Der Urmas-Turgus – Shoppingparadis oder Konsumhölle?

Am Rande habe ich ja bereits über die Shopping-Leidenschaft der Litauer berichtet, mein Eindruck davon hat heute aber ganz neue Dimensionen bekommen. Ich habe den Urmas-Turgus, einen Markthallen-Komplex am Rande von Kaunas besucht. Der Markt zählt zu den allergrößten Osteuropas und ist in jedem Fall einen Besuch wert, sollte man sich in der Nähe von Kaunas aufhalten.

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Leider ist es mir nicht gelungen,den Komplex in seiner Größe gut zu fotografieren….

Der Bus hält direkt vor den Hallen, jedoch ist das Gelände von einem riesigen Parkplatz umringt, auf welchem am Sonntag immer Flohmarkt stattfindet. Hätte ich meine Winterkleidung vergessen, wäre ich hier fündig geworden, denn an dicken Mänteln, über Wollmützen -schals oder -pullis oder Stiefeln mangelt es nicht. Ich war aber eigentlich weniger an Antiquitäten oder Kleidung interessiert, deshalb ging ich weiter zu den Hallen. Jede Halle hat ihre Farbe, so orientiert man sich ein bisschen, jede Halle hat aber auch etliche kleine Einheiten, welche durchnummeriert sind. In der ersten Halle befinden sich vor allem Geschäfte und Stände für Schuhe, Kleidung oder Haushaltsbedarf. In der zweiten Halle mischen sich dann verschiedenste Lebensmittelgeschäfte darunter und es gibt schließlich auch die große Markthalle, in welcher sich Bäckereien, Fleischer, Gemüsehändler, Milchprodukthändler und und und befinden. img_20161016_1004251

Diese Halle ist wohl besonders interessant und wenn man litauische Spezialitäten sucht ist man hier an der richtigen Adresse. Sakotis-Kuchen, litauische Würste, Varske in allen erdenklichen Varianten, Knoblauchbrot, eine riesige Fischauswahl (wie ich sie sonst nur in Spanien gesehen habe…) oder Cafes für den müden Shopper. Leider habe ich auch auf diesem Markt keine Pilze gefunden; entweder ist hier noch keine Saison oder meine Reiseführer haben sich nur etwas ausgedacht. Von wegen Steinpilze an jeder Straßenecke 😉

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Der „Super-Supermarkt“

Falls man Essen in größeren Mengen benötigt gibt es neben dieser Hauptmarkthalle einen Metro-artigen Supermarkt für Privatleute. Wie wäre es mit 10kg Nudeln, 5 L Tomatenmark und 2 kg Reibekäse dazu? Und zum Nachtisch dann eine Kiste mit Keksen? Natürlich gibt es auch kleinere Maße, der Supermarkt ist auch dann günstig, wenn man statt einer Packung, zwei Packungen kauft; dann sinkt nämlich der Preis. Oder wenn man den Jahresvorrat von etwas braucht, z.B. 100kg Trocken-Hundefutter 😉

In den übrigen Markthallen gibt es noch mehr Kleidung, Möbel, Elektronik, Küchenausstattung; Ach, einfach alles!

Ganz schön verrückt diese Konsum-Welt! Und getopt wird das Ganze noch dadurch, dass sich in unmittelbarer Nähe zu diesen 2500 Läden noch 3 Supermarktzentren mit amerikanischem Ausmaß befinden. Ob das mit der Zentralwirtschaft zu Sowjetzeiten zu tun hat, dass man hier jetzt so ein unglaubliches Bedürfnis nach „Billig Billig“ und unbegrenzter Auswahl hat?

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