war wirklich ein schöner Ausflug mit atemberaubender Natur.

 

Die Reise ging mit dem Nachtzug weiter nach Ninh Binh – 93 km südlich von Hanoi. Dort waren wir in Mitten der Natur in einem Homestay untergebracht. Erfreulich stellten wir fest, dass Mountainbikes ausgeliehen werden konnten und so nahm das „Schicksal“ seinen Lauf… Da wir absolut keine Lust hatten, uns neben 300 anderen überladenden Booten die Gegend anzuschauen, beschlossen wir zu einem kleinen Nationalpark zu radeln. Dieser lag allerdings 30 km entfernt. (Fast) einstimmig beschlossen wir, dass dies einen schönen Tagesausflug geben könnte. Motiviert radelten wir los, merkten aber recht schnell wie die Sonne gnadenlos auf uns prasselte. Aufgeben war keine Option und so kamen wir dann ein wenig erschöpft an. Dafür wurden wir mit einer idyllischen Fahrt in einem kleinen Holzboot belohnt. Unser Bootsmann  schien etwas über unseren nicht vorhanden Sonnenschutz  besorgt zu sein und pflückte uns kurzerhand Seerosenblätter als Kopfschutz vom Wasser. Tapfer traten wir den Heimweg an. Als seien die 60 km Radtour nicht schon genug gewesen, setzten wir (oder ich?) uns noch die Besteigung des Hang Muas in den Kopf.
Natürlich musste das alles schnell gehen, damit wir noch vor Sonnenuntergang oben waren. Der Ausblick war fantastisch!

Ninh Bninh

 

K.o. aber happy auf dem Hang Mua

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es mit dem Bus nach Halong Stadt. Keine sonderlich schöne Stadt, doch wir fanden einen akzeptablen Strandabschnitt und unternahmen eine Halbtagestour in die weltberühmte Halong-Bucht. Wie bereits erwartet ist es hier doch sehr touristisch. Dennoch haben wir einiges gesehen und das Essen auf dem Schiff war überraschend gut (was ja wirklich wichtig ist!). Die Tour ließen wir gemütlich mit netten Kanadiern und einem Bier an Deck ausklingen und haben einfach nur den Moment genossen.

Mit dem Bus erreichten wir die Hauptstadt Hanoi. Dort unternahmen wir einen Stadt-Spaziergang, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Das Leben spielt sich hier zum Großteil noch auf den engen Gassen ab und das bunte Markttreiben versprüht eine einzigartige Atmosphäre. Es sind deutliche Unterschiede zu HCMC zu erkennen- dennoch war ich sofort vom traditionsreichen Hanoi angetan.

Mit dem Flugzeug ging es nach HCMC zurück, um von dort mit dem Bus ins südwestliche gelegene Mekong Delta zu gelangen. In dieser Region mündet der Fluss Mekong in viele Flussarme, welche zum Südchinesischen Meer führen.
Wir hatten ein super schönes Homestay und früh am morgen startete die Tour mit Tochter Linh, die uns zu den schwimmenden Märkten brachte und einiges über Land, Leute und Kultur erzählte. Zum Frühstück gab es eine traditionelle Phở.
Gestärkt ging es zu ein paar Einwohnern am Fluss- hier konnten wir im Garten sehen, wie Ananas und Pfeffer angebaut werden.

Die unvergesslich schöne Zeit mit den Mädels verflog wie im Fluge und in HCMC ging es für die beiden wieder nach Deutschland.

 

 

Wer noch motiviert ist weiter zu lesen, wird noch von anderen Reisen hier in Vietnam erfahren 🙂

Über ein verlängertes Wochenende besuchte ich die Insel Phu Quoc, die nur 12 km vom kambodschanischen Festland entfernt ist, die größte Insel Vietnams ist und eine traurige Vorgeschichte hat. Die Franzosen bauten im Süden der Insel einen Gefängniskomplex, der später von den Amerikanern und der von diesen unterstützten südvietnamesischen Regierung übernommen wurde.
Ich mietete mir einen Roller und erkundete so die Gegend. Dabei entdeckte ich die Leidenschaft fürs Rollerfahren (in HCMC schreckte mich der chaotische Verkehr davon ab, einen Roller zu mieten – jetzt steht auf der Geburtstagsliste eine Vespa;)). Der Besuch im Gefängnismuseums hinterließ grausame Bilder…

Über die Insel kann ich folgendes sagen: erstmal war ich ein wenig enttäuscht, da viele Strände ziemlich zugemüllt waren. Bei der Erkundungstour mit dem Roller ging es über rote Schotterpisten und ich entdeckte einsame, unberührte Strände. Die Anlage des Mango Bay Resorts (dank der Empfehlung der wundervollen Carlotta :)) machte alles wieder wett: ein traumhafter Strand und fantastisches Essen!  Zum Sonnenuntergang ließ es sich in Rory’s Beachbar gut aushalten. Ich übernachte im 9 Station Hostel- einer hotelähnlichen Anlage mit modernen, günstigen und sauberen Mehrbettzimmern.

Mit ein paar anderen Praktikanten aus HCMC ging es für ein verlängertes Wochenende nach Da Lat, eine Stadt im zentralen Bergland, die von den französischen Kolonialherren gegründet wurde. Die Oberschicht Saigons baute hier prachtvolle Villen und ihre Altersruhesitze. Diese Einflüsse zusammen mit dem eher unüblichen milden Klima ( wir empfanden es fast schon als kühl) verliehen der Stadt einen eigenen Charm. So ist Da Lat ein beliebtes Urlaubsziel für Touristen und Einheimische.
Nach ein paar Wochen im schnelllebigen Saigon freuten wir uns auf die ruhige, abgelegene Unterkunft Zen Café Lakeside. Ein absolutes Erholungsparadies!
Mit den Rollern ging es zum Elephants Waterfall, zu einer Kaffeeplantage auf der Wieselkaffee produziert wird (hier fragt man sich nach der Notwendigkeit diese Kaffees – die Tierhaltung ist hier definitiv nicht artgerecht!), zu einer Besichtigung in einer Seidenfabrik und letztlich noch zum Berg Lang Biang, welchen wir auf einem abenteuerlichen Weg bestiegen.

 

 

 

Ein weiterer Wochenendausflug brachte mich nach Mui Ne. Nach 4 Stunden Busfahrt erreichte ich das südlich gelegene Fischerdorf. Ich war im Mui Ne Hills Budget Hostel unterkommen – Frühstück gab es inklusive Meerblick 🙂
Am Strand konnte ich in der Beachbar der Vietnam Kiteboarding School den zahlreichen Kitesurfern zuschauen. Ich selbst nahm mir ein paar Stunden Surfunterricht. Auch das Rollermieten durfte nicht fehlen, um die Gegend zu erkunden. Leider kam ich etwas außerhalb in eine Polizeikontrolle. Kleiner Tipp: haltet euch wirklich an die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Nach meinem Erstaunen über die hohe Geldstrafe, sagte der Polizist, dass er mir einen Kompromiss anbietet, da ich ja eine so hübsche Deutsche sei. So bezahlte ich nur die Hälfte der eigentlichen Strafe. Hier wurde mir erneut bewusst, wie alltäglich Korruption in Vietnam ist.

Sehenswert ist auf jeden Fall der Fairy Stream, ein Bachlauf durch beeindruckende Gesteinsformationen.  Außerdem sind in Mui Ne weiße und rote Sanddünen zu finden.

 

Allgemein kann ich  zum Reisen in Vietnam sagen, dass es wirklich unkompliziert und günstig ist. Die zahlreichen Busverbindungen ermöglichen ein meist sehr spontanes Buchen.
Für mich neu und am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig waren die „Sleeperbusse“ –  kleinere Menschen sind hier definitiv im Vorteil.

Sleepingbus

 


Am Ende des Monats habe ich nochmal die Chance, mit 4 Freundinnen für knapp 2 Wochen die restlichen Regionen des Landes zu erkunden, bevor es Mitte August nach Bali weiter geht….
(Ich habe mir fest vorgenommen, danach nochmal kurz einen Blogeintrag zu verfassen beziehungsweise diesen zu ergänzen)

Bis dahin: genießt den Sommer und lasst es euch gut gehen.

Liebe Grüße


PS: Ich weiß, es passt nicht ganz zum Thema „Reisen in Vietnam“ – dennoch möchte ich kurz noch von meinem Wochenendtrip nach Hong Kong erzählen. 

Ich war positiv von der Metropole und Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China beeindruckt – vor allem von den pünktlichen und schnellen öffentlichen Verkehrsmitteln.
Wir hatten eine schöne Wanderung auf dem Dragon Back. Diesen kann man sehr einfach mit den öffentlichen Bussen erreichen. Die Skyline und vor allem der Blick vom Peak waren großartig – hoch ging es mit der Peak Tram, die teilweise Steigungen von 48 Prozent überwinden muss. Kulinarisch hat die Stadt einiges zu bieten und wir ließen den Abend mit leckeren Cocktails im Szenenviertel SoHo ausklingen.
Die Stadt war perfekt für einen Wochenendausflug geeignet – länger hätte mein Geldbeutel in dieser teuren Metropole nämlich auch nicht durchgehalten 😉 Und die Freude, meine Freund wiederzusehen war natürlich riesig !

 

 

 

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