Wandertour und das Frauenfest von Babouantou

Am Samstag gab es zum Frühstück für alle Avocado Salat mit Zwiebeln, Karotten, Tomaten und Erdbeeressig von Wilfried. Dann sind Elisabeth und ich nach ,,Golf“ gefahren. Es ist ein sehr reiches Viertel vor dem Mont Fébé, dem berühmtesten Berg in Yaoundé. Dort befinden sich viele Botschaften und ein paar Unterkünfte für Menschen, die es sich leisten können. (Die deutsche Botschaft befindet sich aber in ,,Bastos“) Die Straßen sind super sauber, relativ leer und überall stehen Wächter. Deswegen ist es auch ein sehr guter und sicherer Ort um z.B. joggen zu gehen. Die Gegend unterscheidet sich enorm von der Innenstadt. Ich finde die Häuser und Straßen haben etwas sehr europäisches. Ich hatte sofort die Assoziation mit Italien. Wir konnten uns ein Apartment von Innen ansehen und wurden sogar in den ,,Golf Club de Yaoundé“ gelassen, obwohl neben dem Eingang explizit und mit großen Schriftzügen klar gemacht wurde, dass nur Mitglieder eintreten dürfen. Wir denken, dass wir trotzdem hereingelassen wurden steht absurderweise im Zusammenhang mit unserer Hautfarbe. Sicher wissen wir das natürlich nicht. Bis auf die Kinder, die am Eingang Mangos geerntet haben, war der Golf Club nicht sehr interessant und wir sind wieder gegangen. Es war unglaublich heiß und wir hatten eine nette Unterhaltung mit einem Wächter bei dem wir eine Pause im Schatten machten. Dann haben wir uns auf dem Weg Richtung Mont Fébé gemacht. Es war ein super schöner Ausflug in die Natur. Interessant zu wissen ist vielleicht, dass Yaoundé an der Grenze zum Regenwald gebaut ist. Ich muss zugeben so eine sportliche Aktion hab ich schon lange nicht mehr gemacht. Wir sind km weit und in der prallen Sonne den Berg hochgelaufen. Insgesamt, also mit dem Weg in ,,Golf“, waren es 9,7 km. Am Anfang unseres Wegs befindet sich, verdeckt durch Bäume und Pflanzen, der Präsidentenpalast. Mir wurde erzählt, dass dieser leider nicht oft bewohnt ist, weil sich der Präsident meistens in Paris aufhält. Vorbei an dem Benediktinerkloster und bei einem weiteren Regierungsgebäude hatten wir eine interessante Begegnung mit einem Soldaten. Er wollte sofort Fotos mit uns machen. Ich bin mir, aber nicht sicher wie legal es ist diese ins Internet zu stellen also lass ich das mal lieber. Dann kamen wir endlich an dem berühmtesten Hotel in Yaoundé an: ,,Hotel Mont Fébé“.

Abends wollte ich dann eigentlich mit Gaetan, auf sein Dorffest gehen. Er musste leider spontan absagen und ich bin mit einem Freund von ihm hingefahren. Das Dorf heißt ,,Babouantou“ und befindet sich im Westen Kameruns. Das Fest fand jedoch in Yaoundé statt. Es ist den Frauen des Dorfes gewidmet. Organisiert wird es von dem Jugendclub des Dorfes, in dem auch Gaetan Mitglied ist. Alle Mitglieder trugen Kleidung mit dem gleichen Muster. Ich fand besonders die Hemden der Männer sehr schick. Die Knöpfe waren an den Seiten angebracht. Kurz nach meiner Ankunft habe ich ein sehr leckeres Gericht mit Ziege gegessen. Es heißt Congres und wird mit Plantain und einer grünen Soße gegessen. Danach sind wir in einen großen Saal gegangen. Dort wurden Tänze vorgeführt und gesungen. Bei einem Tanz wurde ich mit auf die Bühne gezogen. Ich wollte es zuerst abwimmeln, aber habe schnell bemerkt, dass ich keine Chance habe und letztendlich war es sehr lustig. Es gab einen Tanz der einem Step-Dance ähnelte. Ich konnte es nicht genau erkennen, aber etwas das aussah wie Muscheln hing dabei an den Unterschenkeln der Tänzer und machte Musik.

Es wurden viele Reden gehalten, die ich größtenteils gar nicht verstanden habe. Die quasi Chefin des Dorfes, erzählte von ihrem Karriereaufstieg, dass sie nun sehr viele Boutiquen besitzt und rief dazu auf, dass es jede Frau schaffen kann so reich und erfolgreich zu werden wie sie. Verwirrend und überraschend war für mich, dass es eine Modenschau gab. Es gab drei Models, die zwischen den Tänzen immer wieder neue Kleider präsentierten. Zuerst waren es Kleider in einem westlichen Stil, dann wurde es immer kamerunischer und traditioneller. Kurz vor Ende hielt jede der Models eine kleine Rede und die Jury entschied sich für eine Gewinnerin. Irgendwann während des Programms wurde aus symbolischen Gründen der Kopf der Ziege, die wir gegessen hatten, versteigert. Der Preis stieg über 20.000 FCA. Das ist ungefähr so viel wie 30€. Es war ein toller Abend und ich habe mich sehr wohl gefühlt.

Gestern war dann eher ein entspannter Tag. Wilfried hat mir seine Wohngegend, das Haus seiner Familie gezeigt und wir haben zusammen mit seiner Familie Mittag gegessen,Fernsehen geschaut und Kleider anprobiert. Das Viertel, wird ,,Toulouse“ genannt und ist nicht weit von OTHNI entfernt.

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