Archiv für den Monat: April 2017

Mongolisches Neujahr

Sonntag 09.04.2017

Liebe Blogleser

Ich hoffe euch geht’s allen gut! Dieses Mal wird es um das mongolische Neujahrsfest Tsagaan-Sar gehen, so ziemlich das wichtigste Fest der Mongolen. Mindestens 3 Tage, oft aber auch eine Woche lang besuchen sich alle Verwandte und auch Freunde gegenseitig. Dabei wird man mit zunehmendem Alter immer wichtiger, da alle jüngeren Familienmitglieder die älteren besuchen.

Die Tsagaan-Sar Feier in der Schule

Ich habe auch einige Freunde und Bekannte besucht und durfte sogar mit der Familie meiner besten Freundin Oyu zu Besuchen mitkommen. Es gibt eine Menge Rituale die man beachten muss, wenn man eine Familie besucht. Vor allem soll man als erstes den oder die Älteste der Familie begrüßen und Geschenke überreichen. Danach ist es einfach wichtig alles anzunehmen, was man großzügig angeboten bekommt. Das ist vor allem Fleisch und Buuz (Hackfleischdumplings), etwas Salat, Schnupftabak (nur zum riechen, man muss nicht schnupfen) und Wodka. Beim Besuch anderer Familien zieht man das traditionelle Deel an, deshalb habe ich mir für den Anlass auch eins besorgt. Alles hat mir wirklich gut gefallen, vielleicht ein bischen viel Wodka.

Besuch beim Hausmeister meiner Schule, zusammen mit meinen ungarischen Freunden 😀

Besuch in einer Jurte, bei Freunden des Hausmeisters

Zusammen mit meiner Mongolischlehrerin Inkee, wir haben traditionelle Deels an 🙂

Und bei Inkee zuhause.

An diesem Fest fand ich wirklich am schönsten, dass den älteren Menschen solch eine Ehrfurcht und so viel Respekt entgegengebracht wurde und sie wirklich im Mittelpunkt standen. Es ist hier undenkbar, dass die Alten in ein Altenheim abgeschoben werden, ich finde da können wir in Deutschland noch einiges lernen!

Noch vor dem Tsagaan-Sar war ich mit den anderen Freiwilligen ein sehr abgelegenes Kloster besuchen. Es war noch alles vollkommen verschneit und wir waren die einzigen Touristen. Wir durften sogar beim morgendlichen buddhistischen Gottesdienst der jungen Mönche teilnehmen.

Das größte Kloster der Klosteranlage.

Wir haben dem Morgenritual eine halbe Stunde zugeschaut.

An jedem buddhistischen Kloster gibt es diese Rollen, die man im Uhrzeigersinn andrehen soll.

Die Buddhastatue auf dem Hügel hinter dem Kloster.

Hier sieht man die ganze Klosteranlage und die endlosen Weiten!

Am Ende wurde der Ausflug allerdings ein richtiges Abenteuer, weil unser Fahrer den Rückweg nicht kannte und wir uns mit wenig Sprit in der mongolischen Wildnis verfahren haben! Wir mussten dann Nomaden um Hilfe bitten und zum Glück hatte noch jemand Maps Me auf dem Handy, sonst wären wir wahrscheinlich nicht mehr nach Hause gekommen…

Es ist mittlerweile schon wirklich warm hier, heute hatten wir 15 Grad und dabei hat es vor ein paar Tagen noch ein letztes Mal geschneit. Nach einer sehr matschigen Übergangsphase ist jetzt wieder fast jeder Weg begehbar und der Sommer bahnt sich an 😀

Das ist normalerweise mein Schulweg 😀

Liebe Grüße aus Darkhan, euer Milan