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Berlin – Teil 2

Identität – Was ist wichtiger: Die Herkunft oder die Wahl? Meiner Meinung nach lässt sich diese Frage in keiner anderen Stadt als der Berlin stellen. Einem Ort wo „alles kann, nichts muss“. Ein Ort, an dem man vergessen und neu anfangen kann – und das Tag für Tag aufs Neue. So würde meine Definition nach 2 Wochen lauten. Dabei sollte ich auf Kafkas Schutzmann hören, der es mit seinen Worten „Gibs auf, gibs auf “ so schön formuliert: Definitionen sind IMMER subjektiv, nicht universell, unfehlbar oder umfassend. Das wird einem klar, sobald man Menschen auf der Straße fragt.

Zu Themen wie Wohnort, Kunst, Liebe – für mich scheint der stetige Wunsch dahinterzustehen, die Dinge in gut und schlecht einteilen zu wollen. Schließlich kann man nun selbst darüber diskutieren, ob das gut oder schlecht ist. Aber was heute gut scheint, kann morgen schlecht sein. Und anders herum. Wohin diese Gedankengänge führen sollen? Eigentlich nur zu der Einleitung des 1 Teils meiner Berlinreise und der Aussage, dass es mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt, wenn man die „Wunden der Vergangenheit kontinuierlich auf()reißen oder Beschwerden und Kommentare über Ereignisse () äußern (muss), an denen man nichts mehr ändern kann. Doch das eine bedingt das andere. Vor allem beim Thema Identität. Ob nun Herkunft oder die Wahl wichtiger ist scheint zunächst egal. Denn: Privilegierte Herkunft –> Privilegiertere Wahlen:

 

Ein Jahresabo für die Berliner Verkehrs Gesellschaft kurz BVG kostet etwa 1.000 €. Dank der Schätzungen meiner Schüler*innen konnten wir diese Summe mit dem Beitrag für ein Abo in ihrem Land vergleichen. Von diesem Geld hätte wir ein Ticket mit einer Laufzeit von ~ 20 Jahren.

Im Berliner Ensemble – Ein Migrationstheater https://www.youtube.com/watch?v=KZDBPBVGoPM – wir haben das Privileg uns mit diesem Rassismus und der Diskriminierung auseinander zu setzen – Betroffene nicht.

Die Meinungsfreiheit in unserem Land besteht selbst in der Kunst http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/hamburger-bahnhof/home.html. Dass dies nicht überall so ist, wird man stets am Musterbeispiel Ai Weiwei (https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Weiwei) sehen können.

„Aus dem Nichts“ https://www.youtube.com/watch?v=4JW2mUTSL8k – Heute ist es nur ein Kinofilm – vor einiger Zeit Realität.

(In Bearbeitung)

 

Gewissensbisse geweckt? Ja, Nein. Vielleicht. Schlecht scheinen alle Antworten. Dabei bezwecke ich uns bzw. insbesondere mir selbst nur wieder vor Augen zu führen, dass selbst dieses Bloggen über (meine) Erfahrungen im Ausland ein Privileg ist. Keiner von uns trägt die Last der Welt auf seinen Schultern. Keiner kann etwas für seine Herkunft – sich dessen bewusst zu werden versetzt einen Stich, aber das ist der erste und so ziemlich größte Schritt, den man überhaupt machen kann. Denn wenn das Vermindern von Ungerechtigkeit ein lebenslanger und aussichtloser Prozess scheint, ist Dankbarkeit für seine Privilegien zu zeigen ein geringer gedanklicher Aufwand, den jeder von uns leisten kann.

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