Das Vorbereitungsseminar

10 Tage kulturweit Vorbereitungsseminar sind so gut wie vorbei und oh boy, endlich kenne ich ihn. Den Unterschied zwischen richtig und falsch, zwischen Clementine und Mandarine, zwischen teurem und billigem Wein. „Was erzählt sie da schon wieder?“, fragt ihr euch zurecht. Und ihr liegt natürlich goldrichtig, ich kenne ihn nicht. (Ich wurde übrigens darauf hingewiesen, dass die direkte Ansprache des Lesers im Allgemeinen eher ungewöhnlich ist, aber was Günter Grass in der Blechtrommel kann, kann ich schon lange. Ha! Zurück zum Thema).

Das kulturweit Vorbereitungsseminar thematisiert Aspekte wie Postkolonialismus, die Verteilungsungerechtigkeit in der Welt und ihre Ursachen, den Klimawandel und alternative Lebenskonzepte. In Workshops und Seminaren hinterfragten wir gemeinsam gesellschaftliche Normen und beleuchteten Themen wie Identitäten, Privilegien und die Sinnhaftigkeit von Entwicklungszusammenarbeit. Wir sprachen über Weißsein, über Rassismus, Sexismus und jedwede andere Diskriminierungsformen und tauschten uns über persönliche Krisen und mögliche Strategien im Umgang mit ihnen aus. Ich könnte die Liste endlos weiterführen.

Emotional gesehen war für mich zwischen „Wow, so hab‘ ich das noch nie betrachtet“ bis hin zu „Beim nächsten ‚lustigen‘ Energizer-Spiel muss ich kotzen“ alles dabei. Zeitweise habe ich mich gefühlt wie in einem sozialen Experiment, bei dem 320 Freiwillige* solange mit Kartoffeln gefüttert werden, bis sie schließlich alle wahnsinnig werden. Zeitweise empfand ich aber auch einen ungewöhnlich starken Drang Poetry Slams zu veranstalten, bei denen nur sozialkritische Texte von Jugendlichen* in der Findungsphase oder Liebesgedichte mit offensichtlichem, persönlichem Bezug vorgetragen werden dürfen. Natürlich nur sofern diesen Texten keinerlei Heteronormativität zu Grunde liegt und sie korrekt gegendert sind.

Ihr seht, ich erzähle schon wieder Schwachsinn. Aber vielleicht sind meine Gedanken immer noch zu wirr um final Stellung zu nehmen zu dem vielen Input, den verschiedenen Impulsen und den neuen Perspektiven. In jedem Fall hatte ich sehr viel Spaß dabei, meine Mitfreiwilligen* kennenzulernen und nehme einige Denkanstöße und Inspirationen mit. Und das ist doch irgendwie auch das Wichtigste, oder?

Da ich keine näheren Anhaltspunkte hab, wie ich meine Erzählungen zum Vorbereitungsseminar nun am besten beenden könnte, dachte ich, ich mache das mal ganz kreativ auf die Weise Abenteuergeschichte, dritte Person Singular, Präsens. Das ist immer das Einfachste. Dazu ab und an und an ein innerer Monolog eingestreut, ihr sollt euch beim Lesen ja auch ein bisschen in mich hineinversetzen können. Dann noch ein bisschen unnötiger Spannungsaufbau, fertig.

Die Freiwillige packt also ihren Koffer und reflektiert die vergangenen Tage. Sie fühlt sich aufgewühlt und gespannt wie eine Gitarrensaite. „Werde ich wohlbehalten in Vietnam ankommen, zeitnah eine Unterkunft finden und den Erwartungen meiner Einsatzstelle gerecht werden? Und was ist, wenn ich niemals herausfinde wo der Unterschied zwischen Clementine und Mandarine liegt?“ So nimmt sie ihr Gepäck und verlässt das EJB Gelände am Werbellinsee. Was wird wohl als nächstes geschehen? Wird die tapfere Freiwillige sich im fernen Vietnam zurechtfinden? Oder steht ein Unglück sondergleichen bevor, das ihr Schicksal verändert und den Lauf der Dinge nachhaltig bestimmt?

Lesen Sie alles das und viel mehr im nächsten Eintrag.

Ps. Im Ernst, wenn mir irgendjemand den Unterschied zwischen Clementine und Mandarine erklären kann – Gern. Danke.

*Wer hier unten vergeblich die Fußnote sucht, klickt bitte einmal hier: http://www.zeit.de/2015/48/sprache-gender-geschlechtsgerechtigkeit

Eileen

2 Gedanken zu „Das Vorbereitungsseminar

  1. Halllihallo Eileen, ich liebe liebe liebe deinen Blog. Ich hab grad alle deine Eintrage in falscher Reihenfolge gelesen und das obwohl ich normalerweise nur sage „jaja, natürlich lese ich deinen Blog. Ich bin auch mit kulturweit unterwegs (Bolivien) und fühle mich jetzt sehr inspiriert einen neuen Eintrag zu verfassen. Danke, ich werd das hier weiter lesen.

    • Hi Aissata, danke für deinen lieben Kommentar. Freut mich sehr, dass ich dich etwas unterhalten konnte. 🙂 Bin schon gespannt darauf, etwas von dir zu lesen. Liebe Grüße nach Bolivien, Eileen

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