Zeit für Schreibarbeit

 

Wir schreiben den 11. Dezember, es bleiben mir 13 Tage Zeit um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ganz viele Bilder zeigen mir, dass die Temperaturen in Deutschland niedriger sind und der Schneefall stärker als in Chişinău. Von den erwarteten -20° C bisher keine Spur.

Versuchen wir halbwegs chronologisch an den vorletzten Beitrag anzuschließen. Neben der ein bisschen zerrissenen Chernobyl Tagestour verbachten wir einige Tage in der Hauptstadt der Ukraine. An Kiew, einer in meinen Augen sowohl sehr schönen als auch historisch interessanten Stadt, konnte man sich in dem kurzen Zeitraum gar nicht sattsehen. Besonders beeindruckt war ich von einer empfehlenswerte Freetour durch die Stadt, an der wir als einzige Interessenten teilnahmen. Unserer Besichtigung des Höhlenklosters, des Maidans sowie den ewig langen Rolltreppen zugehörig zu der Tram kommt dazu. Erreicht haben wir Kiew durch eine 4stündige Busfahrt über die ukrainische Grenze nach Odessa (eine ebenfalls sehr sehenswerte Stadt, wo ein Tag nicht ansatzweise zur Besichtigung reicht). Von Odessa aus nahmen wir den Nachtzug und kamen fast ausgeschlafen am nächsten Morgen in Kiew an.

Nach einer verkürzten Arbeitswoche begann dann auch schon unser Zwischenseminar in Timişoara. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht und natürlich auch ordentlich reflektiert. Mein bisheriges FSJ kann ich nun mit einem Sprung in das ungewisse Dunkel vergleichen, ich lande auf einer bunten Hüpfburg voller neuer Eindrücke und bin sehr begeistert, meistens.. Besonders eindrucksvoll war meiner Meinung nach unser Besuch bei der NGO „GTR“. Dabei handelt es sich nicht um den berüchtigten Grafiktaschenrechner, sondern die Organisation „Generatie Tanara Romania“. GTR setzt sich gegen den Menschenhandel in Rumänien ein und kümmert sich um die Betroffenen. Es gibt weitere Projekte zur Unterstützung von Flüchtlingen und anderen Bedürftigen. Neben der Einnahme durch Spenden finanziert sich die Organisation durch den Verkauf von Marmelade. In Chişinău gibt es eine ähnliche Organisation, der ich bei Gelegenheit einen Besuch abstatten werde.

In der Arbeitsstelle habe ich derzeit neues Projekt mit den Schülern begonnen. Das Projekt ist angelehnt an die Vorbereitung auf den „Jugend debattiert“ Wettbewerb, an dem Moldawien leider nicht teilnimmt. Ziel des Projektes ist, dass die Schüler in einer Debatte ordentlich argumentieren und eine ihnen vorgegebene Position vertreten können. Das Projekt bereitet die Schüler zudem auf ihre DSD II Prüfungen vor.

Ansonsten gestaltet sich die Freizeit hier als abwechslungsreich. Ich habe jetzt endlich eine (leider etwas monotone) Möglichkeit gefunden Sport treiben zu können. Am Wochenende gab es eine ordentliche Partysafari. Außerdem haben wir den Weihnachtsmarkt besucht, der seit Anfang Dezember genauso hell und bunt glitzert, wie das festlich dekorierte Stadtzentrum. Wirklich weihnachtlich wirkt das ganze jedoch nicht auf mich. Das kann daran liegen, dass ein Mobilfunkanbieter, als Sponsor des Weihnachtsmarktes, Einfluss auf die Musik hat und auf einer großen Leinwand Werbung für Produkte macht. Ein anderer Grund ist, dass die meisten Moldauer ein orthodoxes Weihnachtsfest ab dem 7. Januar feiern.

Zum Abschluss hier der Link zu der oben beschriebenen Organisation und ein paar Bilder:

http://www.generatietanara.ro/en/

Maidan, Kiew

Maidan, Kiew

Höhlenkloster, Kiew

U-bahn, Kiew

Odessa

Weihnachtsmarkt, Chisinau

Stadtzentrum, Chisinau

 

3 Gedanken zu „Zeit für Schreibarbeit

  1. Alketh eknuf

    Ach ganz wunderbar, Berichte doch bitte mehr von der Partysafari, damit die leser*innen auch wissen was das für ein Abriss ist!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.