Eine Woche ganz ausführlich – Donnerstag

Nun habe ich den längsten Arbeitstag der Woche endlich geschafft! Heute Morgen 10 Uhr begann meine erste Stunde Serbisch. Meine Lehrerin spricht kein Deutsch oder Englisch, sondern nur Französisch, aber das spreche ich nicht. Meistens holen wir uns ein oder zwei Schüler aus dem Unterricht zum dolmetschen. Es ist für mich auf jeden Fall super zum Sprache lernen! Nach der Serbischstunde kümmerte ich mich um den Dschungel-Blog und meine lieben E-Mails. Später hatte ich eine Stunde Deutschunterricht mit den bilingualen Fachlehrern, wir übten Aufgaben aus dem mündlichen Teil einer alten B2-Prüfung. Danach machte ich eine längere Pause. Am Nachmittag bereitete ich die Konversationsstunden für die Schüler vor und korrigierte Artikel für den Blog. Oft sitze ich (zu) lange da und habe keine Idee und dann kommt plötzlich ein super Gedanke. Manchmal habe ich auch einfach keine Idee, dann mache ich irgendwas und die Stunde macht weder mir noch den Schülern Spaß. Da alles nur ein „kann“ und kein „muss“ ist, macht das nichts. Zudem würden gerne viel mehr Schüler an den Konversationsstunden teilnehmen, aber ich habe einfach keine Zeit für sie.

Anschließend hatte ich mit einer Kollegin gemeinsam eine Stunde bei der ersten bilingualen Klasse (in Deutschland 9. Klasse). Mit dieser Klasse machen wir ein Pilotprojekt des Goethe-Instituts Zagreb in Kooperation mit einem Gymnasium aus Athen. Das Thema ist „Puls meiner Generation“. Komischerweise basieren aktuell die meisten Wettbewerbe auf diesem (Mode)-Thema. Die Schüler finden es langweilig, aber für eine gute Note wird natürlich relativ gut mitgearbeitet.

Am Abend hielt ich die Konversationsstunden. Die erste Stunde war mit Schülern zweier erster Klassen. Die Schüler bekamen mehrere Dialoge und durften sie im Ende der Stunde natürlich vorspielen. Vorher mussten sie lesen üben mit besonderem Schwerpunkt auf der Aussprache und in verschiedenen Stimmungslagen. In den nächsten Konversationsstunden hatte ich eine Gruppe mit fortgeschrittenen Schülern. Mit ihnen machte ich B2-Prüfungsaufgaben. Sie wollen am Ende ihrer Schulzeit mindestens eine C1-Prüfung machen. Natürlich sind nicht alle Schüler in Deutsch so motiviert und nicht alle Eltern haben genügend Geld um ihren Kindern Nachhilfestunden in Deutsch zu bezahlen, aber man kann mit allen Schülern im Unterricht, wenn auch nur über einfache Dinge, Deutsch sprechen. Zu den Konversationsstunden kommen nur die motivierten und interessierten Schüler, sodass ich alle anderen fast nie zu Gesicht bekomme. Als der letzte Schüler dann endlich gegangen war, stellte ich beim Blick auf die Uhr fest, dass es schon 21 Uhr war. Ein langer Arbeitstag mit wenig Freizeit, aber klassenübergreifende Stunden sind an keinem anderen Zeitpunkt im Schulalltag als am Abend möglich, da die Schüler in zwei Schichten Unterricht haben.

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