Es geht los… Ankunft in Litauen

Um 4 Uhr morgens klingelt der Wecker. Eigentlich noch viel zu früh, so drückt mein Unterbewusstsein die Schlummertaste und ich verträume weitere 10 Minuten bevor ich aufstehe. Die Koffer und Taschen sind ja schon gepackt… Erstaunlich ist, wie viele Sachen man dann doch mitnehmen will. Ein Koffer reichte bei mir nicht, so wurde aus der Idee mein Fahrrad mitzunehmen, dann doch ein zweites Gepäckstück.

Ich bin noch wirklich müde, so kommt wenigstens keine große Aufregung auf und die Fahrt von Buxtehude nach Bremen verbringe ich im Halbschlaf.

Am Flughafen ergreift mich dann doch der Abschiedsschmerz. So irreal es auch ist, dass ich in knapp 2 Stunden auf litauischem Boden stehe, so real ist es jetzt, dass ich das nächste halbe Jahr an einem mir bisher unbekannten Ort mit unbekannter Sprache und fernab meiner Familie verbringen werde.

Zugegeben mag das Manchem etwas kitschig erscheinen, besonders wenn man a) schon länger von Zuhause weg ist b) noch nie länger von Zuhause weg war. Ich durfte schon im Sommer einmal austesten wie es so ist sein Leben in fremder Umgebung allein zu managen, verbrachte 4 Wochen in Nordspanien. Und abseits aller wirklich wunderschönen Erfahrungen die man so in der Ferne macht, vermisst man das Bekannte in Momenten der Einsamkeit und Unsicherheit doch sehr. Aber wie heißt es so schön?! Was dich nicht umbringt, kann dich nur stärker machen!

Mein Flieger landet in Vilnius sogar eine Viertelstunde eher als ursprünglich geplant.Mein erster Eindruck von Litauen ist weiß, denn die Landschaft ist in tiefen Nebel versunken. Bei einem Blick auf meine Uhr fällt mir auf, dass Litauen doch eine Stunde Zeitverschiebung hat, es ist nämlich schon 9:30 Uhr. So kann man sich täuschen…Der Flughafen ist wirklich klein und es dauert keine 5 Minuten bis die Gepäckbänder sich anschalten und die Koffer vorbeifahren. Mit einer vollgeladenen Gepäckkarre ziehe ich in Richtung Ausgang. Als ich in die winzige Ankunftshalle trete ist es nicht schwer zu erraten, wer wohl Lina (meine Ansprechpartnerin und Mentorin am Jesuitengymnasium) und ihr Ehemann sind, denn es wartet lediglich ein Paar am Ausgang.

Ich werde sehr herzlich empfangen (sie haben mir sogar Himbeeren aus dem eigenen Garten mitgebracht!!) und wir gehen gleich zum Auto, denn es sind noch 100km nach Kaunas, wo ich nun ein halbes Jahr leben werde. Lina ist Teil eines vierköpfigen Deutschlehrer-Teams am Gymnasium und spricht perfekt Deutsch. Wir nutzen die Fahrt gleich dazu einige Dinge rund um meinen zukünftigen Arbeitsalltag zu klären und ich erfahre mehr über die Schule: Das Gymnasium existiert bereits seit dem 17. Jahrhundert und ist bekannt für seinen hohen Standard. Die Schüler in Litauen fangen alle in der 2. Klasse an Englisch zu lernen und auf dem Gymnasium, wie bei uns ab der 5. Klasse, wählen sie eine zweite Fremdsprache. Das Jesuitengymnasium bietet neben Franzözisch und Russisch eben auch Deutschunterricht, welcher mittlerweile sehr populär ist; im Jahrgang der neuen fünften Klassen gibt es 3 Deutschklassen und eine Klasse mit Russisch- und Französisch-Lernenden. Meine zukünftige Aufgabe wird es sein, die Schüler in ihrer Vorbereitung auf die DSD-Prüfung (Deutsches Sprachdiplom) zu unterstützen und sie ins Sprechen zu bringen. Lina hat in den Vorjahren außerdem verschiedene Theater- und Musicalprojekte in deutscher Sprache iniziert, die auch in diesem Jahr fortgeführt werden sollen. Die Schüler fragen wohl schon nach, wann es wieder losgeht… Also warten auch kreative Aufgaben auf mich… Außerdem stellt mir Lina in Aussicht am 1. Oktober mit auf eine Art Klassenfahrt der Siebtklässler zu fahren, so, dass ich etwas vom Land gezeigt bekomme. Gute Aussichten also!

 

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