18 – Tipps für die Reise nach Jerewan

 

Der*ie Reisende soll gewarnt sein: Der Nachtzug von Tbilissi nach Jerewan verkehrt nur an geraden Tagen, von Jerewan nach Tbilissi nur an ungeraden Tagen. Zum Ausstellen der Billetts bedarf es der gültigen Reisepässe eines jeden Fahrgastes. Mit diesen Informationen sollte sich die Zahl der Besuche am Bahnhof deutlich reduzieren lassen. Auch ist an zu merken, dass die Metrostation „Station Square“ über drei verschiedene Ausgänge verfügt, von denen nur einer auf den Platz vor dem Bahnhof führt. Manch einer spuckt den*ie unerfahrene*n Reisende*n in das Labyrinth der Marktstände am Basar aus.

Ist man dann endlich vom dunklen Bahnsteig in den richtigen Waggon geklettert (Billetis sind auf Russisch aber der nette, schon Armenisch sprechender Schaffner hilft!) verströmt das alte Metall, die engen Flure und niedrigen Decken, schmale Bänke mit kratzigen Polstern und abgerundete Fensterchen mit Gardinen, ganz von selbst den abenteuerlichen Reiseflair. Zur vorbei ziehenden Nacht vor dem Fenster eignen sich Ohrwürmer von Songs mit Liedtexten wie „took the midnight train goin anywhere“. Der Schaffner verteilt Pakete mit Bettzeug und Handtuch. Beim Spaziergang durch den Zug auf der Suche nach den Toiletten, sind Bekanntschaften mit den partymachenden Georgiern im Nachbarabteil zu empfehlen. Dann folgt auch schon die erste Grenzkontrolle, der Zug hält irgendwo kurz vor Verlassen des Georgischen Gebiets.

Zuerst kommt der Schaffner vorbei und fordert einen auf, die ID-Cards bereitzuhalten. Dann folgen georgische Grenzpolizisten, jeder Pass im ganzen Zug wird erst mal eingesammelt. Kein Grund zur Panik, dauert eine Weile aber sie werden wieder zurückgebracht. Mit einem Stempel von Georgien. Dann fährt der Zug bald wieder an. Kurz nach der Armenischen Grenze wird halt und diesmal alle raus, mit Pass. Die Umgebung stockdunkel, Grenzgebäude im Nirgendwo, wenige grellweiße Straßenlaternen durch nebligen Dunst, drin stehen Silhouetten von bewaffneten Polizisten mit Fellmützen. Die Pässe werden eingesammelt, Aufforderung im Eingangsraum zu warten. Davon geht eine Tür in einen weiteren Raum mit Schreibtischen, kleinen Computer und seltsamen Koffern und Kisten ab. Der Beamte dort ruft einzeln Namen zu sich. Ein paar Fragen und der armenische Einreisestempel in den Pass. Dann darf man* wieder zurück in den gemütlich warm leuchtenden Zug. Achtung, der selbst benannte „Customerservice“ will nicht die Bestellung Tomatensaft sondern fragt nach zu verzollender Ware. Für volles Zugfeeling empfiehlt sich eines der oberen Betten. Ob oder ob kein gutes Schlafen möglich ist, darüber existieren verschiedene Meinungen, ich persönlich fand das Schaukeln und die stickige Wärme sehr schläfrig machend. Die Abteiltür kann abgeschlossen werden

Sehr früh, gegen halb sieben, wird man vom Klopfen des Schaffners geweckt, bitte Bettzeug und Handtuch zurückbringen. Wenig später steht man am Bahnhof, des um diese Zeit noch tief schlafenden Jerewan. Durch Dunkelheit und leise Schneeflocken suchten wir nach einen Geldautomat, in der Eingangshalle zu finden, und der Metro, gibt einen Eingang Treppe runter in der Eingangshalle und einen außen vom Vorplatz. Die Währung sind armenische Dram, es müssen bei einer Dame im Glaskasten kleine Plastikmünzen gelöst werden, die einen*e durch ein Drehkreuz zu den Metros schleusen.

OneWay Hostel in der Belyakov Straße direkt am zentralen Republic Square ist ziemlich in Ordnung, Gemeinschaftsküche, guter irakisch-iranisch-armenischer? Kräutertee Rezeption ist 24h besetzt und hat uns mit Stadtplan und Tipps ausgestattet. Allerdings gibt es kein Frühstück, anders als Hostelworld behauptet!

Das Zentrum der Stadt ist sehr überschaubar,von einem Ring aus Grünanlagen umschlossen. Folgt man der Straße in dessen Mitte, trifft man die bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Vom Platz der Republik über die Oper am Schwanenteich vorbei, der im Winter zur Eisbahn umfunktioniert wird, bis zu den Kaskaden, eine Steintreppe in pompösen Baustil, mit Blick über die Stadt, im Winter viel Nebel, schlechte Sicht. Viele irgendwie europäisch-frankophil Cafés/Bistros.

 

 

Blue Mosque

zimlich schön, versteckter Innengarten. Plötzlich Ruhe vom Stadtlärm. Es gibt eine große Armenisch-Orthodoxe Kirche, nicht weit vom Republic Square. Ganz andere Architektur als in Georgien, viel monumentaler.

 

 

 

 

Tsitsernakaberd, Denkmal des Genozids an den Armeniern unter dem Ottomanischen Reich. Sehr eindrucksvoll und bedrückend aber trotzdem gut besuchter Ausflugsort für ältere Spaziergänger aber auch die Mama mit Baby im Kinderwagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sowohl von hier als auch von der Ruine einer Festung über der Stadt, hat man einen wunderbaren Blick! Auffällig ist, im Vergleich zu Tbilissi, wie weit sie sich erstreckt.

 

Noch vor den Bergen im Hintergrund verläuft schon die türkische Grenze und ruft nach den Reisenden!

 

 

 

 

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