Die kleine Frage nach dem Warum

Ein paar Worte für all diejenigen, die ohne Google Maps beim Busfahren hoffnungslos verloren sind und beim Bezahlen an der Supermarktkasse immer ein klein wenig länger brauchen als die anderen, weil die Münzen und Scheine so ganz anders aussehen, als dieser viel diskutierte Euro.

Allein, dass du ins Flugzeug gestiegen bist, ist schon so unfassbar mutig. Denn was hätte man nicht alles einfacher haben können:

Ein Kontinent, den man davor schon einmal betreten hat.
Eine Kultur, die deiner eigenen ein wenig mehr ähnelt.
Eine Sprache, die trotz einiger Jahre Schulunterricht nicht ganz so fremd klingt.
Menschen, die einen schon lieben und nicht erst langsam kennengelernt werden müssen.

Aber Nein das hast du ja alles hinter dir gelassen. Doch warum nur? Ja warum, das fragst du dich doch auch manchmal, in all jenen Momenten, in denen deine Eltern sonst so selbstverständlich neben dir standen und weiter wussten, du mal wieder irgendwo in der Stadt stehst, keine Ahnung hast, wo du gelandet bist und vor allem, wie du wieder zurück kommst, du dann abends wenn du heimkommst, nicht mit deiner besten Freundin telefonieren kannst, weil die 5 Stunden die zwischen euch liegen doch ganz schön viel sein können, wenn es bei dir gerade halb elf ist, weil Waschmaschinen bedienen auch erst einmal gelernt werden muss und der Kühlschrank sich auch nicht von selbst füllt.

Ja warum das ganze? Warum nur?
Weil der einfache Weg nicht immer auch der richtige ist.
Weil wir Mauern erst überwinden können, wenn wir so richtig dagegen knallen.
Weil es mal wieder an der Zeit ist die Augen zu öffnen für neue Wahrheiten und Wirklichkeiten und die sind nun mal nicht da zu entdecken, wo du den gewohnten Weg zum Bäcker blind findest,
und weil er gewohnte Weg zum Bäcker nach einem Abstecher in eine andere Lebenswelt plötzlich mit neu geöffneten Augen ganz anders aussieht.

Darum.

 

Ein ganz liebes Dankeschön an all diejenigen, die mich an ihren eigenen Erlebnissen teilhaben lassen und inspirieren 🙂

 

 

2 Gedanken zu „Die kleine Frage nach dem Warum

  1. Bei meinen Recherchen zu dem Jahr in Südamerika, das ich hoffentlich im Sommer 2017 antreten werde (insofern ich irgendwo angenommen werde), bin ich zufällig auf deinen Blog gestoßen und ich muss sagen, dass ich den total gerne lese, obwohl ich dich nicht kenne.
    Großes Kompliment an deine Art, die Dinge zu sehen und noch ein größeres daran, wie du es schaffst, das alles in Worte zu kleiden.
    Ich hoffe, dass du weiterhin so viel Freude in Santiago hast und auch weiterhin fremde Menschen wie mich daran teilhaben lässt 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.