Weihnachtsmarkt in Kaunas

Es ist Samstag, der 26. November, und pünktlich zum ersten Advent öffnen auch in Litauen die Weihnachtsmärkte.

Dass das etwas ganz Besonderes zu sein scheint merke ich schon als ich auf die Vilnius gatve komme, denn normalerweise ist hier am Wochenende Totentanz, aber heute scheint ganz Litauen zum Rathausplatz zu strömen, dort wo ab heute der Weihnachtsmarkt stattfindet.

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Laisves aleja

Vorbei geht es auch am Historischen Präsidentenpalast dessen Park komplett blau leuchtet, weil alle Bäume mit kleinen Lichterketten ausgestattet sind. Es findet auch eine Feuershow statt, doch durch die unzähligen zuschauenden Menschen erkenne ich nur wenig. Brennende Würfel werden von Artisten durch die Luft geschwungen und Feuerräder wirbeln Funken in die Dunkelheit. img_20161126_172924

Das Publikum reagiert mit begeisterten Pfiffen und Klatschen. Anschließend werden Weihnachtslieder gespielt; mir altbekannte Melodien wie „Stille Nacht“, aber mit litauischem Text.

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Auf dem Weg durch die Altstadt zum Rathausplatz wird es immer voller junge Menschen, Alte, Familien, alle zieht es dorthin. Langsam kommt auch die Musik vom Weihnachtsmarkt näher, „Oh Tannenbaum“, „Oh du Fröhliche“ oder „Alle Jahre wieder“ stimmen die Besucher weihnachtlich ein.

Der Weihnachtsmarkt ist etwas anders als in Deutschland. Zunächst einmal ist das Highlight des Marktes eine Tanne; naja, es ist keine richtige Tanne, sondern eine Art Karussell mit Tannenbaumdach. Der Markt ist in einheitlichen Farben und Häusern gestaltet, in einem perfekt abgestimmten Weiß zum strahlend hellem Rathaus. Die Verkaufsstände sind auch keine privaten, ziehenden Händler. Alles scheint zentral überlegt und aufgebaut. Dennoch kommt eine nette Atmosphäre auf, vor allem, weil die Dekoration wirklich zauberhaft ist.

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Kaufen kann man ganz ähnliche Dinge wie ich sie von deutschen Weihnachtsmärkten her kenne: Natürlich gibt es Punsch, heiße Schokolade, gebrannte Nüsse, Waffeln in Schokolade und Schmalzkuchen (der heißt allerdings „Spurgos“. Aber es gibt auch einiges Litauisches. Zum Beispiel werden Honigkuchen in allen erdenklichen bunten Formen verkauft, ob als Männchen, Tier oder Minion. Es gibt auch Grybukai, das sind kleine dreidimensionale, pilzförmige Kekse mit Glasur. Selbstverständlich werden auch frische Blynai zum verkauf geboten, Liateun ist schließlich das „Pfannkuchen-Land“. Das Angebot an nicht Essbaren ist hingegen gering; lediglich ein Stand verkauft Lichtschwerter und lauter kleine Jungs rennen begeistert mit ihren blinkenden Schwertern herum.Während man in Deutschland allen möglichen Tüdel-Kram erstehen kann, kommen die Menschen in Kaunas vor allem hierher um gemeinsam zu Essen oder zu Trinken und die Atmosphäre zu erleben.

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Der „Weiße Schwan“, das Rathaus im Hintergrund

Um Sechs Uhr wird dann das Weihnachtsbaum-Karussell beleuchtet und der Höhepunkt des Abends ist erreicht. Danach spielt noch Rockband Weihnachtsmusik auf einer Bühne und da Fernsehen überträgt das Spektakel anscheinend live. Weihnachten in Kaunas kommt.

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