Deutsch-Tag in Litauen

Ö kaip vokiškai?- Und was heißt das auf Deutsch? So das „Motto“ des ersten „Tag der deutschen Sprache“ in Litauen. Der 20. Oktober wurde an allen Schulen mit Deutschzweig in Litauen einheitlich zum Deutschtag erklärt und die Schulen waren aufgefordert, an diesem Tag besondere Projekte zu machen. Unter den Deutschlehrerin an meiner Schule herrschte schon im Vorhinein Aufregung: Begeistert präsentierte man mir die Werbegeschenke der Deutschen Botschaft, die beim geplanten Wettbewerb als Preise genutzt werden sollten. Deutschlandfähnchen, Deutschlandgummibärchen, Deutschlandstifte und Deutschlandblöcke… Wenn es sich nicht einfach um eine nette Geste der Botschaft handeln würde, die die Schulen dazu anregen soll Projekte zu machen, dann käme mir diese Sammlung an Deutschland-Accessoires doch fast missionarisch vor…

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Am Deutsch-Tag dudelte dann anstatt der üblichen Pausenmelodie auf einmal ein deutsch-litauischer Rapsong durch die Lautsprecher, der Text war ungefähr so:

 

Mes norim šventę švęst – Wir wollen feiern, Party machen,

Prisijunk und schließ dich an, pakalbam vokiškai, ja, ich kann.

Guten Morgen, labas rytas, willst du ein‘ Kaffee, gal kavytės?

Laikas keltis, aufsteh‘n, jau pusė dešimt, halb zehn.

 

Der Wettbewerb am Jesuitengymnasium beschränkte sich auf die Siebtklässler: Zuvor hatten sie die Aufgabe bekommen Teams zu bilden und eine kleine Präsentation zum Thema „Medien“ vorzubereiten. Meine Aufgabe war es zusammen mit einer Jury aus Schülern der Elf die Wettbewerbe zu bewerten. img_20161020_151337img_20161020_160206

Bei den Namen der Teams konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen: So präsentierten die „Randalierer“, „6-Gigabytes“, „Deutschen Draufgänger“ und „FB-Leben“ mit größtem Selbstbewusstsein ihre Filmbeiträge. Von einem sehr kreativen Beitrag über eine Klasse die den Computer ihrer Lehrerin manipuliert um eine Klassenarbeit verschwinden zu lassen, über einen wirklich kurzen Kurzfilm in dem kaum drei Worte gewechselt wurden und die Storyline nicht deutlich wurde bis zu, ja eher „experimentellen“ und mit lauter Techno-Musik unterlegten Darstellungen vom Umgang der Siebtklässler mit Handys war eine breite Varianz dabei. Klarer Favorit der Jury waren hier die „Deutschen Draufgänger“, die in den zwei folgenden Wettbewerben aber leider weniger gut abschnitten und letztendlich nicht gewannen.

Im nächsten Wettbewerb war Deutschlandwissen gefragt. Je ein Mitglied der vier Teams musste sich in einem Blitz-Quiz beweisen. Was ist der Imperativ von nehmen? Nenne die Hauptstadt der Schweiz! Was ist typisch deutsch: Pizza oder Sauerkraut mit Würstchen? (Da kommt man als Deutscher doch echt in nachdenken: wird nicht eigentlich mehr Pizza bei uns gegessen?! Und zwar deutsche TK-Pizza?) Wer ist die deutsche Bundeskanzlerin? Wie fragt man in Deutschland nach der Uhrzeit? Von 20 Fragen dieser Art schafften die meisten Teams 12 oder 13 Fragen richtig zu beantworten, die „6-Gigabytes“ hatten allein 16 Richtige.

Das „Finale“ bestand dann aus der schauspielerischen Interpretation eines Gedichtes, was meiner Meinung nach die schwerste Aufgabe war, denn wie soll man 1 Gedicht als Drama, Komödie, Märchen und Oper gleich gut umsetzen können? Die Schüler hatten 15 Minuten Zeit zur Vorbereitung, 15 Minuten in denen das Publikum und mit den „Highlights“ der deutschen Musikszene beschallt wurde, darunter Rolf Zuckowski und Peter Maffay mit dem Tabaluga-Song. Interessant wie die deutsche Musikszene sich im Ausland darstellt… 😉img_20161020_161333

Während das Liebesgedicht als Drama nicht so wirklich rüberkam, glänzte es in seiner Präsentation als Komödie und Oper. Das es als Märchen sich nicht so richtig entfalten konnte, war leider irgendwie schon durch die Aufgabenstellung vorprogrammiert… Die Freude war dann riesig groß, als wir die Sieger bekannt gaben und der mit Abstand beliebteste waren, nein nicht die Deutschlandsticker, sondern natürlich die Gummibärchen! Das Siegerteam bekam außerdem noch Tickets für einen Theaterbesuch geschenkt.

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