Die ersten Wochen in Ho Chi Minh City

„Man sollte die Städte auf dem Land bauen, da ist die Luft besser.“

… und ich vermisse jetzt schon die gute Landluft. Der erste Kauf hier war ein Mundschutz (selbstverständlich ein Schöner mit Blümchen). In Stuttgart würde es bei solchen Abgaswerten bestimmt ein absolutes Fahrverbot geben.
Ich weiß, ich bin nun schon einige Wochen hier und der erste Blogeintrag liegt schon ein paar Tage zurück. Dennoch wollte ich euch mit diesem Beitrag an meinen ersten Eindrücken hier teilhaben lassen… (Ich hätte nicht gedacht, dass die Motivation zum Blogschreiben so schnell nachlässt- okay, es fehlte auch einfach die nötige Zeit dafür).
Was ich sonst dachte, als ich hier ankam?
Es gibt wirklich nichts, das nicht mit einem Roller transportiert werden kann. Beeindruckend fande ich eine 4 -köpfige Familie und Hund auf EINEM Roller- die Mutter stillte währenddessen noch das Baby (skurrilerweise hatten nur die Eltern einen Helm auf) . Selbst für die kürzesten Strecken steigt man auf den Roller, die Stadt ist definitiv nicht auf das Laufen ausgerichtet. Der ganze Verkehr kommt einem erstmal ziemlich chaotisch und durcheinander vor. Aber irgendwie bewegt sich doch alles in einem „Fluß“. Hupen ist hier vermutlich die wichtigste Verkehrsregeln. Es wird beim Überholen gehupt, beim Abbiegen- einfach um auf sich aufmerksam zu machen. Ampeln und Zebrastreifen dienen meist nur als Dekoration. Auch das Überqueren der Straßen ist jedes mal ein kleines Abenteuer. Wenn man erstmal die Angst abgelegt hat, geht es erstaunlich gut. Immer schön langsam und gleichmäßig weiter laufen- die Roller weichen dann schon aus 😉   Auf 1000 Rollerfahrer gibt es hier gefühlt 2 Radfahrer. Dazu zähle übrigens auch ich. Für mich war schnell klar, dass ich in der Stadt nicht selbst Roller fahren werde. Ich genieße (mittlerweile halbwegs entspannt) lieber die Fahrten auf einem Rollertaxi.  Allmählich fühle ich mich  mit dem Rad schon wie ein Profi im Rollerwirrwarr und empfinde dabei Gefallen und etwas Angst zugleich.

Okay, jetzt muss ich aufpassen, dass der Eintrag nicht völlig den roten Faden verliert.
Vielleicht erstmal noch kurz zu meiner Unterkunft. Nachdem ich einem Bekannten Bilder von der Wohnung schickte, war er total überrascht. In seinen Vorstellungen lebte ich wahrscheinlich in irgendeiner kleinen Hütte ohne Strom und ohne Wasser. Ich habe ein hübsches Zimmer in einer WG.
Hier mal ein Foto von der Wohnanlage, inklusive Aussicht vom Balkon:

Die Straße in der ich wohne

Ich muss dazu sagen, dass mein Wohnbezirk zu den ruhigeren und wohlhabenderen der Stadt zählt und hier viele Familien und Auswanderer wohnen. Für mich dennoch ein perfekter Wohnort- ich habe es nicht weit zur Schule und das Zentrum ist in 20 Minuten zu erreichen. In diesem Wohndistrikt gibt es alles was ich für den Alltag brauche: Supermärkte, gute Cafes und Restaurants, ein Fitnessstudio, schöne Buchläden etc.
Kaffee wird hier wirklich seeeeehr gerne und viel getrunken. Der typische vietnamesische Kaffee hat ein starkes Aroma und wird sehr süß mit gezuckerter Kondensmilch getrunken.
Allein schon die Zubereitung ist ein schönes Ritual:

Wenn ich am Wochenende ab und an in Distrikt 1 (Zentrum) fahre, fühlt es sich an, als ob ich in einer komplett anderen Stadt gelandet bin: viel Verkehr, es ist laut, unglaublich viele Menschen und die Luft fühlt sich hier noch schlechter an.

Gute Idee für die Mittagspause

Natürlich war das Klima am Anfang erstmal eine enorme Herausforderung. Die Hitze und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit ließen mich auch erstmal keinen Hunger verspüren (und wer mich ein wenig kennt weiß, dass das echt was zu heißen haben muss!). Mit der Zeit gewöhnt man sich aber so mehr oder weniger gut an das tropische Klima. Und bei dem ganzen leckeren Essen kann man auch nicht widerstehen. Vegetarisch zu essen geht im Großen und Ganzen ganz gut. Nur mit dem vietnamesischen Frühstück habe ich mich noch nicht anfreunden können und bevorzuge anstatt der typischen Suppe „Pho“ lieber Haferflocken mit Mango und Drachenfrucht.

Lecker vegetarisches Abendessen


Eine interessante und gleichzeitig erschreckende Entdeckung beim Einkaufen waren die Drogerieartikel. Shampoos, Seife und sogar Deos enthalten hier größtenteils Bleichmittel! Frauen nutzen hier jede Möglichkeit, ihre Haut hell zu halten oder zu bekommen. Verrückte Welt mit ihren Schönheitsidealen- wir können gar nicht genug davon bekommen uns zu sonnen und braun zu werden, während die Mädchen und Frauen hier wirklich sehr penibel darauf achten, nicht zu viele Sonnenstrahlen abzubekommen, damit sie den Männern gefallen.
Noch eine Sache die gleich auffiel, ist das Umwelt- und Abfallproblem. Vom Trend zum plastikfreien Einkaufen, der in Deutschland ja gerade deutlich zu spüren ist, ist man hier wirklich noch weit entfernt. Unmengen an Plastikbechern, Plastiktüten und dafür sind kaum Mülleimer vorhanden.

Sicherlich habe ich den ein oder anderen Eindruck vergessen, aber fürs erste sollte das reichen.
Da ich auch schon Besuch hatte, werde ich im nächsten Beitrag von unserem Urlaub und dem Reisen hier in Vietnam berichten.

Bis dahin,
sonnige Grüße

Ach und noch etwas: hier wird man wirklich schnell zum Millionär! Das lässt sich aber schlicht und einfach auf die Währung zurückführen: 1 Euro entsprechen 25 000 Dong.

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