Abschluss

Wieder zu Hause – mittlerweile schon seit fast 5 Monaten. Ich bin nicht besonders zufrieden mit dem, was ich hier fabriziert habe, vor allem was die Menge angeht. Ich wollte eigentlich so in etwa einmal die Woche was schreiben, für mich, für die Leute zu Hause und für zukünftige Freiwillige, weil ich die Blogs aus der Ukraine geliebt habe, bevor ich selbst ausgereist bin. Hat nicht so gut geklappt. Ich war irgendwie auch so ziemlich ausgelastet, mit der Arbeit und allem, was ich sonst unternehmen wollte. Ich habe auch überlegt, das Ganze ungeschehen zu machen und den Blog einfach zu löschen, aber dafür finde ihn dann doch nicht schlecht genug. Und vielleicht findet ihn doch noch mal jemand, der Freude dran hat und wenn nicht, liest es eben niemand, dann brauche ich es auch nicht zu löschen. Deswegen schreibe ich stattdessen noch diesen letzten Artikel, um dem Ganzen einen halbwegs würdigen Abschluss zu geben.

Zu Hause anzukommen war schon komisch, aber hauptsächlich, weil alles genauso war wie vorher. Ich habe mich gefühlt, als ob ich nie weg gewesen wäre, nur in ganz kurzen Momenten ist mir klar geworden, dass ich eigentlich ziemlich lange woanders war: Wenn ich mich kurz gewundert habe, warum irgendwo eine schwarz-rot-goldene und keine blau-gelbe Flagge hängt oder wenn ich kurz überrascht bin, wenn ich Fremde deutsch sprechen höre. Manchmal habe ich auf einmal einen Ort vor Augen, an dem ich in Kiew oft vorbei gekommen bin oder frage mich, was ich jetzt machen würde, wenn ich noch da wäre. Aber der große Kulturschock ist ausgeblieben, vielleicht war ich nicht lange genug weg oder Kiew ist nicht anders genug oder ich bin einfach nicht so. Auf jeden Fall ist es mir – wahrscheinlich anders als anderen – wirklich leicht gefallen, mich wieder zu Hause zurecht zu finden.

Ich plane aber natürlich auch schon meine nächste Reise in die Ukraine. Ich will alles, was ich schon gesehen habe, noch mal im Sommer sehen. Auch wenn ich mir Metrofahren im Sommer schrecklich vorstelle, aber das sehe ich dann. Und ich muss unbedingt noch nach Charkiw, Tscherniwzi und Kamjanez-Podilskyj, die alle auf ihre Weise sehr schön oder interessant sein sollen und mir von verschiedenen Seiten empfohlen wurden. Kamjanez-Podilskyj zum Beispiel steht in jedem Reiseführer als Empfehlung, als ich in der Ukraine war, schien es aber niemand für erwähnenswert zu halten. Also ich bin schon sehr gespannt und freue mich, hoffentlich klappt das alles so, wie ich mir das vorstelle. Wahrscheinlich hätte ich so ziemlich jedes Land, nachdem ich fast 6 Monate dort gelebt habe, ganz toll und besonders gefunden. Aber ich war nun mal in der Ukraine und deswegen schlage ich jetzt jedem, der Urlaubsziele sucht, erst mal die Ukraine vor.

Es war einfach eine richtig gute Erfahrung, alles in allem. Und ich bin so dankbar, dass gerade ich sie machen durfte, dass meine Chefin (warum auch immer) mich ausgesucht hat und natürlich, dass kulturweit mir das alles bezahlt hat und mich auch sonst in allem unterstützt hat.

 

Zum Abschied noch eine kleine Liste mit Büchern und Links zu Kiew oder der Ukraine, die ich entweder selbst gut finde oder die mir empfohlen wurden:

Michail Bulgakow: „Die weiße Garde“

Jens Mühling: „Schwarze Erde“

Karl Schlögel: „Entscheidung in Kiew“

www.reisenua.net

www.reisen-kiew.com

www.spottedbylocals.com/kiev/

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