Durch den verwunschenen Wandschrank…

in eine neue Welt.

Wenn meine Chroniken aus Kasachstan in einem Fantasy-Roman spielen könnten, würde ich mir den Beginn dieser Bücher vielleicht so vorstellen: In einen großen Holzschrank steigen und sich zwischen dicken Mänteln verstecken. Plötzlich auf der anderen Seite in kalten Schnee purzeln. An einer uralten Laterne einem freundlichen Faun begegnen und schließlich, wie sollte es anders sein, erfahren, dass das Schicksal der Welt von einem selbst abhängt.

Wer es kennt, wird es sich bestimmt schon gedacht haben, dies ist die Grundgeschichte der „Chroniken von Narnia“ von C.S. Lewis. Ich fande die Vorstellung, so ein Abenteuer voller Zauber und Märchengestalten in Wirklichkeit erleben und bestreiten zu können, immer total aufregend. Was ist mit euch?

Doch leider wird meine Reise nach Kasachstan entgegen dem, was euch der Blog-Titel verspricht, nicht ganz so verwunschen verlaufen. Denn in meinem Fall wird es nicht ein alter, verstaubter Wandschrank sein, der mich in eine neue Welt führen wird, sondern „langweilige“ Technik. Ein Beispiel dazu: ich sitze gerade in einem ICE auf dem Weg nach Berlin, alles in sterilem weiß-grau und blau gehalten. Durchs Fenster sehe ich keine schneebedeckten Berge, sondern nebelverhangene, abgemähte Wiesen. Ab und zu ein Dorf. Auch werde ich in Kasachstan höchstwahrscheinlich keinen Faunen, Gnomen oder sprechenden Löwen begegnen (zumindest würde mich das wirklich sehr verwundern) und das Schicksal des Landes hängt auch wohl kaum von mir ab.

Und doch fühlt sich der Beginn dieser Reise schon ein bisschen nach „hineinpurzeln“ an, aller Vorbereitung und wohlgetätigten Überlegungen zum Trotz. Man kann nämlich selbst mit Internet und co. nie ganz sicher sein, was einen erwartet (erst recht nicht bei der deutschen Bahn. / Wobei es heute morgen erstaunlicherweise „nur“ eine Verspätung von 5min gab und ich somit meinen Anschlusszug in Frankfurt noch gekriegt habe.)

Außerdem werde ich in Almaty schon freudig erwartet und die ersten Kontakte mit meiner Ansprechperson waren unglaublich herzlich. Dazu muss man anscheinend nämlich kein von einer Prophezeiung angekündigter Held sein. Was mich zu meinem letzten Punkt bringt: vielleicht bin ich nicht Schicksalsträger der Nation (würde ich mir auch nicht zutrauen). Doch für die Schüler und Lehrer an dem Gymnasium in Almaty wird es denke ich schon eine große Hilfe und voller lehrreicher Erfahrungen sein, wenn eine Muttersprachlerin sie für 6 Monate besuchen kommt. (Natürlich auch für die Muttersprachlerin selbst!)

Aber die dicken Pelzmäntel hätte ich trotzdem gerne gehabt. Denn Schnee und Kälte werden mich „auf der anderen Seite“ alle mal erwarten, spätestens ab November. Naja, meine gefühlten 100 Paar dicke Socken, die ich gesckenkt bekommen und mir zugelegt habe, müssen da reichen.

Alles in allem wird es auf jeden Fall ein Abenteuer werden und auf seine ganz eigene Art und Weise magisch sein. Selbstständig und größtenteils auf sich selbst angewiesen sein, eine wahrscheinlich fremde Kultur, eine mir fast unbekannte Sprache und natürlich unglaublich viele neue Bekanntschaften und die größte Stadt Kasachstans warten auf mich.

Und auf diese Reise würde ich euch gern mitnehmen! Auch wenn es nur virtuell und nicht mit Magie passieren wird. 🙂

Ich muss schon sagen, dass ich nach anfänglicher Skepsis und kleineren Ängsten vor ein paar Wochen, die letzten Tage doch schon voller Vorfreude war! Es ist eine unglaubliche Chance und auch ganz ohne Magie ein Abenteuer, auf das ich mich von Herzen freue!

Aber bevor es endgültig heißt „durch den verwunschen Wandschrank“, bin ich erstmal noch 10 Tage in Berlin auf dem Vorbereitungsseminar, bei dem uns allerlei an die Hand gegeben wird, was wir während unseres Auslandaufenthalts brauchen werden. Die nächsten Tage werde ich dann berichten, was wir erleben und wie es mir dort ergeht.

Bis dahin wünsch ich euch allen ein entspanntes Wochenende und bis bald!

Eure Nevena

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