Das Eisfestival

23. März 2017

Liebe Blogleserinnen und Blogleser

Willkommen im Winterwunderland auf dem zugefrorenen Huvsgulsee, dem zweitgrößten Süßwassersee Asiens. Das dachte ich, würde mich erwarten, als ich mich zum „international beachteten Eisfestival“ aufmachte. Was ich dann vorgefunden habe war zwar nicht so spektakulär wie ich es erwartet hatte aber trotzdem die Reise wert. Es gab Eisskulpturen, Pferdeschlitten, Hundeschlitten, Kamele und Programmpunkte wie Geländewagendrifts auf dem Eis.

ein wirklich stolzes Kamel war das!

Ach ja, Rentiere gab es auch 🙂

Das Festival fand an einem Wochenende statt, deshalb fuhr ich am Freitag um 3 Uhr Nachmittags mit dem Bus los und kam um 3 Uhr nachts in Murun (2 Stunden vom Festival entfernt) an. Ich hatte mich auf eigene Faust aufgemacht, hatte mir nur den Busfahrer vermitteln lassen. Bei allem anderen wollte ich mich darauf verlassen, dass ich schon etwas finden würde…

Der Busfahrer hatte mir versprochen in der Nacht für mich ein Hotel zu finden. Als es aber um 3 Uhr morgens keins mehr gab durfte ich bei ihm Zuhause bei seiner Familie übernachten. Am nächsten Morgen fuhr ich auch mit dieser Familie zusammen zum Eisfestival.

Zusammen mit meinem Gastvater (für eine Nacht)

Und die ganze Gastfamilie 🙂

So ungefähr kann man sich die größe des Festivals vorstellen

Zum Glück habe ich auf dem Festival kanadische und amerikanische Freunde von mir getroffen, in deren Jurte ich dann die zweite Nacht verbrachte. Ich musste feststellen, dass ich ohne sie verloren gewesen wäre, da es keinerlei Infrastruktur, nichtmal ein Taxi irgendwohin gab, geschweige denn ein Hotel in der Nähe. So war aber alles in Ordnung und es war auch das erste Mal, dass ich in einer Jurte geschlafen habe. Jeder musste einmal aufstehen um Holz nachzulegen und kurz vor dem Schlafengehen sind wir noch einmal rausgegangen um einen atemberaubenden Sternenhimmel anzusehen! Am Sonntag bin ich dann zurück nach Murun getrempt um dann um 6 Uhr abends den Bus zurück nach Darkhan zu nehmen.

Dann hieß es bairtai (tschüs) Eisfestival

Anfang Februar war ich mit meinen Schülern im Jugendcamp Nairamdal. Das ist eine Jugendherberge in der Nähe von Ulan Bator. Dort werden die Kinder eine Woche lang von Animateuren unterhalten, haben den Spaß ihres Lebens und nebenbei noch ein wenig Unterricht am Vormittag. Ich hatte also viel Zeit zusammen mit den anderen Freiwilligen die umliegenden Berge zu besteigen. Von dort hatten wir eine sehr gute Sicht über Ulan Bator. Jedoch konnte man nur einige Schornsteine sehen, der Rest versank im Smog.

Das im Smog versunkene Ulan Bator

In Nairamdal feierte ich auch meinen 20. Geburtstag! Den Tag über wurde mir von einigen Schülern auf dem Gang gratuliert, die meinen Geburtstag in facebook gesehen hatten. Aber während der abendlichen Show von Schülern und Lehrern kamen auf einmal die Schüler meiner 5. Klasse auf die Bühne und animierten alle 200 Schüler dazu für mich zu singen. Das war wirklich ein unvergesslicher Moment, als sich alle Schüler auf einmal begeistert zu mir umdrehten, strahlend, als hätte ich ihnen allen ein riesen Geschenk gemacht! Am Abend saßen wir Lehrer dann noch alle zusammen und haben ein bißchen gefeiert.

Die besten Tänzer und Sänger mit ihren Trophäen 😀

Im Kino/Theater wurde jeden Abend getanzt und gesungen.

In Darkhan tauen tagsüber gerade Schnee und Eis, weshalb ich oft große Bogen um Schlamm und Pfützen mache, jedoch merke ich eindeutig, dass der Frühling kommt. Da meine Schule schon im Juni schließt sind es jetzt tatsächlich nurnoch gute 2 Monate, die ich unterrichten werde, kaum zu glauben!

Mein nächster Blogeintrag kommt diesmal bald, da ich hier das einwöchige mongolische Neujahrsfest und meinen Besuch in einem alten Kloster nicht untergebracht habe.

Bis sehr bald also, euer Milan

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.