Veggieleben in Saigon

Dass Tierschutz nicht überall auf der Welt großgeschrieben wird, ist klar. Dass es in Vietnam jedoch größtenteils so deutliche Unterschiede zu westlichen Ländern gibt, wurde mir ziemlich schnell klar. Häufig kommt es vor, dass ich auf der Straße an Mofas vorbeifahre, die kleine Käfige mit etlichen Hundewelpen transportieren. Die Fahrer halten in der prallen Mittagssonne am Straßenrand und warten darauf, mit den kleinen flauschigen Hundewelpen die Kinderherzen höher schlagen zu lassen. Genau so läuft es mit Vögelchen, Fischen oder auch Schildkröten, die häufig vor Tempeln und Pagoden verkauft werden, um mit ihrer Freilassung oder das Setzen in die pagodeneigenen Teiche die Götter zu ehren.

Aber auch, wenn man sich auf der Straße etwas zu Essen holen will, was für Vietnam ja eigentlich normal und typisch ist, bemerkt man schnell, dass man hier als tierlieber und -schützender Mensch lieber ein wenig ungenauer hinschauen sollte. Nicht nur, dass sie die toten Tiere auf offener Straße, ohne Kühlung einfach an eine Leine hängen und sie bei Bedarf kleinhacken. Noch dazu habe ich schon oft gesehen, wie Hähne auf der Straße in kleinen Käfigen eingesperrt sind und mir schon oft der Gedanke kam, dass dieser arme Hahn gleich im Kochtopf landet.

Wenn man nicht gerade in Distrikt 1 oder 2 unterwegs ist, könnte es zudem schwierig werden auf Anhieb und ohne Sprachprobleme etwas Vegetarisches zu finden. Für Allesesser kann Vietnam ein wirkliches Essensparadies sein. Einfach ausprobieren, auf etwas zeigen oder sich einfach irgendetwas bringen lassen. Für Vegetarier gestaltet sich das oft schwieriger. Häufig wird Nudelsuppe mit Hühnerbrühe gekocht, in allem wird Fleisch verarbeitet. Zudem ist es schon oft vorgekommen, dass die Beschreibungen „vegetarisch“ oder „kein Fleisch“ unterschiedlich interpretiert wird und so damit gerechnet wird und so damit gerechnet wird, dass ich trotzdem Fisch, Speck, Wurst oder Huhn esse.

Nach einer Weile, habe ich dann aber meine kleinen vegetarischen Garküchen, bei denen ich mich nach und nach einfach durchprobieren kann. Oft steht gleich am Eingang eine Art Vitrine, aus der man sich dann unterschiedlichste Beilagen aussucht, die man zusammen mit Reis isst. So bekommt man auch in nicht vegetarischen Läden häufig etwas fleischloses.

Weil das Vegetarierleben, besonders am Anfang meiner Vietnamzeit, nicht so leicht wie erwartet ist, sind hier also ein paar Überlebenstipps, mit denen man als Vegetarier nicht verhungert und seine moralischen Gründe, kein Fleisch zu essen, nicht aufgeben muss:

  • merke dir das Wort „chay“ (vegetarisch) und merke dir die genaue Aussprache
  • halte Ausschau nach Straßenverkäufen, Garküchen und Restaurant mit der Aufschrift „chay“ → damit kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du kein Fleisch vorgesetzt bekommst
  • sei offen für alles, was du bekommst, wenn du in solchen „Chay-Läden“ bist (in Garküchen oder an Straßenständen musst du nämlich damit rechnen, dass niemand englisch versteht)
  • lade dir die App „Happy Cow“ herunter, die ist gold wert!
  • ansonsten probiere es mit aufgeschriebenen Begriffen, kleinen Zeichnungen, Händen und Füßen oder einzelnen vietnamesischen Wörtern … und gib nicht auf! 😉

Hier ein paar rein vegetarische Läden im Umkreis von Distrikt 3:

  • Garküchen:

Cơm Chay Hoá Hảo

Quán Cơm Chay Giác Đức

  • Restaurants:

– Prem Bistro & Cafe

– Hum Vegetarian Cafe & Restaurant

– Pi Vegetarian Bistro

– Tib Restaurant

Hủ tiếu Chay Cây Đề

Cơm Chay Mani

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