Der wilde Südwesten / Cali

5 Tage frei. Ohne vorher zu planen, zu packen oder jemandem Bescheid zu sagen, sitzen Fabie und ich am Abend schon im Bus. Kurzentschlossen wollen wir Cali besuchen – und damit auch Rike, die einzige kulturweit-Freiwillige in Cali. Wir freuen uns wie Bolle!

8 Stunden dauert die Nachtfahrt ins warme Cali und in den folgenden Tagen erleben wir viele große und kleine Abenteuer.

Deutsche Schule Cali: Rike arbeitet in einem großen Bau, mit einem prächtigen Innenhof und einem Swimmingpool. Kindergartenkinder werden in einer Vergnügungsbahn vom Parkplatz abgeholt. Die Schule hat eine Bibliothek mit 3 Angestellten. Ein großer Unterschied zu den staatlichen kolumbianischen Schulen!

MIO: Das Bussystem von Cali funktioniert ähnlich wie das Transmilenio in Bogotá. Die Busse fahren oft, pünktlich und günstig (bis auf den einen Motorschaden). Allerdings sind sie oft sehr voll.

Loma de la Cruz: Ein Stadtpark mit gemütlichem Kunsthandwerksmarkt und música indígena.

Stadtviertel San Antonio: Das Touristenviertel von Cali bietet schöne Cafés, Graffitis und geschmückte Häuser. Das Highlight ist die Kirche, die auf einem Hügel über San Antonio thront, und von der aus man die gesamte Stadt im Blick hat. Wer am Kloster klingelt, kann eine schlecht gelaunte Nonne zu Gesicht bekommen.

La Merced: In diesem Innenstadtviertel gibt es Kirchen zu sehen und Museen wie das Museo del Oro. Schön ist vor allem die Kirche La Eremita.

Essen bei Fritangas: Wer Lust hat auf einen riesigen Korb mit frittierten Kartoffeln, Empanadas und ölgetränkter Schweineschwarte, der bediene sich bei Fritangas.

Mercado La Galeria de Alameda: Obst in Hülle und Fülle, Gemüse und Fisch, Vögel und Artesanía gibt es in La Galeria nahe des Loma de la Cruz. Auch kann man hier sehr gut essen gehen – Krabben können allerdings zu einer Lebensmittelvergiftung führen, die einen rein hypothetisch drei Tage ausknockt.

Aguardiente in der Avenida 6N: Der Anisschnaps des Valle de Cauca fließt in Calis Salsabars. Jeder tanzt hier Salsa und zwar extrem gut.

Cristo Rey: Wie auch in Rio de Janeiro, so gibt es auch in Cali einen weißen, steinernen Jesus, der über der Stadt seine Arme ausstreckt. Mit Uber ist die Fahrt extrem günstig – Taxi könnte teuer werden.

Pueblo Pance: Mit dem Mio eine Stunde außerhalb der Station Universidades liegt Pance, ein winziges Dorf. Wenn man jedoch am Fluss vorher aussteigt, kann man sich auf die Wiese legen, sich bräunen und im kalten Wasser baden.

Salchipapas in der 66: Riesige Portion Fritten.

Die Stadt Cali mit all ihren Tagesauflugszielen, wie San Cipriano oder Popayán, kann für viele Tage unterhalten. Sie mag einen schlechteren Ruf haben als andere Städte und Teile des Zentrums werden noch von Paramilitärs kontrolliert, trotzdem gibt es aber viele schöne Ecken. Aufpassen muss man trotzdem, denn im Südwesten gibt es noch immer wenig Infrastruktur, viel Kriminalität und ständig unvorhergesehene Komplikationen.

Als eines der besten Dinge an kulturweit erweist sich allerdings das Netzwerk an Freiwilligen, das uns Anlaufstationen in ganz Kolumbien beschafft. Und aus den meisten Freiwilligen sind Freunde geworden, die bei einem kühlen Agua immer dabei sind.

Jetzt sind fast 2 Monate seit meiner Ausreise aus Deutschland vergangen. Nächste Woche beginnt mein Zwischenseminar in Minca, in der Sierra Nevada de Santa Marta. Trotz drohender Überflutungen und nur knapp auskurierter Lebensmittelvergiftung ist die Vorfreude auf die Karibik und die anderen Freiwilligen riesig!

 

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