Archiv des Autors: Milan Walbaum

Mongolisches Neujahr

Sonntag 09.04.2017

Liebe Blogleser

Ich hoffe euch geht’s allen gut! Dieses Mal wird es um das mongolische Neujahrsfest Tsagaan-Sar gehen, so ziemlich das wichtigste Fest der Mongolen. Mindestens 3 Tage, oft aber auch eine Woche lang besuchen sich alle Verwandte und auch Freunde gegenseitig. Dabei wird man mit zunehmendem Alter immer wichtiger, da alle jüngeren Familienmitglieder die älteren besuchen.

Die Tsagaan-Sar Feier in der Schule

Ich habe auch einige Freunde und Bekannte besucht und durfte sogar mit der Familie meiner besten Freundin Oyu zu Besuchen mitkommen. Es gibt eine Menge Rituale die man beachten muss, wenn man eine Familie besucht. Vor allem soll man als erstes den oder die Älteste der Familie begrüßen und Geschenke überreichen. Danach ist es einfach wichtig alles anzunehmen, was man großzügig angeboten bekommt. Das ist vor allem Fleisch und Buuz (Hackfleischdumplings), etwas Salat, Schnupftabak (nur zum riechen, man muss nicht schnupfen) und Wodka. Beim Besuch anderer Familien zieht man das traditionelle Deel an, deshalb habe ich mir für den Anlass auch eins besorgt. Alles hat mir wirklich gut gefallen, vielleicht ein bischen viel Wodka.

Besuch beim Hausmeister meiner Schule, zusammen mit meinen ungarischen Freunden 😀

Besuch in einer Jurte, bei Freunden des Hausmeisters

Zusammen mit meiner Mongolischlehrerin Inkee, wir haben traditionelle Deels an 🙂

Und bei Inkee zuhause.

An diesem Fest fand ich wirklich am schönsten, dass den älteren Menschen solch eine Ehrfurcht und so viel Respekt entgegengebracht wurde und sie wirklich im Mittelpunkt standen. Es ist hier undenkbar, dass die Alten in ein Altenheim abgeschoben werden, ich finde da können wir in Deutschland noch einiges lernen!

Noch vor dem Tsagaan-Sar war ich mit den anderen Freiwilligen ein sehr abgelegenes Kloster besuchen. Es war noch alles vollkommen verschneit und wir waren die einzigen Touristen. Wir durften sogar beim morgendlichen buddhistischen Gottesdienst der jungen Mönche teilnehmen.

Das größte Kloster der Klosteranlage.

Wir haben dem Morgenritual eine halbe Stunde zugeschaut.

An jedem buddhistischen Kloster gibt es diese Rollen, die man im Uhrzeigersinn andrehen soll.

Die Buddhastatue auf dem Hügel hinter dem Kloster.

Hier sieht man die ganze Klosteranlage und die endlosen Weiten!

Am Ende wurde der Ausflug allerdings ein richtiges Abenteuer, weil unser Fahrer den Rückweg nicht kannte und wir uns mit wenig Sprit in der mongolischen Wildnis verfahren haben! Wir mussten dann Nomaden um Hilfe bitten und zum Glück hatte noch jemand Maps Me auf dem Handy, sonst wären wir wahrscheinlich nicht mehr nach Hause gekommen…

Es ist mittlerweile schon wirklich warm hier, heute hatten wir 15 Grad und dabei hat es vor ein paar Tagen noch ein letztes Mal geschneit. Nach einer sehr matschigen Übergangsphase ist jetzt wieder fast jeder Weg begehbar und der Sommer bahnt sich an 😀

Das ist normalerweise mein Schulweg 😀

Liebe Grüße aus Darkhan, euer Milan

Das Eisfestival

23. März 2017

Liebe Blogleserinnen und Blogleser

Willkommen im Winterwunderland auf dem zugefrorenen Huvsgulsee, dem zweitgrößten Süßwassersee Asiens. Das dachte ich, würde mich erwarten, als ich mich zum „international beachteten Eisfestival“ aufmachte. Was ich dann vorgefunden habe war zwar nicht so spektakulär wie ich es erwartet hatte aber trotzdem die Reise wert. Es gab Eisskulpturen, Pferdeschlitten, Hundeschlitten, Kamele und Programmpunkte wie Geländewagendrifts auf dem Eis.

ein wirklich stolzes Kamel war das!

Ach ja, Rentiere gab es auch 🙂

Das Festival fand an einem Wochenende statt, deshalb fuhr ich am Freitag um 3 Uhr Nachmittags mit dem Bus los und kam um 3 Uhr nachts in Murun (2 Stunden vom Festival entfernt) an. Ich hatte mich auf eigene Faust aufgemacht, hatte mir nur den Busfahrer vermitteln lassen. Bei allem anderen wollte ich mich darauf verlassen, dass ich schon etwas finden würde…

Der Busfahrer hatte mir versprochen in der Nacht für mich ein Hotel zu finden. Als es aber um 3 Uhr morgens keins mehr gab durfte ich bei ihm Zuhause bei seiner Familie übernachten. Am nächsten Morgen fuhr ich auch mit dieser Familie zusammen zum Eisfestival.

Zusammen mit meinem Gastvater (für eine Nacht)

Und die ganze Gastfamilie 🙂

So ungefähr kann man sich die größe des Festivals vorstellen

Zum Glück habe ich auf dem Festival kanadische und amerikanische Freunde von mir getroffen, in deren Jurte ich dann die zweite Nacht verbrachte. Ich musste feststellen, dass ich ohne sie verloren gewesen wäre, da es keinerlei Infrastruktur, nichtmal ein Taxi irgendwohin gab, geschweige denn ein Hotel in der Nähe. So war aber alles in Ordnung und es war auch das erste Mal, dass ich in einer Jurte geschlafen habe. Jeder musste einmal aufstehen um Holz nachzulegen und kurz vor dem Schlafengehen sind wir noch einmal rausgegangen um einen atemberaubenden Sternenhimmel anzusehen! Am Sonntag bin ich dann zurück nach Murun getrempt um dann um 6 Uhr abends den Bus zurück nach Darkhan zu nehmen.

Dann hieß es bairtai (tschüs) Eisfestival

Anfang Februar war ich mit meinen Schülern im Jugendcamp Nairamdal. Das ist eine Jugendherberge in der Nähe von Ulan Bator. Dort werden die Kinder eine Woche lang von Animateuren unterhalten, haben den Spaß ihres Lebens und nebenbei noch ein wenig Unterricht am Vormittag. Ich hatte also viel Zeit zusammen mit den anderen Freiwilligen die umliegenden Berge zu besteigen. Von dort hatten wir eine sehr gute Sicht über Ulan Bator. Jedoch konnte man nur einige Schornsteine sehen, der Rest versank im Smog.

Das im Smog versunkene Ulan Bator

In Nairamdal feierte ich auch meinen 20. Geburtstag! Den Tag über wurde mir von einigen Schülern auf dem Gang gratuliert, die meinen Geburtstag in facebook gesehen hatten. Aber während der abendlichen Show von Schülern und Lehrern kamen auf einmal die Schüler meiner 5. Klasse auf die Bühne und animierten alle 200 Schüler dazu für mich zu singen. Das war wirklich ein unvergesslicher Moment, als sich alle Schüler auf einmal begeistert zu mir umdrehten, strahlend, als hätte ich ihnen allen ein riesen Geschenk gemacht! Am Abend saßen wir Lehrer dann noch alle zusammen und haben ein bißchen gefeiert.

Die besten Tänzer und Sänger mit ihren Trophäen 😀

Im Kino/Theater wurde jeden Abend getanzt und gesungen.

In Darkhan tauen tagsüber gerade Schnee und Eis, weshalb ich oft große Bogen um Schlamm und Pfützen mache, jedoch merke ich eindeutig, dass der Frühling kommt. Da meine Schule schon im Juni schließt sind es jetzt tatsächlich nurnoch gute 2 Monate, die ich unterrichten werde, kaum zu glauben!

Mein nächster Blogeintrag kommt diesmal bald, da ich hier das einwöchige mongolische Neujahrsfest und meinen Besuch in einem alten Kloster nicht untergebracht habe.

Bis sehr bald also, euer Milan

 

Nach und vor dem Urlaub in Deutschland

Dienstag, 31.01.2017

Hallo wieder aus Darkhan

Wie es viele von euch mitbekommen haben war ich Mitte des Monats für 2 Wochen in Deutschland zu Besuch. Ich hatte sehr schöne Ferien zuhause, auch wenn es irgendwie paradox war, Gast zu sein. Die Befürchtung, mein Heimweh wäre jetzt größer als vor meiner Reise ist zum Glück nicht eingetreten, ich fühle mich hier sogar wohler als vorher. Die letzten vier Monate hatte ich das Gefühl, alles was ich kannte und mochte hinter mir gelassen zu haben und es schien mir alles unerreichbar weit weg. Durch meine wunderschönen Ferien in Deutschland habe ich jedoch bemerkt, dass ich gar nichts verloren habe und ich freue mich schon sehr darauf im Sommer zurückzukehren.
In Darkhan hat sich nichts verändert in der Zeit in der ich nicht da war, außer mein Stundenplan. Ich habe jedoch jetzt das Gefühl, dass es auf den Sommer zugeht und das halbe Jahr, das ich noch vor mir habe, kommt mir spannend und nicht mehr unendlich lang vor.

Auf der Busfahrt zurück nach Darkhan.

Ich möchte jetzt, auch wenn es sehr weit zurückgegriffen ist, noch von Weihnachten berichten. Ich habe dieses Jahr mehrmals gefeiert, in der Schule dreimal, nochmal mit den Lehrern und schließlich an Heiligabend mit einer befreundeten Familie aus Amerika. Alles war auf seine Weise schön und befremdlich, weihnachtlich war es aber tatsächlich nur bei der Familie. Bei den Schülern ging es eher darum etwas zu präsentieren, zum Beispiel ein Lied oder ein Schattenspiel, und sich schick anzuziehen.

„Oh Tannenbaum“ mit Begleitung der Trompete

die Weihnachtsfeier der Klassen 3 und 4, der Weihnachtsmann wurde von Ochirbat aus der 7. Klasse gespielt.

und die der 6. bis 12. Klasse.

Mit den anderen Lehrern gab es ein Weihnachtsessen in einem eigenen Raum im Restaurant, wo wir nach dem Essen auch tanzen konnten. Es wirden Geschenke ausgetauscht (jeder hatte per Los einen zu beschenkenden Kollegen bekommen) und alle waren etwas aufgedreht und in Feierlaune.

von links: Sundschidmaa (Mongolischlehrerin), Inessa (Russischlehrerin), Ottonzizig (Mathematik) und Oyunerdene (meine Deutschkollegin :))

Ottonzizig, Sundschidmaa und ich.

Für Silvester bin ich nach Ulan Bator gefahren um mit den anderen Freiwilligen zu feiern. Wir waren zuerst auf einer Fressorgie / Hausparty, die nur aus Deutschen und einem Amerikaner bestand. Um 20 Minuten vor Mitternacht (viel später als geplant) haben wir uns dann 2 Taxis genommen und sind zum Suqbaatarplatz gefahren, wo ein großes Feuerwerk stattfinden sollte. Wir kamen pünktlich an und konnten 7 Stunden vor Deutschland zum neuen Jahr 2017 anstoßen.

Momentan herrscht unter den Freiwilligen eine Aufbruch- und Wechselstimmung, da das FSJ für Johanna, Toni und Anna-Lisa in zwei oder drei Wochen schon vorbei ist. Sie waren nur ein halbes Jahr hier und sind jetzt schon fast fertig. Das ist wirklich traurig, da wir sehr viel zusammen erlebt haben. Auf der anderen Seite kommen dann im März auch neue Freiwillige in die Mongolei, eine kommt sogar direkt nach Darkhan worauf ich mich sehr freue.
Letztes Wochenende habe ich die Anderen wieder in Ulan Bator besucht und wir waren Snowboard fahren.

Heute Abend werde ich mit meiner Kollegin Oyunerdene und 22 Schülern den Nachtzug nehmen und für eine Woche auf ein Deutsch-Camp fahren. Ich weiß wirklich nicht, was mich erwartet, bin aber sehr gespannt.

Liebe Grüß, euer Milan

Da bin ich wieder!

Mittwoch, 15.12.2016

Hallo liebe enttäuschte Blogleser

Ich hatte am Ende meines letzten Blogeintrags versprochen, dass ich, sobald ich wieder in Darkhan bin über meine Reise nach China und Kasachstan berichten würde. Das habe ich versäumt aber besser spät, als nie 🙂

Hier in Darkhan wird es immer kälter aber die Temperatur ist noch weit entfernt von der Kälte, die ich befürchtet hatte. Die Gradzahlen zwischen tagsüber -15°C und nachts -30°C hören sich zwar schlimm an, sind aber wirklich auszuhalten. Es ist nur ärgerlich, dass ich die ganze Zeit die kalte Luft atmen muss.

Meine kleine Schule im Schnee.

Es kommt durch die Kälte und den Schnee doch so langsam fern ab von Zuhause Weihnachtsstimmung in mir auf. In der Schule singen wir in meiner Nachhilfe Weihnachtslieder oder basteln Schneeflocken fürs Fenster und die Schule ist schöner geschmückt als ich das von einer deutschen Schule kenne. Ich werde Weihnachten dieses Jahr mehr als einmal in der Schule und am 24. mit einer befreundeten Familie aus Amerika feiern. Sie haben sogar einen Weihnachtsbaum!

Der Eingangsbereich meiner Schule.

Meine bei Freunden selbst gebackenen Brounies (ich habe leider keinen Ofen) 😀

So, jetzt erzähle ich aber mal eine bisschen über meine Reise. Ich bin mit den 5 anderen Freiwilligen aus der Mongolei zum Zwischenseminar unserer Organisation „Kulturweit“ nach Kasachstan geflogen. Da unser Flug über Peking ging haben wir dort 2 Tage Zwischenstopp eingeplant und konnten durch das 72 Stunden Touristentransitvisum den Flughafen verlassen. Wir kamen an einem Freitagabend an und wurden von einem Shuttle in unser mit Blumen überhäuftes Hostel gefahren. Von dort aus konnten wir zur sagenumwobenen verbotenen Stadt laufen und deshalb war das auch das Erste, was wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück gemacht haben. Die riesige Tempelanlage war wirklich schön, nur ein wenig touristisch überlaufen.

Im angrenzenden Park gab es Aquarien mit verschiedenen scheinbar mutierten Fischen 😀

Wir sind jeden Abend ins Restaurant gegangen und jedes Mal wurden alle Gerichte in die Mitte gestellt und jeder durfte sich mit seinen Stäbchen bedienen. Bei zwei von drei Mahlzeiten hatten wir sogar einen drehbaren Glastisch. Das Essen war sehr sehr lecker und auch die Art zu Essen hat mir gefallen (außer die Stäbchen, davon habe ich Krämpfe in der Hand bekommen). Wieder erwarten wurde keiner von uns krank oder hatte Magenprobleme.

Hier stehen unter anderem die berühmte Peking-Ente und kleine, unbeabsichtigt bestellte Tintenfische auf dem Drehtisch.

Das Highlight unseres Aufenthalts war für mich allerdings ganz klar die chinesische Mauer!! Wir hatten eine Tour gebucht, die einen weniger touristischen Teil der Mauer zum Ziel hatte. Als wir die Mauer erklommen hatten sind wir sie insgesamt 7 oder 8 km und 3 Stunden entlanggelaufen. Es lag Schnee, war glatt und wir hatten es nicht eilig. Um uns herum erstreckte sich karge Landschaft, die bald vom Nebel verschluckt wurde. Tatsächlich sind wir auf unserem ganzen Weg keinem anderen Touristen begegnet.

Das ist sie! Die längste Mauer der Welt!

Der Nebel war manchmal so dicht, dass man nurnoch die Mauer sehen konnte.

Wenn es hoch ging gab es nicht unbedingt Stufen…

Am Sonntag (also noch am gleichen Tag) ging es dann auch direkt weiter nach Almaty in Kasachstan zum Zwischenseminar. Dort war es ungefähr so kalt wie bei uns aber es lag deutlich mehr Schnee! Es war sehr schön meine Erfahrungen mit den anderen Freiwilligen aus Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan für 5 Tage auszutauschen und einen kurzen Urlaub vom Unterrichten zu bekommen. Ich fand es auch angenehm für ein paar Tage frei von Sprachproblemen zu sein. Auch in Almaty haben wir viel unternommen, sind zum Beispiel in die Berge gefahren oder haben eine Zeitungsredaktion besucht.

Bei unserem Ausflug in die Berge.

Auf diesen Fisch mussten wir 2 Stunden warten, er wurde aber auch extra für uns aus dem Becken geholt!

Leider ist auch Almaty sehr versmogt, das haben wir erst richtig gemerkt, als wir mit der Seilbahn auf diesen Hügel gefahren sind.

Hier in Darkhan haben meine 6 DSD (Deutsches Sprach Diplom) Schüler heute alle ihren mündlichen Teil der Prüfung bestanden und wir waren um das zu feiern Kuchen essen 😀

Mit Egshiglen, Erdenesaruul und Namuuna.

Bis bald, euer Milan

Ausritt durch die verschneite Steppe

Mittwoch, 16.11.2016.

Hallo, cain bain uu?

Wie geht es euch? Ihr seht, so langsam kann ich ein wenig Mongolisch sprechen. Ich gebe zu, „wie geht’s“ konnte ich schon recht früh fragen aber mittlerweile kann ich ganz einfache Gespräche führen, wenn ich abgesprochen habe worum es geht. Allerdings traue ich mich fast nie außerhalb meiner Sprachstunden, da muss ich noch dran arbeiten.

"Das Pferd ist für den Reiter, was das Auto für den Autofahrer ist" von Unbekannt

„Das Pferd ist für den Reiter, was das Auto für den Autofahrer ist“

Ich bin ein wenig rumgekommen und habe endlich die Natur gesehen! Vorletztes Wochenende war ich 3 Stunden reiten, ein japanischer Freund hatte mich mitgenommen. Es war zwar das erste Mal, dass ich auf einem Pferd saß aber als wir durch die verschneite Ebene geritten sind konnte ich mir ein wenig vorstellen, wie es sein muss, als Nomade zu leben. Die Landschaft war sehr schön und es war von der Temperatur her noch auszuhalten. Jetzt, eine und eine halbe Woche später nur, würde ich das nicht mehr machen. Die Temperatur ist sehr stark gefallen, in der Nacht wird es schon kälter als -20 Grad!

Mein japanischer Freund Joshinoa.

Mein japanischer Freund Joshinoa.

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Ich war auch nochmal in Ulan Bator, der Hauptstadt, diesmal für ein Seminar für Deutschlehrer. Ich bin mit dem Schnellzug (nur 4 statt 6 Stunden) am Nachmittag gefahren, letztes mal hatte ich ja den Nachtzug mit Bett genommen. Ich konnte mir also die Natur ansehen und das wurde wirklich nicht langweilig.

Der Blick aus dem Zugfenster.

Der Blick aus dem Zugfenster.

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In Ulan Bator angekommen hat mich ein Mongole, den ich im Zug getroffen hatte mit zum Basketball spielen genommen. Ich habe also für 2 Stunden mit ca. 20 unbekannten Mongolen Basketball und danach Volleyball gespielt. Das war echt cool und hat Spaß gemacht aber irgendwann wollte ich dann doch in mein Hostel. Allerdings haben die Mongolen beim Sport scheinbar einen sehr langen Atem. Außerdem war ich auf dem riesigen Markt von UB. Dort gibt es wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Wir haben vor allem nach Schuhen und Jacken geschaut aber am Ende habe ich nur ein Schaffell gekauft und ein paar Sachen anprobiert. Ich werde mir jetzt eine Jacke beim mongolischen Schneider in Darkhan anfertigen lassem.

die habe ich leider nur anprobiert, wer eine will kann mich kontaktieren ;)

Die Mütze habe ich leider nur anprobiert, wer so eine haben möchte kann mich kontaktieren 😉

Der Sugbaatar Square mit dem Parlament, diesmal bei Tageslicht.

Der Sugbaatar Square mit dem Parlament, diesmal bei Tageslicht.

Das ist das Blue Sky-Gebäude, im obersten Stockwerk waren wir im Restaurant :D

Das ist das Blue Sky-Gebäude, im obersten Stockwerk waren wir im Restaurant 😀

Leider ist die Luftverschmutzung wirklich schlimm in UB deshalb habe ich mir diesmal eine Maske gekauft.

Die Luftverschmutzung in UB ist wirklich schlimm, vor allem am Abend, deshalb habe ich mir diesmal eine Maske gekauft.

Leider hat dieser UB-Aufenthalt weniger Spaß gemacht als der letzte, da ich am zweiten Tag ziemlich krank wurde. Ich hatte hoch Fieber und konnte fast die ganze Nacht nicht schlafen. Zum Glück ging es mir am nächsten Morgen wieder besser und das Fieber hat nicht angehalten. Ich war aber sehr froh als ich wieder Zuhause in Darkhan war und mich richtig erholen konnte.

Als ich wieder in Darkhan war habe ich das hier gesehen, das hat mich etwas schockiert.

Zurück in Darkhan habe ich diese Verkäufer gesehen, ich dachte, das ist ein Foto wert.

Ich werde übermorgen, also am Freitag nach Almaty in Kasachstan losfliegen wo das Zwischenseminar stattfindet. Dort treffen sich die Freiwilligen aus Tadschikistan, Usbekistan, Kirgisistan, der Mongolei und natürlich aus Kasachstan selber und wir besprechen fünf Tage lang unseren bisherigen Aufenthalt. Auf dem Hinweg machen wir, die wir aus der Mongolei kommen einen Zwischenstopp von zwei Tagen in Peking! Ich freue mich schon sehr drauf, und werde natürlich ganz viele Bilder machen und euch auf dem Laufenden halten!

Bis dahin, liebe Grüße aus Darkhan, Milan

Das ist eine meiner Schülerinnen, Erdenesaruul.

Das ist eine meiner Schülerinnen, Erdenesaruul.

 

Der Trip in die Hauptstadt

Montag, 31.10.16

Hallo aus Darkhan

Jetzt ist es doch passiert und ich habe meinen Blog etwas schleifen lassen, es tut mir Leid! Es ist ziemlich viel passiert, wenn ich so an die letzten zwei Wochen zurückdenke, ich werde euch mal das spannendste erzählen.

Das ist Neu-Darkhan aus der Vogelperspektive.

Das ist Neu-Darkhan aus der Vogelperspektive.

Es ist mittlerweile schon später Herbst, ich würde eigentlich schon sagen Winter. Nachts wird es mittlerweile -20 Grad und es ist ziemlich viel Schnee gefallen. Leider wird hier nur sehr wenig oder gar nicht gestreut, weshalb ich erst einige Male ausgerutscht bin und jetzt einfach langsamer laufe.

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Ich fühle mich wie in einem Skigebiet.

Letztes Wochenende (22. und 23.) habe ich endlich die anderen Freiwilligen in Ulan Bator (UB), der Hauptstadt besucht. Dazu habe ich den Nachtzug um 00:10 Uhr genommen und bin morgens um 6 Uhr in UB angekommen. Im Zug hatte ich ein Bett und konnte schlafen. Maren war so nett extra für mich durchzufeiern und mich dann am Bahnhof abzuholen.

Der Bahnhof in Darkhan

Der Bahnhof in Darkhan

Bei Maren zuhause haben wir dann noch etwas geschlafen und dann hat mir Marens Mitbewohner Ken die Stadt gezeigt. UB hat ungefähr 1,5 Millionen Einwohner und ist ,würde ich sagen, so die Boomcity der Mongolei. Für mich war es eine komplett andere Welt. Wir sind zwei Stunden durch Straßen mit Läden und Imbissen gelaufen und waren im Dinosauriermuseum. Dort waren Fotos leider verboten. Außerdem habe ich endlich mal wieder einen richtigen Kaffee getrunken, es gibt hier normalerweise nur diesen Pulverkaffe, den man einfach ins heiße Wasser kippt. Mit Maren zusammen bin ich dann noch eine traditionellen Tempelanlage ,mitten in UB, besuchen gegangen. Dort konnte ich zum ersten Mal etwas vom mongolischen Buddhismus sehen.

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Tradition und Moderne direkt nebeneinander.

Tradition und Moderne direkt nebeneinander.

Am Samstagabend waren wir auf einer Hausparty. Für mich war das wirklich etwas besonderes, weil ich zum ersten Mal seit langem mit jeder Person einer großen Gruppe ohne Probleme sprechen konnte. Alle konnten Englisch und Iris und Hannah (andere kulturweit- Freiwillige) konnten natürlich deutsch. Ich glaube es war insgesammt auch einfach wichtig für mich, mich mit den anderen Freiwilligen mal richtig auszutauschen, das hatte ich vorher ja nur im Chat gemacht.

Das ist das Parlament, glaube ich zumindest :)

Das ist das Parlament, glaube ich zumindest 🙂

Am Sonntag habe ich mir dann noch eine in der Mongolei hergestellte Mütze gekauft und wir waren alle zusammen im 27. Stock Essen. Danach bin ich Sonntagnacht wieder nach Darkhan gefahren. Es war schon ein schönes Gefühl wieder anzukommen, überall lag Schnee und vor allem war ich froh über die frische Luft. Der Smog in UB ist echt schwer auszuhalten!

Halloween

Diesen Freitag wurde an meiner Schule Halloween gefeiert. Ich war sehr beeindruckt von den Kostümen, fast alle Schüler waren verkleidet und zwar richtig gut! So ein Halloween habe ich in Deutschland noch nie erlebt. Es wurde die ganze Schule geschmückt und jede Klasse hat etwas vorbereitet. Es wurde getanzt und gesungen und zwei Klassen haben sogar einen Film gedreht!

Ich bin der mit der Screammaske.

Ich bin der mit der Screammaske.

Die hier fand ich richtig gruselig!

Die hier fand ich richtig gruselig!

Ich finde mich hier immer besser zurecht, kenne jetzt die meisten Läden, zumindest in Neu-Darkhan und spreche auch ein bisschen Mongolisch. Ich habe beschlossen ab jetzt vier Mal in der Woche Unterricht zu nehmen, damit es etwas schneller geht! Ich war außerdem in einem englischsprachigen Club und habe auch noch ein paar Mongolen kennengelernt. Trotzdem denke ich noch jeden Tag an Deutschland und wahrscheinlich auch oft an dich, der du das gerade ließt! 🙂

Liebe Grüße aus der kalten Mongolei, Milan

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Der „Happy Teachers Day“

Donnerstag, 14.10.2016

Was soll ich sagen, ich bin zum ersten Mal überrascht, wie schnell die Zeit hier vergeht. Ich denke mal, das ist ein gutes Zeichen! Ich habe seit Tagen nicht mehr die Frage im Kopf gehabt, warum ich eigentlich hier bin und was ich mir dabei gedacht habe, einfach mal alles hinter mir zu lassen, was ich kenne. Mein neues Wohlbefinden hat zu einem sehr großen Teil mit der neuen Wohnung zu tun. Das nach Hause kommen nach der Arbeit ist jetzt sehr angenehm und obwohl ich den ganzen Haushalt schmeißen muss stehe ich weniger unter Stress als vorher. Obwohl das ständige Geschirrspülen doch echt anstrengend ist!

Die habe ich vor ein paar Tagen auf dem Schulweg getroffen!

Die habe ich vor ein paar Tagen auf dem Schulweg getroffen!

Letzte Woche Freitag war hier der „Happy Teachers Day“. An diesem Tag, der einmal im Jahr stattfindet feiert die ganze Schule die Lehrer. Vormittags haben die Schüler aus der 12. Klasse den Unterricht gemacht und nachmittags hat dann jeder Lehrer etwas aufgeführt. Alle waren todschick angezogen und richtig aufgeregt. Es wurden unglaublich viele Fotos von jedem mit jedem gemacht. Eine Lehrerin hatte sogar einen Selfie-Stick dabei. Ich glaube jetzt hat jeder auf der Schule ein Foto mit mir. Ich war erst normal angezogen gekommen und bin dann aber nochmal schnell nach Hause gelaufen weil ich mir so underdressed vorkam! Die Lehrerauftritte waren dann ziemlich witzig, es wurde gesungen und getanzt und auch eine Klassenarbeit irgendwie pantomimisch dargestellt zu wechselnder Hintergrundmusik. Alles war ziemlich spontan und ungeprobt aber die Schüler haben ihre Lehrer total gefeiert und sind bei jeder Nummer voll mitgegangen! Ich musste natürlich auch irgendwas machen und habe Trompete gespielt. Ich glaube das kam auch ganz gut an.

Meine 12. Klasse

Meine 12. Klasse

Eine Lehrerin hat die mongolische Geige gespielt.

Eine Lehrerin hat die mongolische Geige gespielt.

Am Abend haben wir Lehrer uns dann nochmal in der Schule zum Feiern getroffen. Da wir nur 99 Schüler an unserer Schule haben ist auch das Kollegium entsprechend klein, wir waren also so 10 Leute. Es wurde als erstes gegessen. Dabei haben dann verschieden Lehrer Reden gehalten und jedes Mal wenn ein Redner geendet hat wurde ein Wodka-Shot getrunken. Es gab keine Möglichkeit sich zu drücken, da nicht alle zusammen tranken sondern es nach der Rede reihum ging. Irgendwann wurde ich dann aufgefordert auch eine Rede zu halten. Ich habe also eine ziemlich langweilige Rede über Dankbarkeit und so gehalten, die die mongolische Deutschlehrerin dann ins mongolische übersetzt hat. Einen Lacher habe immerhin bekommen, als ich irgendwas über den Wodka gesagt habe. Als alle geredet hatten wurde „Reise nach Jerusalem“ gespielt wobei ich die ganze Zeit ausscheiden wollte, weil ich zu viel gegessen hatte und dann aber bis fast zum Schluss dabei war, na toll! Es wurde aber ein echt lustiger Abend, vielleicht auch wegen der Getränkeauswahl. Wir haben Karaoke gesungen und getanzt und waren am Ende sogar noch in der Disko. Die hat dann aber leider um 20 vor 12 die Musik ausgeschaltet und wir wurden gebeten zu gehen.

Es war Party-Stimmung!

Es war Party-Stimmung!

New Home sweet Home

Dienstag 04.10.2016

Hallo zurück zu meinem Blog. Wie ist das Wetter so in Deutschland? Regnerisch? Hier hat es schon zum ersten Mal geschneit! Zwar nur sehr wenig aber immerhin. Obwohl meistens die Sonne scheint ist es hier schon jetzt echt kalt und ich trage meine Skijacke und Handschuhe wenn ich morgens zur Schule gehe.

der erste zarte Schneefall

der erste zarte Schneefall

Der erste Schneefall war vorgestern, also Sonntagmorgen. Genau an diesem Morgen bin ich umgezogen. Mein neuer Vermieter sagte mir, das sei ein sehr gutes Omen! Regen- und Schneefall sind hier gute Zeichen für eine Begegnung oder ein Ereignis. An meinem ersten Tag in Darkhan hat es geregnet, jetzt hat es bei meinem Umzug geschneit, es läuft also bestens. Ich bin aus meiner WG mit drei Mitbewohnern in eine eigene Wohnung gezogen. Das war ein wichtiger Schritt für mich, denn den Entschluss dazu hatte ich eigentlich schon nach den ersten Tagen gefasst. In meinem WG-Zimmer habe ich mich nicht wohl gefühlt und als sich jetzt die Gelegenheit auf etwas anderes bot habe ich sie ergriffen. Ich habe die Wohnung von einer Japanerin übernommen, die ich hier kennengelernt hatte. Sie war zwei Jahre hier und ist jetzt nach Japan zurückgekehrt.

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Es ist später Herbst in der Mongolei

Ich lerne Darkhan so langsam wirklich kennen und schätzen. Trotz der etwas heruntergekommenen Plattenbauten hat die Stadt doch ihren Charme. Zwischen den Gebäuden gibt es viele Freiflächen und Grünanlagen, die zwar nicht gepflegt werden aber momentan in den Farben des Herbstes wirklich schön sind. Ich habe mich außerdem schon zweimal mit meinem Buch in diesen riesigen Park gesetzt. Dort hat man wirklich das Gefühl in der Steppe zu sein und fühlt sich durch die Weite der Landschaft und die Berge im Hintergrund in der Zeit versetzt. Auch das Einkaufen ist, ich will ja nicht angeben ne, aber schon ein wenig Routine geworden. Auch meine Kochkünste verbessern sich etwas. Ich habe zwei neue Gerichte gelernt, macht dann jetzt insgesamt fünf oder so!

ich habe den Park hier leider gegen die Sonne fotografiert...

das ist der Park, leider ist das Foto gegen die Sonne gemacht

Am Freitagabend habe ich beim Heimweg von meiner Wohnungsbesichtigung zwei meiner Schüler getroffen, die mich dann mit auf ein Hausdach genommen haben. Das neunstöckige Haus, das wir erklommen haben hat am Ende der Treppe eine Leiter die aufs Dach führt und die Luke zum Dach ist offen. Dort kann jeder hinaufgehen, der gerade Lust hat über die Stadt zu schauen oder Selbstmord zu begehen. Der Blick war auf jeden Fall fantastisch, das Gebäude ist das drittgrößte der Stadt und wir konnten alles überblicken. Darkhan ist doch größer, als ich dachte!

Darkhan bei Nacht

Darkhan bei Nacht

In der Schule gibt es jetzt ein neues Mamutprojekt für mich und meine Deutsch-Kollegin. Die 12. Klasse soll in 8 Wochen die DSD 2 Prüfung schreiben und ist noch so gut wie gar nicht vorbereitet. Die Prüfung besteht aus vier Teilen, dem Hör-und Leseverstehen, sowie der schriftlichen und mündlichen Kommunikation. Sie sollen zum Beispiel in der schriftlichen Kommunikation eine Erörterung schreiben, haben das aber weder auf deutsch noch mongolisch jemals durchgenommen. Wir fangen ganz von vorne an. Ich werde also die nächsten acht Wochen jeden Tag mindestens eineinhalb Stunden mit den Zwölfern verbringen und mit ihnen üben. Dafür darf ich meine anderen Klassen etwas vernachlässigen und habe jede Gruppe nur noch einmal die Woche in meiner Nachhilfe. Nicht das schlimmste Los!

Meine (nun ehemaligen) WG-Mitbewohner und ich :)

Meine (nun ehemaligen) WG-Mitbewohner und ich 🙂

 

Auftauchen nach dem Sprung ins kalte Wasser

Sonntag 23.09.16

Ich liege auf meinem Bett und höre Tracy Chapman. Musik hören ist wirklich ein Mittel zur Beruhigung und Entspannung. Ich habe gemerkt, dass die letzten 8 Tage, die ich jetzt schon hier in Darkhan bin mich doch mehr aufgewühlt haben als ich es mir eingestehen wollte. Es passiert so viel in kurzer Zeit, ich muss mich an so viel Neues gewöhnen, da ist ein Moment des Durchatmens wichtig!

Egal, ich werde euch mal erzählen, was diese Woche so passiert ist. Ich war zum Beispiel mittlerweile alleine Einkaufen. Mein Schulleiter hatte mich vor ein paar Tagen im Auto mitgenommen und mir zwei Stunden lang einige Läden gezeigt und allgemein ein paar Punkte in der Stadt, an denen ich mich orientieren kann. Ich finde mich seitdem sehr viel besser zurecht! Es gibt hier keine wirkliche Innenstadt, weshalb die Orientierung für mich als Deutscher, da es bei uns ja eigentlich immer eine Innenstadt mit Fußgängerzone gibt, etwas schwierig war. Supermärkte die unseren sehr ähneln, sind vorhanden, allerdings auch viele Märkte mit Ständen für alles Mögliche. Es gibt sehr viele kleine Läden an jeder Ecke, die eigentlich fast alle das gleiche verkaufen. Das meiste findet man allerdings in großen Hallen, die vollgestopft mit kleinen Ständen sind. Es gibt solche für Klamotten, Lebensmittel, Schreib- und Büroutensilien, Gemüse und natürlich Fleisch. Der Fleischmarkt ist für mich der faszinierenste. Die Nomaden bringen, so wurde es mir erzählt, das Fleisch in die Stadt und dieses wird hier auf riesigen Verkaufstischen ausgebreitet und der Kunde kann mit kleinen, gabelartigen Stechern die Qualität prüfen.

ein kleinerer Fleischmarkt

ein kleinerer Fleischmarkt

eine Halle mit Geschäften

eine Halle mit Geschäften

Gestern habe ich es geschafft mit dem Taxi zum Markt zu fahren!! Adressen richtig auf mongolisch auszusprechen ist echt nicht einfach für mich! Überhaupt kommt mir die Aussprache echt schwierig vor. Ich hatte gestern meine erste Sprachstunde und musste wieder mal feststellen, dass ich das R nicht rollen kann. Allerdings braucht man das rollende R im Mongolischen, das normale R ist ein anderer Buchstabe! Ich werde jetzt also üben! Der Sprachunterricht hat aber eigentlich wirklich Spaß gemacht. Ich habe die kyrillischen Buchstaben und ihre Aussprache gelernt und Sachen wie „Ich heiße Milan, wie heißt du?“. Vorgestern hatte ich mich bei der Sprachschule gemeldet und habe gleich gestern meinen ersten Unterricht bekommen. Ich bin beeindruckt wie schnell das ging. Ich habe vorgestern dann auch noch ein paar Ausländer in der Sprachschule kennen gelernt und wurde sogar zum Essen bei Rian eingeladen. Er kommt aus Amerika und lebt seit einem Jahr mit seiner Familie hier. Er hat vier Vormittage in der Woche Sprachunterricht! Bei mir ist es nur zweimal bis jetzt.

Mit der 7. Klasse im Park

Mit der 7. Klasse im Park

Ich gebe nachmittags nach wie vor Nachhilfeunterricht. So langsam habe ich meine Klassen etwas kennen gelernt und kann den Unterricht auf sie abstimmen. Das Unterrichten so ohne Lehrerausbildung fordert von mir aber auch viel Fantasie um die Kinder nicht zu langweilen. Ich habe mit ihnen gesungen, gemalt, gespielt aber auch (bei den älteren) Texte bearbeitet, zum Beispiel zum Oktoberfest, das ja momentan stattfindet. Ich muss sagen, es macht mir wirklich Spaß auch wenn ich immer ein bisschen in Sorge bin, dass meine Unterrichtsvorbereitung nicht ausreicht und die Kinder am Ende nur auf Mongolisch untereinander reden. Die Unterrichtszeit von 40 Minuten pro Klasse finde ich allerdings sehr gut! Die Kinder fragen mich ständig ob ich mit ihnen Basketball spielen will. Ich habe das jetzt auch schon ein paar Mal gemacht und hatte wirklich Spaß! Sehr viele von meinen Schülern, vor allem die Jungs, finden Basketball richtig gut, spielen im Verein und haben Bilder von berühmten Basketballern als Facebook-Bild. Ich habe zuhause Basketball nie wirklich gemocht, hier bin ich aber trotzdem gut, da ich einfach fast einen Kopf größer bin als alle Schüler.

Heute fand ein Herbsttag für die Schüler statt. Wir sind alle zusammen in den riesigen Park gegangen. Dort mussten die Schüler Stationen der einzelnen Fächer besuchen. Oyu (meine sichere Bank bei Fragen bzw. die Deutschlehrerin) und ich haben eine Station mit dem Titel „Spaß im Herbst“ gemacht. Es hat geregnet und irgendwie haben die Sachen die wir uns vorher überlegt haben nur teilweise geklappt, weshalb Oyu dann meinte, dass ich mit den Kindern irgendwas spielen soll. Mit der 12. habe ich dann „Bibedi Bibedi Bob“ gespielt, was echt lustig war! Dieser Tag im Regen im Park hat echt Spaß gemacht!

mit der 12. Klasse

mit der 12. Klasse

Die 9. Klasse beim Basteln. Links: Oyu

Die 9. Klasse beim Basteln. Links: Oyu

Es gibt gerade sehr viele Dinge hier, die ich unbedingt sehen, bzw. machen möchte. Ich will aus der Stadt raus und etwas wandern und ich will reiten lernen. Das wird allerdings nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt habe, da in der Stadt logischerweise nicht geritten wird. Außerdem würde ich gerne feiern gehen, habe aber noch nicht wirklich jemanden gefunden der mich mitnehmen könnte. Die Discos gehen hier von 8 bis 12 Uhr, danach schließt alles! Mein Gott, wenn das kein Kulturschock ist! Es gibt hier aber auch ein Theater, ich hoffe, dass ich da auch mal demnächst hingehen kann.

Bis dahin werde ich jetzt mal wieder in mein mongolisches Leben abtauchen.

Bis dann, Milan

 

Im ersten Wochenende!

Samstag 17.09.2016

Cainuu aus der Mongolei! Es ist ein paar Tage her, dass ich geschrieben habe und in diesen Tagen ist sehr viel passiert! Ich bin mittlerweile in Darkhan, meiner neuen Heimatstadt angekommen und habe meine WG bezogen. Ich wohne mit zwei Russinnen und einem Mongolen zusammen und wurde sehr freundlich aufgenommen. In der WG wird russisch gesprochen, das Englisch meiner Mitbewohner ist leider nicht sehr gut. Das ist immer noch deutlich besser als mein Russisch aber ich habe so die Hoffnung hier Russisch zu lernen. Unsere Kommunikation ist also momentan sehr fantasievoll! Darkhan ist zwar die zweitgrößte Stadt der Mongolei und sieht auch erstmal recht groß aus, allerdings ist alles, was man braucht, Läden, die Schule, ein großer Park und Bars zu Fuß zu erreichen. Taxis gibt es ansonsten auch sehr viele und sie sind sehr günstig!

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An der Schule an der ich arbeiten werde und bereits arbeite gibt es insgesamt nur 99 Schüler. Die Klassen sind also sehr klein, von 5 bis 15 Schülern. Ich war am Mittwoch, nach einer Nacht in Darkhan sofort in der Schule und im Deutschunterricht dabei. Ich habe eine Betreuungslehrerin, sie heißt Oyu, spricht deutsch und sie hat mich in die Schule eingeführt. Die Schüler sind sehr lieb aber auch etwas „aufgekratzter“ als in Deutschland würde ich sagen. Am Donnerstag habe ich dann auch sofort  unterrichtet! Ich werde hier ein Nachhilfelehrer sein und Teilgruppen der sechsten, siebten, neunten und zwölften Klasse unterrichten! Ich hatte am Donnerstag Nachmittag also gleich drei Klassen zu bewältigen und nur wenig Zeit mich vorzubereiten. Ich habe improvisiert und den Klassen etwas über Deutschland erzählt und zum Beispiel „Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze“ als „deutsches Lied“ mit ihnen gesungen. Am Freitag war ich schon etwas vorbereitet aber es ist nicht leicht eine Fremdsprache zu unterrichten, wenn man nur diese Fremdsprache als Mittel zum Erklären hat! Meine neunte Klasse hat nach 5 Minuten verzweifeltem Erklären von „Ich packe meinen Koffer“ das Spiel immer noch nicht verstanden und ich musste etwas anderes machen. Mein Auftrag von der Schule besteht nur darin mit den Kindern deutsch zu sprechen um ihre Fähigkeiten im Dialog zu verbessern, was ich daraus mache liegt bei mir.

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Heute war ich mit den Kindern Fußball spielen. Ich soll ab jetzt jeden Samstag ein Training geben. Es hat Spaß gemacht und die Kinder (6. bis 8. Klasse) waren sehr motiviert. Ich habe allerdings noch keine Ahnung, wie ich sie „trainieren“ soll, heute haben wir einfach in zwei Mannschaften gepielt.

Es geht mir alles in Allem ganz gut, ich habe schon etwas Heimweh das will ich nicht verschweigen denn ich muss mich hier schon an sehr viele neue Dinge gewöhnen. Das Einkaufen wird z.B. zur großen Hürde, da ich die Sprache nicht spreche und die meisten Menschen auch kein Englisch können. Ich habe schon von vielen Leuten hier gehört, wie hart der Winter wird (bis zu -50°C !!!!) und, dass ich die warme Zeit jetzt noch nutzen soll, die sei nämlich in einem Monat vorbei!

Abgesehen davon werde ich jetzt hoffentlich bald einen Mongolisch-Kurs bekommen und ich habe auch schon ein paar Expats getroffen, zu denen mein Vorgänger den Kontakt hergestellt hat. Ich versuche also, ins Sozialgefüge einzusteigen, doch ich denke das wird noch etwas Zeit brauchen.

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