Projektarbeit zur Fußball-WM

Am 14. Juni ist Anpfiff in Russland – ganz Kolumbien fiebert der nächsten Weltmeisterschaft entgegen. Ich wurde sogar schon darauf angesprochen, ob ich denn Russe sei und auch Russisch unterrichten könne. Viele träumen davon, ihrer Nationalmannschaft im Ausland die Daumen zu drücken, und manche nehmen diesen Traum scheinbar sehr ernst.

An der Escuela Normal brechen kurze Zeit vor Turnierbeginn die Fußballwochen an. Nach einer beeindruckenden Tanz- und Eröffnungsveranstaltung, bei der alle Schüler in Trikot und mit Stadionlaune auf dem Sportplatz saßen, finden jetzt in allen Pausen kleine Fußballpartien statt. Die Klassen haben unterschiedliche Partnerländer und besitzen auch die Trikots des jeweiligen Landes. Auf dem Feld messen sich Sechst- bis Elftklässler in mehr oder weniger knappen Spielen, mal kickt eine Nonne mit, mal jubelt der Schiedsrichter. Tatsächlich ist das Niveau der Spieler beachtlich – wird jedoch übertroffen von der Laustärke, den Gesängen und dem optimalen Support vom Spielfeldrand. Die Klassenkameraden drehen völlig am Rad, es werden Tröten und Flaggen ausgepackt und bei einer Aufholjagd wird gern einmal der Platz gestürmt.

Im Deutschunterricht bieten wir Lernstationen an, die wir Freiwilligen vorbereitet haben. Mit verschiedenen Spielen, Texten und einem Video wollen wir innerhalb von 4-5 Unterrichtsstunden mit allen Klassen ein bestimmtes Fußballvokabular lernen und die Schüler auf Alltagssituationen vorbereiten. Die Schüler müssen sich Tickets kaufen, verschiedene Spieler interviewen, einen deutschen Fußballkommentator verstehen und ein Menü für die VIP-Gäste zusammenstellen. Das lockert die Unterrichtsroutine für alle Beteiligten auf. Außerdem sollen in Zukunft die Oberstüfler unsere Lernstationen mit jüngeren Schülern bearbeiten, damit ein noch größerer Lerneffekt erzielt wird.

In einer PASCH-Kooperationen fertigen wir zusätzlich mit allen Schülern Präsentationen über den kolumbianischen Fußball und andere Themen an, die wir mit mit einem kurzen Begrüßungsvideo verknüpfen und an PASCH-Schulen im jeweiligen Partnerland der Klasse senden. Die Fußball-WM soll ein Ansatz für die internationale Vernetzung der Schüler sein, die uns durch PASCH ermöglicht wird. Während der Projektarbeit im Unterricht kommen wir dabei über alles Mögliche ins Gespräch: Dass man in Deutschland keine „Pataconcitos“ isst, zum Beispiel.

Fußball macht in Kolumbien allen Spaß. Die Spieler, die Fans, die Musik – alles ist genauso wichtig.  Und wenn ich sehe, mit welchen Emotionen die Schüler ihre Partnerländer Nigeria, Spanien oder Mexiko feiern, dann freue ich mich schon auf die wirkliche Weltmeisterschaft, die alle Kolumbianer für einige Wochen im gelben Trikot vereint.

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