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„Ausganssituation“: Der 30 Stock hohe Kulturpalast – Wahrzeichen Warschaus und Handlungsort einer kleinen Geschichte. Der Geschichte einer kulturweit-Freiwilligen in Warschau, die mit ihren verschiedenen Gefühlen während des 6-monatigen Auslandsaufenthalts zu kämpfen hat. Stockwerk für Stockwerk wird sie sich im Aufzug der Plattform in 231 Meter Höhe nähern – und hoffentlich dem Ziel Warschau/Polen in all seinen Facetten kennen zu lernen. Für sich selbst und in erster Linie für alle, die sich mehr Austausch zwischen Polen und Deutschland wünschen. Begleitest du sie?

„Besetzung“

Bärbel/Björn:Nörgler*in/Pessimist*in

Sabine/Dimitri:Freude/Optimist*in

Sarah/Sven:Wut

Veronika/Vincent:Träumer*in/Naiv

Lara/Lars:Perfektionist*in,Besserwisser*in

Sandy/Andy:Mut

Candy/Danny:Angst

Martha/Matthäus: Trauer

 

Ein helles „Ping“ ertönt und erfüllt das kleine Aufzugsabteil. Nervös drängeln sich alle Insassen an dir vorbei, um als erster durch die Tür zu treten. Du schüttelst den Kopf als du bemerkst, dass ihr euch erst im dritten Stock befindet. Die Tür springt auf und die mit den Füßen stampfenden Drängler*innen werden wieder in ihre Ecken gewiesen – zu euch treten nämlich 5 weitere Freiwillige aus Polen, die für eine kurze Zeit in eure Stadt reisen und den gleichen Aufzug nehmen müssen. Ein*e Freiwillige*r erhebt das Wort, als die wimmernde, fluchende und sich Mut zu sprechende Masse leiser wird.

Freiwillige*r >>Wie war Warschau denn die letzten 26 Tage?<<

Candy/Danny >>26 schon? Oje. So viele Buchstaben wie das lateinische Alphabet hat… <<

Veronika/Vincent >>Wie viel hat das Polnische nochmal? <<

Sarah/Sven schüttelt den Kopf und atmet geräuschvoll aus.

Lara/Lars >>32 Buchstaben. 23 Konsonanten und 9 Vokale<<

Sarah/Sven >> Hey Veronika/Vincent… 6 Stunden polnisch Unterricht und für dich hört sich die Sprache weiterhin nur nach „ P-sch-t-sch-w-sch“ an oder was?!<<

Martha/Matthäus >>Das ist nicht fair. Trotz der Teilnahme an „Warsaw Social“ Events wie Salsa Tanzen, dem English Pub Quiz oder Street Food Märkten leiden einige von uns immer noch irgendwie an einer „Polenallergie“. Ich z.B. fühle mich immer noch nicht ganz angekommen. Nicht einheimisch. Nicht 100 prozentig wohl. <<

Zur Bestärkung simuliert Candy/Danny einen schlechten Niesanfall

Veronika/Vincent >>Deshalb wolltest du nach Prag auswandern oder?<<

Sarah/Sven schüttelt noch schneller den Kopf und atmet erneut geräuschvoll aus. Bärbel/Björn >>Praga, Herrgott. Mit Praga ist doch nicht die Hauptstadt von Tschechien gemeint. Sondern das Stadtviertel hinter der Weichsel.<<

Dimitri/Sabine grinst über beide Ohren

Dimitri/Sabine >>Hinter der Wisla, dem Fluss – ist alles ein Augen- und Gaumengenuss<<

Sandy/Andy >>Ja, lass es mich anders ausdrücken. Jede Metropole hat mit dem Touristen-Terror zu kämpfen. Malls, Restaurants und private Kamerabilder – nichts ist vor ihnen sicher.  Auf der anderen Seite jedoch, gibt es Cafés, Bars und Läden, deren geringere Popularität sie zu richtigen Geheimtipps macht. Dort findet man meiner Meinung nach eher Local People. Dort findet man eher das „wahre Warschau“<<

Dimitri/Sabine grinst noch breiter

Dimitri/Sabine >>Und das wahre Polen? „Auf in die Hala Mirowska!“ – so sah die Aufforderung einer Einheimischen meiner tollen App „Spotted by Locals“ aus. <<

Lara/Lars >> Meiner Meinung nach hat sie auch Recht gehabt. Bezogen auf das Polen früherer Generationen vielleicht. Aber auch im Alltag erfährt man genug davon, welche liebenswürdigen oder modernen Ticks die Polen haben: Sie ziehen den facebook messanger unserem geliebten Whatsapp in jeder Hinsicht vor. Sie essen Pizza nie ohne ihre Saucen. Und – Erinnert euch an den alten aber auch jüngeren Mann in der Straßenbahn, die mir beide ihren Platz anbieten wollten, da ich über und über mit Schulmaterial überladen gewesen war? <<

Dimitri/Sabine >> Zuvorkommend, unglaublich nett und zwar alle – selbst Lehrer. Etwas, dass mein jüngeres Ich nie unterschrieben hätte. Nach dem 3-tägigen „DSD Gold“ Seminar, das von meinem Fachberater und seiner Kollegin organisiert worden war, habe ich meine letzten Vorurteile über Bord werfen können. Die polnischen Teilnehmer hätten keine besseren Kollegen und Kolleginnen sowie Lehrer*innen sein können. Die Gespräche aus den Kaffeepausen und gemeinsamen Mittags- und Abendessen sind wie ein mentaler Spaziergang nach einem langen Arbeitstag gewesen. Es ist sehr schön gewesen, sie kennengelernt zu haben. <<

Sandy/Andy >>Wen meint ihr werden wir noch kennenlernen? <<

Veronika/Vincent >>Nächstes Wochenende geht´s nach Lublin. Mal sehen. Ich bin er-warsaw-voll <<

Sarah/Sven verpasst einen kleinen Klaps und Veronika/Vincent verstummt.

Die Zeit bis in den nächsten Stock vergeht wie im Flug. Aber auch nur für die Personen mit Redeanteil. Die Zugestiegenen freuen sich bereits wieder aussteigen zu dürfen – und für eine Entdeckungsreise nach Warschau zurückzukehren, wenn sie andere Begleiter*innen haben. Du beneidest sie, bemerkst aber, dass du gerne mehr über Warschau kennen lernen möchtest. Du bleibst also am Fleck, atmest tief durch und zückst dein Handy, um vielleicht die Blogs dieser Freiwilligen durchzulesen – bis deine Insassen dir Neues zu berichten haben.

Links:

Warsaw

http://www.coffeekarma.eu/

http://www.locomexicano.pl/

https://www.facebook.com/vintagestorefb/?fref=ts

http://bazarmiejski.com/

https://pl.wikipedia.org/wiki/Hale_Mirowskie_w_Warszawie

https://warsawsocial.com/

Praga (must-see)

https://www.facebook.com/KOZA-CAFE-721324684566766/

https://de-de.facebook.com/woparachabsurdu/

App

http://www.spottedbylocals.com/

Blogs:

https://kulturweit-blog.de/ichbindannmalweg/

https://kulturweit-blog.de/anneinlublin/

https://kulturweit-blog.de/sarahmariasuess/

https://kulturweit-blog.de/lauraspolnischewelt/

 

 

 

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