Ich LEBE!

Tatsächlich: Ich lebe noch. Auch wenn‘s hier auf meinem Blog in den letzten Monaten ziemlich still war – ich bin immer noch in Ungarn und somit ein Teil von kulturweit. Leider habe ich es nicht so mit den sozialen Netzwerken (nur Instagram habe ich auch mal für mich entdeckt, zwar bin ich dort schon lange, aber noch nie so aktiv gewesen wie jetzt. Also wer gerne (Architektur-)Fotos sehen möchte, kann meine Seite dort auch gerne besuchen). Ich entschuldige mich für das fehlende Leben und kann aber versichern, dass in der nächsten Zeit wieder mehr kommt. 🙂

Denn ich habe wirklich viel über meinen Blog nachgedacht. Und darüber, was ich schreiben könnte. Ich habe auch schon öfter damit angefangen, daher kommt jetzt ein Ausschnitt meines Notizbuches (vom 13.04.):

„Die Meldung, die Existenz ist noch da! Was ist denn passiert? So viel, dass die Zeit zum Schreiben nicht da war? Oder einfach so wenig, dass es nichts zu schreiben gab? Oder ein Mittelding und ich war einfach zu faul?

Aber irgendwie muss man ja auch wieder irgendwann anfangen, schließlich soll es hier nicht alles zum Erliegen kommen.

Und dann sind da plötzlich so viele Gedanken, die sich vordrängen, sodass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Durch meine Kopfhörer schallt mir ein persisches Lied aus meinem Lieblingsfilm in die Ohren, schräg gegenüber von mir schläft ein Hund auf dem Sitz und vor dem Fenster zieht die ungarische Puszta vorbei. Plattes Land bis zum Horizont, langsam wird es dunkel und der Zug langsamer. Aber bis nach Nyíregyháza, meinem Ziel, ist es noch viel Zeit. Viel Zeit, Gedanken zu ordnen und zu Papier zu bringen. Ich bin ja ein echter Fan vom Zug fahren. Oder Bus. Am besten bei Nacht. Draußen schwimmen die Orte an einem vorbei, Landschaften, Städte, man ist eingeschlossen in eine ganz eigene Zeit. Und ich habe Glück: denn hier in Ungarn fahre ich immer Zug. Oder Bus. Überall hin. Zur Schule, nach Budapest, zu anderen Freiwilligen, oder auch nach Bratislava, wie vor zwei Wochen, zusammen mit den lieben Leutchen aus Pécs, oder zum Flughafen Budapest, um nach Genf zu fliegen, eine Woche Skifahren in Frankreich mit meiner Familie . Das war eine gute Auszeit, auch eine wichtige. Das war vor über einem Monat und hier ist schon die nächste Auszeit, nämlich Frühlingsferien. 10 Tage lang keine Arbeit, nicht um 6 Uhr aufstehen müssen und keine Schule von innen sehen. Ist natürlich schön, aber es macht mich gleichzeitig viel zu traurig. Weil die Zeit schwindet, immer schneller, und immer weniger bleibt.

Kleine kalte Winterdepressionen sind nun vorbei. Der Frühling ist da, woran man’s merkt? Strahlen auf den Gesichtern schon früh am Morgen, das Grinsen wird breiter, die Motivation für Sport größer, die Klamotten dünner und bunter – und die Schüler aber leider auch immer fauler. Mein Ehrgeiz, sie zu motivieren steigert sich zum Glück auch immer mehr, jetzt für die letzten paar Monate sollte man nochmal alles geben! Und wenn’s dann doch mal nicht geht, dann sind da noch andere Sachen, die glücklich machen: ein Kaffee in der Küche von Anikó, Sonnenuntergänge oben auf den Feldern, Geburtstagsbesuche aus Hannover, ewige Spaziergänge und Gespräche durch Budapest oder auch einfach die Schokolade aus dem Päckchen meiner Großeltern.“

 

Es ist nicht nur so, dass ich noch lebe, sondern vor allem, dass ich das Leben lebe. Vielleicht ist das hier schon mal ein kleiner chaotischer Eindruck, in gewissen Maßen eine Widerspiegelung von meinem momentanen Inneren. Und bald geht’s weiter mit noch mehr Dingen, die glücklich machen, mit einer Auflistung und auch konkreteren Beschreibungen (plus Fotos!) von den Erlebnissen meiner letzten Monate. Das ist nun also mein Comeback!

Ein Gedanke zu „Ich LEBE!

  1. Rebekka

    Hallo milena,
    Ich bin eine kw-Alumna (war in Kenia) und bin bald auf de Balkan unterwegs. Ich suche gerade Kontakte in verschiedenen Ländern und dachte an die jetzigen Freiwilligen. Kennst du aus deinem Zwischenseminar vlt. Freiwillige aus Albanien, Montenegro, Bosnien oder Kroatien? (Falls es da welche gibt u falls ihr ein gemeinsames Seminar hattet..)
    Danke für deine Rückmeldung schonmal vorab.
    Liebe Grüße
    Rebekka

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