Sof(i)a ich komme!

Vom 1. bis zum 4. Oktober stand schon wieder ein langes Wochenende in Sofia an. Ich freute mich schon sehr auf das Wiedersehen mit den anderen Freiwilligen und auf Selines Sofa in Sofia. Ein Sofa? Ja genau, ich hatte nämlich am ersten Wochenende herausgefunden, dass ihr ausklappbares Sofa ein Traum ist, im Gegensatz zu den durchgelegenen Matratzen in meiner Wohnung (obwohl ich mich an diese mittlerweile etwas gewöhnt habe).

So, nun aber wieder zu spannenderen Dingen: Nach dem Unterrichten beider 8.Klassen, einem schönen deutschen Gespräch in der 9.Klasse und einem spontanen Vorsingen beim Professor des Chors der Amerikanischen Universität, fuhr ich dann am Freitagabend mit dem Bus nach Sofia. Kurz nachdem ich dort ankam befand ich mich auch schon in einer großen Bowlinghalle, denn einige Lehrer_innen der Deutschen Schule Sofia, an der Seline als Freiwillige arbeitet, hatten uns beide zu einem netten Bowlingabend eingeladen.

img_4313

Am Samstag stieß Helli aus Plovdiv zu uns und wir verbrachten zu dritt einen wunderbar gemütlichen und lustigen Tag. Zur Mittagszeit verschlug es uns wieder in einen schönen Park zum picknicken. Das wird hier so allmählich zur Tradition… ;-). Danach kauften wir ein, backten einen nur leicht angebrannten Apfelkuchen und diskutierten, wie so häufig, über Butter (ein sehr kontroverses Thema), die richtige Aussprache von „Kese“ und anderen ulkigen Wörtern, und ob man in Hannover und Göttingen schreckliches  „Hoch-Hochdeutsch“ spricht oder nicht. Abends gab uns der noch warme Apfelkuchen dann wieder so viel Energie, dass die Küche mit Musik erfüllt und bei spontanen Tanzeinlagen ein bisschen verwüstet wurde (ein Pardon an den Mülleimer!!).

Den nächsten Tag wollten wir dann genauso sportlich beginnen, wie wir den vorigen beendet hatten. Der Plan war: möglichst früh loskommen und auf den Berg Vitosha, der direkt neben der Stadt liegt, wandern. Da wir aber erst mittags Richtung Vitosha mit der Metro und dem Bus losfuhren, verwarfen wir unseren Plan bald und entschieden uns an der Gondelstation doch dazu, hinaufzufahren, oben ein kleines Picknick und Nickerchen zu machen und anschließend nur ein kleines Stückchen bergauf zu wandern.

img_4320

dsc05312

img_4339img_4350

Da wir nach unserer kleinen Bergwanderung immer noch nicht genug von der Vogelperspektive hatten, beschlossen wir am Abend, bei Seline auf dem Flachdach zu grillen. Nach dem Verbrennen vieler Klopapierrollen, einer ganzen Schachtel Streichhölzer und merkwürdig weichen Grillanzünders, gelang es uns dann (in nur anderthalb Stunden!)doch tatsächlich ein richtiges Feuer zu entfachen. Allerdings war es so klein, dass unsere Zucchini letztendlich doch in der guten alten Pfanne brutzelten und der Grillkäse im Backofen vor sich hin schmolz… Der Grill diente uns dann ersatzweise als wärmende Feuerschale, sodass wir, ohne allzu schnell zu frieren, den fantastischen, nächtlichen Anblick von Sofia genießen konnten:

p1010511

Am Montagabend waren wir dann offiziell zum Empfang der Deutschen Botschaft zum Tag der Deutschen Einheit eingeladen. Einige Lehrer hatten Seline erzählt, dass man sich für diese Veranstaltung auf jeden Fall schick machen sollte. Dumm nur, dass meine feine weiße Bluse in Blagoevgrad in meinem Kleiderschrank und nicht in meinem Reiserucksack lag… Aber Seline konnte mir zum Glück eine leihen und mich sogar noch dazu überreden, statt meiner dunklen (aber, wie ich finde, doch sehr schicken:D) Jeans, einen Blümchenrock zu tragen. Danke nochmal, Seline, so mit Jeans und komplett in dunkelblau hätte ich mich wahrscheinlich doch ein bisschen underdressed gefühlt zwischen den ganzen schicken Anzügen und Kleidern! 😀 Aber zurück zum Event: Nach der deutschen Nationalhymne und einer feierlichen deutsch-bulgarischen Rede wurde ein „typisch deutsches“ Buffet mit Sauerkraut, Bratwürstchen und Brezeln eröffnet. Aber keine Sorge, es gab auch bulgarische Baniza! 🙂 Beim Essen haben wir viele neue Bekanntschaften gemacht und haben uns  nett mit ihnen unterhalten. Okay, zugegeben, die meiste Zeit habe ich mich dann doch mit anderen Kulturweit-Freiwilligen über überflutete Badezimmer und Ähnliches unterhalten… Aber nicht nur!!!

Und am nächsten Tag fuhr ich nach einem interessanten Kulturmittlertreffen auch schon wieder mit dem Bus nach Blagoevgrad…

Blick aus dem Busfenster

Blick aus dem Busfenster

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Sof(i)a ich komme!

  1. Profilbild von Seline Seline sagt:

    Immer wieder gerne… 😉 Irgendwer muss doch verhindern, dass du blau-in-blau zur Sauerkrautgala gehst… 😀 😉

  2. Eblenkamp H.+H-J. sagt:

    Blog-Antwort vom 01.11.zu „Sofia ich komme“
    Von Hannelore und Hermann-J. Eblenkamp
    Hallo, liebe Antonia!
    Schön, wieder etwas zu lesen über Deine Erlebnisse in Bulgarien. In der Schule scheint es ja soweit erst einmal gut zu klappen, wie du schreibst und wie wir es auch von Deinen Eltern erfahren haben. Besonders dazu wünschen wir dir viel Erfolg! Vielleicht wird ja aus Dir eine Lehrerin!?
    Auf Deinen Ausflügen nach Sofia und auf Deinen sonstigen Unternehmungen zur Erkundung des Landes wirst Du offenbar gut unterstützt und begleitet von bekannten Freundinnen und Kolleginnen. Hast Du dabei auch Gelegenheit, Bulgarisch zu sprechen? Das ist ja vielleicht bisher noch ein Problem im Umgang mit Deinen Schülerinnen und Schülern! Aber es dürfte von Woche zu Woche besser werden. Mit Geschick, Einfallsreichtum und Humor lässt sich vieles meistern. Und wenn es nicht mit Sprechen geht, klappt es eventuell besser mit Singen, das ist ja Deine besondere Stärke!
    Die Hauptstadt Sofia ist ja relativ gut zu erreichen, wie Du berichtest. Du warst schon mehrfach dort nicht wahr? Toll. dass man Euch offiziell zur Feier des Tages der Deutschen Einheit in die Botschaft geladen hat! Eine Rede aus diesem Anlass zu halten und zu hören ist womöglich in Bulgarien einfacher als z. B in Dresden, wo in diesem Jahre rechte Störer auftraten und unsere Bundeskanzlerin beschimpften. Bei solchen Gelegenheiten kannst Du gewiss Bezugspersonen kennen lernen oder wenigstens sehen. Ihr Auslands-Studenten seid sicher nebenbei auch „Werbeträger“ für unser Land, nicht zuletzt in der Schule.
    Wir wünschen Dir weiterhin viel Freude und Erfolg im Rahmen Deines abwechslungsreichen Jahres in Bulgarien und grüßen Dich herzlich.
    Deine Großeltern
    Oma und Opa aus Vreden

  3. Alina Heptner sagt:

    Hallihallo liebe Toni! 🙂
    Eben gerade habe ich mit Spannung alle Deine Blog-Einträge durchgelesen und ich bin total begeistert!!! Ganz besonders von den wunderschönen Fotos! <3 Und trotz gelegentlicher Komplikationen scheint ja alles super bei Dir zu laufen, auf jeden Fall hast Du es bisher jedes Mal geschafft, kleinere und größere Schwierigkeiten zu lösen! 😀
    Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Erfolg dabei und freue mich schon auf Deine weiteren Berichte!
    Deine Alina 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.