…und weiter geht’s nach Kaunas…

Die Landschaft unterscheidet sich wirklich nicht groß von Deutschland, auffällig sind aber die vielen Werbetafeln am Rande der Autobahn. Ähnlich wie in den USA, werben hier große Schilder für Supermarkt, Baufirma, Politiker und vieles mehr. Vielleicht lohnt sich Werbung an den deutschen Autobahnen nicht so sehr, so ohne Geschwindigkeitsbegrenzung… Hier fährt man mit maximal 120 kmh noch etwas langsamer als in Deutschland. Autos gibt es trotz schlechterer Straßen aber im Verhältnis genauso viele, nämlich 2 pro Haushalt durchschnittlich, meint Lina.

Kaunas ist von weitem an seinen weißen Plattenbauten zu erkennen. Das macht auf deutsche Augen vielleicht erst einmal nicht den schönsten Eindruck, täuscht aber, wenn man in die Stadt (und besonders ins Zentrum) hineinfährt.

Lina und ihr Mann begleiten mich netterweise bis zu meiner Wohnung. Übers Internet hatte ich mir eine Wohngemeinschaft gesucht; direkt im Zentrum an der Laisves aleja (die Haupteinkaufsstraße mit vielen Cafes und Restaurants). Dort wohne ich nun mit Erika (der litauischen Vermieterin und Medizin-Studentin) und Mathilde aus Frankreich (sie ist mit dem Erasmus-Programm in Kaunas). In der Wohnung heißen mich als erstes zwei Katzen willkommen, ein Kater und eine Katze wie sich später herausstellt. Der Kater ist etwas scheu, aber sehr liebenswürdig. Die Madame Katze hingegen kriegt sich gar nicht wieder ein und läuft mir wie ein Hündchen durch die Wohnung hinterher, immer mit der Intention gestreichelt zu werden.  Aus dem Badezimmer höre ich schließlich Duschgeräusche, das muss Mathilde sein. Sie hat wohl noch nicht mit mir gerechnet, da ich eine ganze Stunde früher komme als geplant… Erika ist auch nicht da, sie befindet sich gerade mit dem Kanu auf Paddeltour und kommt erst in zwei Tagen… Ich finde mein Zimmer auch selbstständig. Ich habe ein riesiges Bett, theoretisch könnte ich bequem diagonal im Bett schlafen 😉

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Beim Auspacken meiner Sachen stelle ich fest, dass ich viel zu viele Klamotten eingepackt habe, weniger hätten’s definitiv auch getan, aber was soll’s… Die richtige Entscheidung war es in jedem Fall, etwas Deko mitzunehmen, so fühle ich mich etwas „heimisch“. img_20160911_1548151

Und endlich eröffnet sich mir auch, wer Mathilde ist. Sie weist mich kurz in die Wohnung ein und hat sogar einen Stadtplan für mich, so finde ich mich ein wenig zurecht…

Vor unserem Fenster, in der Laisves aleja, ist Herbstmarkt. Eine sehr gute Gelegenheit sich die Altstadt anzuschauen und gleichzeitig einen ersten Hauch „Litauen“ zu kosten. Marktstände bieten von Leinenprodukten, Wolle, Honig, Wurst, Käse, Brot und Kunsthandwerk alles das an, was typisch für Litauen oder das Baltikum zu sein scheint. Typisch für Litauen scheint eine Art „Brottrunk“ zu sein, aber auch ein weißer Krümmelkäse (ein wenig wie Paneer) , oder Brotkringel und Früchtebrot. Außerdem scheinen Imker hier recht experimentierfreudig: Honig ist in Litauen ohnehin populär und in verschiedensten Sorten erhältlich, die Marktstände hier bieten unter-anderem eben auch Honig z.B. in rosa und Waldbeergeschmack… Zugegeben, nicht unbedingt mein Favorit. Außerdem kann man Schmalzgebäck in großen, aber vergleichsweise günstigen Eimern kaufen, also gleich als Familienportion. Während ich so über den Markt streife, durch eine wirklich hübsche Altstadt mit vielen Cafes, Läden und Restaurants, denke ich, dass man es hier sehr gut aushalten kann.img_20160911_1315361

img_20160911_1315231Ich bin besonders überrascht, weil Kaunas sich mir viel internationaler präsentiert, als ich es erwartet hatte: Viele nicht litauische Restaurants (arabisch, indisch, italienisch, griechisch oder auch chinesisch), viel Englisch das von Leuten auf der Straße gesprochen wird, viele junge Leute die augenscheinlich nicht unbedingt Litauer sind. Positiv überrascht bin ich auch über die sehr vielfältige Auswahl an Lebensmitteln im Supermarkt. Zwar findet man als Vegetarier keinen Tofu (aber den habe ich ja mitgebracht, haha!), aber z.B. die Auswahl Nüssen zum selber abfüllen ist super und es finden sich zahlreiche Zutaten für internationale Küche. Also von wegen, Vegetarier hätten es im Ausland wirklich schwer 😉

Ich bin auch sehr froh, dass es hier so eine Art Fahrradleihsystemmit Fahrradstationen überall in der Stadt gibt. Dann muss ich nicht immer zu Fuß unterwegs sein… Wer weiß, vielleicht finde ich ja soagr ein gebrauchtes Fahrrad. Es war aber definitiv die richtige Entscheidung kein eigens Fahrrad mitzunehmen, das hätte ich von nun an immer in den fünften Stock tragen müssen (und es gibt keinen Aufzug…).

Ich bin also motiviert! Morgen um 8 Uhr geht es los!

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