23 – kideeev – „nochmal!“ Besuch aus Germania und Osternfeiern

Am 2. April um 4 stehe ich schon wieder am Flughafen, um Besuch, diesmal meine Herzensfreundin von Zuhause, abzuholen. Um mich herum wartet die georgische Großfamilien auf die Tante, ältere Ehepaare auf die Kinder, junge Georgier*innnen allein oder in Grüppchen, feichsend, ungeduldig. Kleine Kinder rennen im Slalom um die Großen. Ich werde auf Georgisch aufgeklärt: ‚Nein, hier können Sie nicht stehen bleiben, Sie blockieren den Schalter zum Geldwechseln‘, ‚Nein die Maschine aus Frankfurt ist noch nicht gelandet.‘ Ich finde einen guten Platz direkt bei der Ankunft und ärgere mich nicht an so ein lustiges Schild wie ‚Mrs. Collister, Builtmore Hotel‘ gedacht zu haben. Kurz hinter der nationalen Basketballmanschaft? – die Grüppchen jubeln- taucht endlich ein vertrautes Gesicht auf!

Viel zu früh müssen wir am nächsten Morgen aufstehen, ich muss in die Schule und mein Gast über den Rustaveli Boulevard spazieren. Mittags präsentieren das erste Chratschapuri und Badrigani die gute Georgische Küche. Die nächsten Tage lassen wir uns auf dem Osterbazaar an meiner Schule die ulkigste Osterdeko aufschwazen und keinen Kuchen oder Keks entgehen.

Ich sitze meine Aufsicht bei der mündlichen DSD-Prüfung ab, fasst alle 9. Klässer volle Punktzahl!! Morgendliche Seilbahnfahrt über die Stadt und Ausblick vom höchsten Punkt der Narikala-Festung sind nicht zu verachten. Und eine Funicular-Fahrt zum Heilige Berg Mtazminda, der will nach der Dawit-Kirche und dem Pantheon abgesucht werden.

Wer schafft die meisten Tiefkühlkhinkalis? Auf dem Flohmarkt der Dry Bridge gibts Schallplattenspieler, alte Fotoapparate, echte Dias mit Minihundefotos, Samtsessel, Lampenschirme, hätten wir doch ein großes leeres Haus in Tbilissi! Die Ruhe der orthodoxen Kar-Tage im Aleksandre Garten genießen. Parkwächter sorgen dafür, dass kleine Mädchen nicht die Füße auf die Bänke legen und Unholde in unorthodoxem Ostersuff nicht hereinkommen. Das Geld für den Friseurbesuch kann eine Jede sparen, die eine große Küchenschere Zuhause hat. Samstagnachmittag vertrödeln wir beim Sonnenbaden in der Fabrika https://fabrikatbilisi.com/, wo wir jungen Familien neidisch beim Sushi-Gelage zuschauen. Zum Kräftesammeln vorm Abflug eignet sich die Frühlingssonne im Msiuri-Park in Vake:

Socken mit Khinkali-Muster, Frida Kahlo oder Sonnensystem eignen sich hervorragend als Souvenir. Zur georgischen Osternacht stehen wir auch schon wieder am Flughafen.

Auf der Rückfahrt zur Wohnung liegen die Straßen dunkel und leergefegt, nur einzelne Besucher des Ostergottesdienstes verlassen die Kirchengebäude und tragen mit brennenden Kerzen das Osterfeuer nach Hause. Die nächsten Tage wird sich so begrüßt: Kriste arsdga – Christus ist auf erstanden, tscheschmaritad igi ardga – tatsächlich, er ist auferstanden. Und tüchtig Paska, Oster-Panettone gefuttert.

 

 

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